Pharmakologie Grundlagen: Wichtige Konzepte für Pflege und Medizin

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Morphin und erhöhte Schläfrigkeit bei älteren Patienten

Bei älteren Menschen (wie auch bei Kindern) ist die hepatische Aktivität reduziert. Dies führt dazu, dass das Medikament länger braucht, um verstoffwechselt und aus dem Körper ausgeschieden zu werden. Diese verlängerte Verweildauer kann im Falle von Morphin zu erhöhter Schläfrigkeit führen, selbst wenn die Dosis der einer Person mittleren Alters entspricht.

Eigenschaften von Molekülen zur Überwindung physiologischer Barrieren

Arzneimittelmoleküle, die kleiner, nicht-ionisiert und fettlöslich sind, passieren Membranen leicht durch passive Diffusion. Auch sehr kleine, wasserlösliche Stoffe können die Zelle leicht durch Poren durchdringen.

Bedeutung der Plasma-Halbwertszeit für Pflegekräfte

Die Plasma-Halbwertszeit bestimmt die Häufigkeit und das Zeitintervall, in dem ein Medikament verabreicht werden sollte. Dieses Wissen ist essenziell, um die korrekte Dosis für den Patienten zu bestimmen und zu entscheiden, ob beispielsweise Infusionspumpen eingesetzt werden müssen.

Definition des First-Pass-Effekts

Wenn ein Medikament in den Körper gelangt, kann es auf vielfältige Weise abgebaut werden. Beim First-Pass-Effekt wird ein Teil der verabreichten Dosis inaktiviert oder zerstört, bevor sie die Zielzellen erreicht. Dies bedeutet, dass ein Großteil des Wirkstoffs sein Ziel niemals erreicht. Der wichtigste Aspekt ist der First-Pass-Metabolismus, der Substanzen betrifft, die oral verabreicht werden.

Was sind Prodrugs und wie werden sie angewendet?

Prodrugs sind zunächst inaktive Substanzen, die zum Zeitpunkt der Verabreichung keine pharmakologische Wirkung zeigen. Sie müssen metabolisiert werden, um sich in eine aktive Form umzuwandeln. Beispiele hierfür sind Enalapril und Losartan.

Eigenschaften von Molekülen, die leicht ausgeschieden werden

Moleküle, die wasserlöslich sind und im Körper in ihrer ionisierten Form vorliegen, werden leichter ausgeschieden.

Geringe therapeutische Breite: Definition und Risiken

Eine geringe therapeutische Breite bedeutet, dass der Bereich zwischen der üblichen therapeutischen Dosis und der toxischen Dosis sehr kurz ist. Das Risiko besteht darin, dass das Medikament schnell toxisch wird, wenn die therapeutische Dosis nur geringfügig überschritten wird oder wenn das Medikament länger als vorgesehen im Körper verbleibt.

Therapeutischer Index: Warum höhere Werte sicherer sind

Je höher der therapeutische Index (TI), desto größer ist der Sicherheitsabstand. Ein TI, der sich dem Wert 1 nähert, ist extrem klein und macht die Anwendung des Medikaments sehr gefährlich. Im Gegensatz dazu bedeutet ein Arzneimittel mit einem therapeutischen Index von 4, dass es ein sehr sicheres Medikament ist, da die vierfache effektive Dosis notwendig wäre, um eine toxische Wirkung zu erzielen.

Unterschied zwischen Filmtabletten und magensaftresistenten Tabletten

  • Filmtabletten (beschichtete Tabletten): Die Beschichtung dient dazu, den Wirkstoff vor Licht und Feuchtigkeit zu schützen und das Schlucken zu erleichtern.
  • Magensaftresistente Tabletten (Dragées): Diese passieren den Magen unverändert. Der Wirkstoff wird erst im Darm freigesetzt. Sie dürfen nicht zerdrückt werden.

Was ist eine Tablette mit verzögerter Freisetzung (Retard)?

Bei Tabletten mit verzögerter Freisetzung (Retard-Formen) beginnt die Wirkstofffreisetzung im Darm, nachdem die Tablette den Magen intakt passiert hat. Diese oralen Formen sind magensaftresistent. Sie widerstehen der Magensäure und zerfallen schließlich im Dünndarm. Sie werden verwendet, um Medikamente zu schützen, die durch Magensaft verändert würden, oder um die Magenschleimhaut vor Reizstoffen zu schützen. Die wirksame Freisetzung beginnt oft 2–4 Stunden nach der Verabreichung.

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