Pharmakokinetik: Elimination, Wirkspiegel und Rezeptoren

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Eliminationswege von Arzneimitteln

Die renale Elimination ist der wichtigste Weg der Medikamentenausscheidung, bei dem Stoffe über verschiedene Mechanismen der Niere ausgeschieden werden.

  • Enterohepatischer Kreislauf: Medikamente werden über die Galle in den Zwölffingerdarm abgegeben, wo die Galle zudem bei der Emulgierung von Fetten hilft.
  • Pulmonale Elimination: Die Schleimhaut der Atemwege dient der Beseitigung flüchtiger Substanzen, wie etwa bei volatilen Anästhetika oder Alkohol.
  • Elimination durch Drüsen: Insbesondere die Ausscheidung über die Brustdrüse ist relevant, da sie die Pharmakokinetik beim gestillten Kind beeinflussen kann.

Eigenschaften für die Ausscheidung

Kleine, ionisierte und fettlösliche Moleküle können Membranen leicht durch passive Diffusion durchdringen und werden so schneller aus dem Körper entfernt.

Therapeutische Breite und Wirkspiegel

  • Therapeutische Ebene (Minimal wirksame Konzentration): Die Konzentration, ab der ein Medikament seine therapeutische Wirkung entfaltet.
  • Therapeutische Breite: Der Bereich der Wirkstoffkonzentration, in dem eine hohe Wirksamkeit bei minimaler Toxizität für die meisten Patienten besteht.
  • Toxische Konzentration: Eine Plasmakonzentration, die über dem therapeutischen Bereich liegt und toxische Wirkungen verursacht.

Risiken bei geringer therapeutischer Breite

Das Intervall zwischen therapeutischer Ebene und Toxizität bestimmt die Sicherheit eines Medikaments. Je größer dieses Intervall, desto sicherer ist das Präparat. Medikamente mit geringer therapeutischer Breite müssen engmaschig überwacht werden.

Halbwertszeit und therapeutischer Index

Plasma-Halbwertszeit

Sie beschreibt die Wirkdauer eines Medikaments und ist definiert als die Zeit, in der die Plasmakonzentration des Wirkstoffs um die Hälfte abnimmt.

Therapeutischer Index

Er drückt das Verhältnis zwischen der effektiven Dosis (ED50) und der tödlichen Dosis (LD50) aus. Ein höherer therapeutischer Index bedeutet eine höhere Sicherheit, da das Risiko für toxische Wirkungen geringer ist.

Agonisten und Antagonisten

  • Agonisten: Binden an einen Rezeptor und lösen eine Antwort aus, die der körpereigenen Substanz ähnelt oder diese in der Intensität übertrifft.
  • Antagonisten: Blockieren die Bindungsstelle am Rezeptor und verhindern so die Wirkung der körpereigenen Substanz.

Arzneiformen und Wirkstofffreisetzung

  • Magensaftresistente Tabletten: Passieren den Magen unverändert und setzen den Wirkstoff erst im Darm frei. Sie dürfen nicht zerdrückt werden.
  • Filmtabletten: Der Überzug dient dem Schutz vor Licht und Feuchtigkeit sowie der Erleichterung des Schluckvorgangs.
  • Verzögerte Wirkstofffreisetzung: Diese oralen Darreichungsformen setzen den Wirkstoff kontrolliert im Darm frei.
  • Kontinuierliche Freisetzung: Komplexe Systeme, die über 8, 12, 24 oder 48 Stunden eine konstante Wirkstoffkonzentration im Blut aufrechterhalten.

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