Die Philosophie des Heiligen Augustinus

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1. Beziehungen zwischen Glaube und Vernunft

Im Prinzip sind Glaube und Vernunft zwei gegensätzliche Konzepte:

  • Glaube: Vertrauen auf das, was wir nicht sehen. Er bildet die Grundlage für eine Theorie, die es zu beweisen gilt.
  • Vernunft: Basiert auf Experimenten und logischen Demonstrationen.

Der heilige Augustinus versucht, Glaube und Vernunft in Einklang zu bringen. Er möchte die Menschen davon überzeugen, dass die christliche Religion die beste ist, und liefert Argumente für Gläubige. Dabei bestimmt der Glaube die Vernunft, da der Glaube notwendig ist, um die Welt in der rechten Weise zu untersuchen. Die Vernunft kann niemals im Widerspruch zum Glauben stehen. Der Glaube ist der Vernunft überlegen, da das menschliche Potenzial begrenzt ist, während das Vertrauen in Gott unbegrenzt bleibt.

2. Erkenntnis und der Mensch

Für Augustinus ist der Mensch nach dem Ebenbild Gottes geschaffen. Seine Theorie beginnt mit der Schöpfung durch Gott:

  • Der Sündenfall: Adam und Eva lebten im Paradies, bis sie sich als freie Wesen entschieden, von der verbotenen Frucht des Baumes der Erkenntnis zu essen, woraufhin sie vertrieben wurden.
  • Die Sünde: Augustinus erklärt, dass Sünden entstehen, weil der menschliche Verstand unvollkommen ist und sich für böse Handlungen entscheiden kann.
  • Die Rolle der Kirche: Da der Mensch nicht perfekt ist, benötigt er die Kirche und die Sakramente, um den Pfad des guten Benehmens zu finden. Die Vernunft muss dabei helfen, ein Verhalten zu wählen, das im Einklang mit unserer Natur steht.
  • Seele und Erkenntnis: Augustinus ist stark vom Neuplatonismus beeinflusst. Ähnlich wie bei Platon, bei dem die Ideen in der Seele ruhen, lehrt Augustinus, dass Gott in der Seele präsent ist. Durch einen inneren Dialog zwischen Körper und Seele gelangen wir zu wahrem Wissen.

3. Die Stadt Gottes

In seinem Werk „De Civitate Dei“ (Vom Gottesstaat) entwirft Augustinus eine Theologie der Geschichte, die zwischen zwei Zuständen des Geistes unterscheidet:

  • Die Stadt des Teufels (Ort des Bösen): Sie ist geprägt von Egoismus und der Erfüllung eigener Begierden. Augustinus identifiziert sie mit Babylon, da ihre Gesetze heidnisch sind und die christliche Religion korrumpieren.
  • Die Stadt Gottes: Sie ist auf Gott ausgerichtet und wird mit Jerusalem identifiziert. Es ist eine Modellstadt, in der Güte und Gerechtigkeit herrschen.

Das Verhalten des Einzelnen entscheidet darüber, in welcher „Stadt“ er lebt. Ein religiöser Mensch lebt in der Stadt Gottes, indem er eine religiöse Haltung einnimmt, die unabhängig von den weltlichen Gesetzen der Stadt des Teufels ist.

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