Phasen der Planung und strategische Entscheidungsfindung
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Phasen der strategischen Planung
Die Phasen der Planung dienen jeweils als Grundlage für die nächste Phase:
- Evaluierung der derzeitigen Situation: Dies umfasst die Vorplanung und ist Teil der SWOT-Analyse.
- Festlegung der Ziele: Die Ziele werden von der obersten Hierarchieebene bis zur niedrigsten definiert. Zudem wird der Zeitraum bestimmt, in dem diese erreicht werden müssen.
- Planung unter Berücksichtigung zukünftiger Bedingungen: Erstellung einer Prognose über das politische, wirtschaftliche und technologische Umfeld, welches die Tätigkeit des Unternehmens beeinflusst.
- Festlegung der Strategie: Hier wird bestimmt, wie die Ziele erreicht werden sollen. Dies umfasst drei Phasen:
- Ermittlung von Handlungsalternativen: Identifizierung aller Wege von der derzeitigen Situation zur gewünschten Lage.
- Beurteilung der möglichen Vorgehensweisen: Bewertung der Alternativen anhand von Kriterien wie Rentabilität, Risiko und Ressourcen.
- Auswahl der Linie: Nach der Bewertung muss eine Alternative durch die Geschäftsleitung gewählt werden (dies ist der wichtigste Punkt).
- Zuweisung von Ressourcen: Entwicklung eines Haushaltsplans für jede Einheit sowie eines allgemeinen Gesamtplans.
- Umsetzung des Plans: Organisation des Unternehmens. Falls bereits Strukturen bestehen, werden Verantwortlichkeiten und Befehlsketten zugewiesen, um die Verantwortung für das Handeln zu übernehmen.
- Monitoring und Kontrolle: Es ist wichtig, die Situation zu überwachen und bei Abweichungen die zur Verfügung stehenden Rechtsmittel oder Korrekturmaßnahmen zu nutzen.
Management by Objectives (MBO)
Beim Management by Objectives werden Ziele für alle Einheiten der Organisation – sowohl individuell als auch kollektiv – gemeinsam genutzt, um die Effizienz der Einheiten zu messen.
Stufen des MBO-Prozesses
- Zielsetzung: Beteiligte Mitarbeiter setzen die Ziele zusammen mit den Direktoren fest. Die Ziele müssen SMART sein: spezifisch, relevant, messbar und erreichbar.
- Entwicklung von Aktionsplänen: Erstellung von Plänen zur Erreichung der gesetzten Ziele.
- Überwachung der Fortschritte: Prüfung, ob Ziele erreicht werden, und Einleitung von Maßnahmen für den Bedarfsfall.
- Leistungsbewertung: Analyse, inwieweit die Ziele in einem bestimmten Zeitraum erreicht wurden, und Festlegung der Ziele für die folgenden Jahre.
Vorteile und Grenzen des MBO
- Vorteile: Konzentration der Anstrengungen auf die Zielerreichung; die Ziele der Mitglieder stehen im Einklang mit dem Unternehmen; Übereinstimmung der Ziele auf allen Ebenen.
- Grenzen: Unflexibilität gegenüber der Umwelt; Gefahr unethischen Verhaltens nur zur Zielerreichung; hohe Bürokratie; potenzielles Ungleichgewicht zwischen operativen und strategischen Zielen.
Strategische Entscheidungen im Management
Aus den Ergebnissen getroffener Entscheidungen ergibt sich der Erfolg oder Misserfolg des Unternehmens. Das Management dieser Aktivitäten ist komplex und nicht rein intuitiv. Es erfordert:
- Erfahrung und Wissen
- Intuition und Kreativität
- Die Fähigkeit, Risiken einzugehen
Das Management muss ständig sowohl strategische Entscheidungen als auch Kontingenzentscheidungen treffen.
Der Prozess der Beschlussfassung
- Notwendigkeit für einen Beschluss bestimmen: Der Prozess beginnt mit der Anerkennung der Notwendigkeit, eine Entscheidung über ein Problem zu treffen.
- Problem evaluieren und Prioritäten festlegen: Da nicht alle Probleme gleichermaßen wichtig sind, wird mit den bedeutendsten begonnen.
- Ursachen des Problems bestimmen: Probleme lassen sich leichter lösen, wenn man deren Ursachen kennt.
- Mögliche Lösungen explorieren: Sammeln von Informationen und Prüfung von Lösungen, was oft Fantasie und Kreativität erfordert.
- Alternativen bewerten: Jede vorgeschlagene Lösung verursacht unterschiedliche Kosten.
- Wahl einer Lösung: Es wird die als am besten erachtete Lösung gewählt, die langfristig positiv oder negativ wirken kann. Daher müssen negative Auswirkungen und das Hauptziel des Unternehmens betrachtet werden.
- Implementierung: Die Gründe für die Entscheidung müssen den Personen, die sie ausführen, erläutert werden.
- Ergebnisse evaluieren: Überprüfung der Resultate nach der Anwendung.
Technische Hilfsmittel zur Entscheidungsfindung
Szenarien der „Kräfte der Natur“ liegen außerhalb der Kontrolle der Entscheider, beeinflussen aber deren Ziele. Je nach Informationsstand unterscheidet man:
- Status der Gewissheit: Der Zustand der Natur ist zu 100 % bekannt. Der Entscheider kennt die exakten Folgen (Beispiel: Zuweisung von Klassenräumen für Hochschulgruppen).
- Lage des Risikos: Die Folgen sind nicht sicher, aber die Wahrscheinlichkeiten der Ergebnisse sind bekannt (Beispiel: fehlerhafte Produkte in einem Herstellungsverfahren).
- Lage der Unsicherheit: Die Gewinnchancen der einzelnen Optionen sind völlig unbekannt (Beispiel: Krieg oder wirtschaftliche Krise).
Die Entscheidungsmatrix
Die Entscheidungsmatrix ist ein Werkzeug, um Informationen bezüglich eines Entscheidungsproblems darzustellen. Daraus lassen sich Kriterien zur Lagebeurteilung ableiten:
- Wahl der besten Alternative unter Risiko: Anwendung des Kriteriums des erwarteten Geldwertes.
- Evaluierung unter Unsicherheit: Wenn keine Wahrscheinlichkeiten zugewiesen werden können, gelten folgende Kriterien:
- Laplace-Kriterium: Annahme, dass alle Zustände gleich wahrscheinlich sind.
- Hurwicz-Kriterium: Messung des Optimismus des Entscheiders (Zahl zwischen 0 und 1). Formel: (Maximaler Ertrag × Optimismus) + (Minimaler Ertrag × [1 - Optimismus]).
- Wald-Kriterium (pessimistisch): Der Entscheider wählt die Alternative, die im ungünstigsten Fall das beste Ergebnis liefert (Maximin-Kriterium).
- Minimax-Kriterium: Wahl der Alternative mit den niedrigsten der größten Verluste (Verlustmatrix).
- Maximax-Kriterium (optimistisch): Wahl des bestmöglichen Ergebnisses über alle Alternativen hinweg.
- Savage-Niehans-Kriterium: Regel der Minimierung des Bedauerns (Opportunitätskosten), um die optimale Strategie nicht zu verpassen.
Der Entscheidungsbaum
Ein Baumdiagramm stellt die Abfolge von Entscheidungen über die Zeit und ihre Folgen grafisch dar:
- Quadrate: Entscheidungspunkte.
- Kreise: Unsicherheit oder Zufallsereignisse.
- Dreiecke: Ergebnisse oder Konsequenzen.
- Linien/Zweige: Strategien und Handlungswege.