Die drei Phasen der Globalisierung: Geschichte und Merkmale

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Definition und historische Entwicklung der Globalisierung

Globalisierung beschreibt die zunehmende Verflechtung und Gravitation von finanziellen, wirtschaftlichen, ökologischen, politischen, sozialen und kulturellen Prozessen auf globaler, regionaler, nationaler und lokaler Ebene.

Historiker sind sich einig, dass die entscheidenden Schritte im Prozess der Globalisierung in den vergangenen 130 Jahren stattfanden.

Erste Phase der Globalisierung (1870–1913)

Die erste Phase der Globalisierung (ca. 1870 bis 1913) war gekennzeichnet durch:

  • Hohe Mobilität von Kapital und Arbeit.
  • Einen enormen kommerziellen Aufschwung, bedingt durch die Senkung der Transportkosten.
  • Wichtig: Diese Phase war nicht primär durch freien Handel geprägt.

Diese Phase wurde durch den Ersten Weltkrieg unterbrochen. Die darauf folgenden 1920er und 1930er Jahre waren durch die Unfähigkeit gekennzeichnet, die früheren Globalisierungstrends fortzusetzen, was zu einem deutlichen Rückgang der globalen Integration führte.

Zweite Phase der Globalisierung (1945–1973): Das Goldene Zeitalter

Nach dem Zweiten Weltkrieg begann eine neue Phase der globalen Integration (1945 bis 1973), oft als das „Goldene Zeitalter“ des Wachstums in industrialisierten Ländern bezeichnet. Diese Phase war geprägt durch:

  • Große Anstrengungen zur Schaffung kooperativer internationaler Finanzinstitutionen (z. B. das 1944 gegründete System von Bretton Woods).
  • Bemerkenswerte Ausweitung des Handels mit Industriegütern zwischen den entwickelten Ländern.
  • Existenz einer Vielzahl von Modellen für die wirtschaftliche Organisation.
  • Begrenzte Mobilität von Kapital und Arbeit.

Der Bruchpunkt in den frühen 1970er Jahren

Die zweite Phase endete abrupt in den frühen 1970er Jahren. Dieser Bruchpunkt war die Folge des Zerfalls des makroökonomischen Regulierungssystems von Bretton Woods, der ersten Ölkrise und der zunehmenden Mobilität des privaten Kapitals, die sich nach diesen Phänomenen intensivierte.

Dritte Phase der Globalisierung (ab ca. 1973)

Im letzten Viertel des zwanzigsten Jahrhunderts konsolidierte sich die dritte Phase der Globalisierung. Ihre Hauptmerkmale sind:

  • Die allmähliche Verbreitung des freien Handels.
  • Die zunehmende Präsenz transnationaler Unternehmen (TNCs) auf der Weltbühne, die in hochgradig integrierten Produktionsketten agieren.
  • Die Erweiterung und erhebliche Mobilität von Kapital.
  • Ein bemerkenswerter Trend zur Homogenisierung der Entwicklungsmodelle.

Das Paradoxon der Mobilität

Diese Phase nimmt auch das Fortbestehen großer Einschränkungen der Bewegungsfreiheit von Arbeitskräften auf. Dies ist der ultimative Ausdruck der unterschiedlichen Art des Verfahrens: freier Kapitalverkehr versus Mangel an Freiheit für die Mobilität der Arbeitskräfte.

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