Pflege bei Atemwegserkrankungen: Beurteilung und Maßnahmen
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Atemfunktion: Bewertung durch Pflegekräfte
Die pflegerische Beurteilung umfasst folgende Bereiche:
- Vitalparameter: Atmung (Frequenz, Tiefe, Belüftung, Dyspnoe, Orthopnoe), Atemgeräusche (Stridor, Keuchen etc.).
- Brustkorbbewegungen: Einziehungen (interkostal, suprasternal, supraclavikulär).
- Sekrete und Husten: Art des Auswurfs (Sputum, Hämoptoe, Konsistenz), Hustencharakter (trocken, irritativ oder produktiv).
Kreislauf-Status
Überwachung von Herzfrequenz (Tachykardie/Bradykardie), Blutdruck und Sauerstoffsättigung (Anoxie, Hypoxämie, Hypoxie, Zyanose).
Einflussfaktoren auf die Atemfunktion
Höhe (Sauerstoffdruck), Umwelt, Emotionen, körperliche Aktivität, Gesundheitszustand und Lebensstil (z. B. Arbeit).
Körperliche Untersuchung durch die Pflegekraft
Beurteilung der Symmetrie der Lungenexpansion und Auskultation zur Identifikation von Flüssigkeitsansammlungen oder pathologischen Atemgeräuschen.
Beurteilung der Vitalfunktionen
- Atmung: Eupnoe, Tachypnoe, Bradypnoe, Apnoe.
- Volumen: Hyperventilation, Hypoventilation.
- Rhythmus: Cheyne-Stokes-Atmung, Biot-Atmung.
- Dyspnoe/Orthopnoe: Notwendigkeit einer aufrechten Sitzposition zur Erleichterung der Atmung.
- Abnormale Atemgeräusche: Stridor, Rasseln, Keuchen.
- Puls und Blutdruck: Überwachung auf Arrhythmien, Hypertonie oder Hypotonie.
Klinische Anzeichen einer Hypoxie
Anstieg der Herzfrequenz, flache Atmung, Unruhe, Nasenflügeln, Einziehungen und Zyanose.
Diagnostische Tests
Sputumanalyse, Rachenabstrich, Blutgasanalyse, radiologische Untersuchungen, Lungenfunktionstests und Pleurapunktion.
Pflegediagnosen und Probleme
- Ineffektives Atemmuster: Unzureichende Atmung zur Deckung des Sauerstoffbedarfs.
- Gestörter Gasaustausch: Bedingt durch physiologische Veränderungen, Alter oder Krankheit.
- Verminderte Herzleistung: Einflussfaktoren wie Elektrolytstörungen oder Herz-Kreislauf-Probleme.
Pflegerische Maßnahmen
- Positionierung: Aufrechte Haltung zur Förderung der Lungenexpansion.
- Atemtechniken: Tiefes Atmen und kontrolliertes Husten.
- Sekretmanagement: Ausreichende Flüssigkeitszufuhr, Inhalation, Perkussion und Vibration.
- Sauerstofftherapie: Überwachung der Flussrate, Befeuchtung und Kontrolle auf Sauerstofftoxizität.
Sauerstofftoxizität
Kann bei Konzentrationen über 60 % (nach 24 Stunden) auftreten. Symptome: Alveoläre Hypoventilation, Atelektasen, Lungenödem und Fibrose.
Pflege bei Sauerstofftherapie
Regelmäßige Kontrolle der Atemwege, Hautpflege an Kontaktstellen der Maske/Kanüle, Überwachung der Sauerstoffsättigung und psychologische Unterstützung des Patienten bei Angstzuständen.