Pflege-Leitfaden: Ernährung, Sonden und das Nierensystem

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Ernährungsformen und pflegerische Maßnahmen

Orale Ernährung: Der Patient behält die Fähigkeit zu essen, auch bei Schluckbeschwerden, und nimmt Nahrung durch den Mund auf.

Enterale Ernährung: Die Zufuhr erfolgt über eine Sonde, die von der Nase in den Magen oder den Zwölffingerdarm führt. Es werden spezielle Präparate oder zerkleinerte Nahrung verwendet.

Parenterale Ernährung: Die Nährstoffe gelangen direkt in das Kreislaufsystem mittels eines Katheters (tropfenweise). Hierbei werden ausschließlich pharmazeutische Präparate verwendet.

Patientenstatus und Empfehlungen

Abhängigkeit: Patienten können teilweise oder völlig abhängig sein. Lagerung: Empfohlen wird die Fowler- oder Semi-Fowler-Position. Erklären Sie dem Patienten den Vorgang, sorgen Sie für Mundhygiene und überprüfen Sie, dass keine Speisereste verbleiben.

Bronchiale Aspiration vermeiden

Eine Aspiration kann durch Dysphagie, die Krankheit selbst oder eine falsche Positionierung entstehen. Zur Vermeidung sollten folgende Maßnahmen ergriffen werden:

  • Anpassung der Ernährung und Vermeidung von zu flüssigen Speisen.
  • Langsames Essen und Beobachtung von Symptomen.
  • Sicherstellen, dass keine Nahrung im Mund verbleibt.
  • Beibehaltung der Fowler-Position für 30–60 Minuten nach der Mahlzeit.

Sondentypen und Anwendung

Nasoduodenalsonde: Einführung durch das Nasenloch bis zum Duodenum. Trinken ist möglich, es besteht jedoch ein Risiko für gastroösophagealen Reflux und bronchiale Aspiration. Maximale Liegedauer: 6–8 Wochen.

Nasengastrale Sonde (Magensonde): Von der Nase in den Magen, auch für Personen mit der Fähigkeit zu essen geeignet.

Indikationen und Material

Indikationen: Bewusste Patienten, funktionelle Magen- oder Speiseröhrenprobleme, Verabreichung von Medikamenten, Magenspülungen, Entfernung von Mageninhalt oder nach Bauchchirurgie.

Material für die Magensonde: Pflaster, Sonde, Gleitmittel, Wasser, Strohhalm, Handschuhe, Spritzen, Gaze, Stethoskop, Absauggerät, Kochsalzlösung.

Durchführung: Patienten in Semi-Fowler-Position bringen, Länge berechnen (Abstand Nase bis Ohrläppchen bis zum Schwertfortsatz/Xiphoid), distalen Teil der Sonde schmieren, Lage durch Aspiration von Mageninhalt oder Luftinsufflation prüfen.

Pflege und Komplikationen: Mobilisierung der Sonde durch Rotation, Fixierung, Mundpflege und Durchgängigkeit erhalten. Mögliche Komplikationen sind Durchfall, Austrocknung, Dislokation, Verstopfung oder Aufstoßen.

Rektalsonden und Einläufe

Rektalsonde: Einführung in den Mastdarm durch den After zur Verabreichung von Lösungen oder als Ausscheidungshilfe.

Reinigungseinlauf

Lösungen zur Stimulierung der Stuhlausscheidung. Typen:

  • Seifenwasser: Wasser (40 °C), ggf. mit etwas Öl.
  • Salzwasser: Wasser (35–40 °C).
  • Kommerzielle Lösungen: Hypertonische Natriumphosphat-Lösungen (30–40 °C).

Volumen (ml) nach Alter: Erwachsene: 700–1000 ml; unter 16 Jahren: 500–700 ml; unter 12 Jahren: 300–500 ml; unter 6 Jahren: 200–300 ml; Säuglinge: 150–250 ml.

Retentionseinlauf (Bleibeeinlauf)

Die Flüssigkeit verbleibt ca. 30 Minuten im Darm. Typen:

  • Öl-Einlauf: 150–200 ml Öl zum Aufweichen des Kots und Schmieren der Schleimhaut.
  • Medikamentös: Wirkstoffe werden über die Schleimhaut absorbiert.
  • Kontrasteinlauf: Verwendung von röntgendichten Substanzen.

Anatomie und Physiologie des Nierensystems

Funktionen: Ausscheidung von Abfallstoffen, Aufrechterhaltung des Blut-pH-Werts und Unterstützung der Homöostase.

Nieren: Bohnenförmig, ca. 140 g schwer und 12 cm groß, gelegen in den Lendengruben.

  • Nierenrinde: Äußere Schicht mit Glomeruli sowie proximalen und distalen Tubuli.
  • Nierenmark: Besteht aus 15–18 Nierenpyramiden, die den Urin zu den Nierenkelchen leiten.
  • Nierenbecken: Am Nierenhilus gelegen, fängt den Urin aus den Kelchen auf.

Harnleiter (Ureter): 15 cm lange Röhren aus glatter Muskulatur, die den Urin von den Nieren zur Blase leiten.

Blase: Speicherorgan für Urin in der Beckenhöhle.

Harnröhre (Urethra): Verbindung der Blase nach außen. Länge bei Frauen: 3,5 cm; bei Männern: 15–20 cm.

Der Prozess der Urinbildung

Das Nephron ist die funktionelle Einheit der Niere (kleine Filter in der Nierenrinde). Die Urinbildung erfolgt in drei Schritten:

  1. Filtration: Fast der gesamte Blutinhalt tritt aus dem Hilus in den proximalen Tubulus contortus über.
  2. Absorption und Resorption: Während der Passage durch die gewundenen Tubuli finden komplexe Austauschprozesse statt, um wichtige Stoffe zurückzugewinnen.

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