Die Philosophie des Heiligen Augustinus: Schöpfung, Übel und Skepsis

Eingeordnet in Philosophie und Ethik

Geschrieben am in Deutsch mit einer Größe von 3,86 KB

Gottes Schöpfung, das Übel und die menschliche Natur

Gottes Schöpfung und die Entstehung des Übels

Gott erschafft die Welt *ex nihilo* (ohne jedes andere Element) und nur aus Liebe, um den Geschöpfen die Güte mitzuteilen, die er besitzt, sodass sie an seiner eigenen Vollkommenheit teilhaben. Das Übel entsteht, weil der Mensch sich der Materie zuwendet, nicht weil das Material, das Gott geschaffen hat, schlecht ist. Das Böse ist die Negation der Liebe zu Gott.

Das physische Übel ist das Ergebnis der Erbsünde, also eine Folge des moralischen Bösen.

Der Mensch als Abbild der Dreifaltigkeit

Wir Menschen sind nach dem Bild unseres Schöpfers geschaffen. Dieses Bild ist die ewige Wahrheit, die ewige und wahre Liebe. Wir können zu dieser Wahrheit zurückkehren, sodass unsere Liebe nicht mehr stirbt, wir keine Fehler mehr machen und unsere Liebe nichts Böses mehr enthält.

Diese Fähigkeit zur Rückkehr zu Gott, die der dreifachen Natur Gottes entspricht, ist in der dreifachen Form der menschlichen Natur als Abbild Gottes eingeschrieben:

  • *„Ich bin, ich weiß, ich liebe.“*
  • *„Ich bin und ich weiß, ich weiß, dass ich bin und ich will, ich will zu sein und zu wissen.“*

In diesen drei Dingen sind Leben, ein Leben und ein Wesen untrennbar miteinander verbunden. Die Unterscheidung ist untrennbar miteinander verbunden, und doch existiert sie.

Gott hat den Menschen dafür geschaffen, aber der Mensch kann von sich und der Sünde abweichen. Die Verfassung des Menschen als Ebenbild Gottes gibt ihm die Möglichkeit, Gott zu erreichen, aber keine Garantie.

Augustinus und die Widerlegung des Skeptizismus

Die Herausforderung des Skeptizismus

Der Skeptizismus besteht aus zwei Teilen:

  1. Einem *theoretischen* Teil: Eine Erkenntnistheorie, die besagt, dass kein gesichertes Wissen möglich ist.
  2. Einem *praktischen* Teil: Eine Haltung, die keine Meinung vertritt, den Versuch beendet und dadurch **Ataraxia** (Gelassenheit) erreicht.

Das Motto der skeptischen Bewegung lautet: **„Nichts ist mehr.“** Der Skeptiker definiert sich als Wahrheitssucher, sagt jedoch, es sei unmöglich, eine endgültige Wahrheit zu finden. Seine Hauptaufgabe ist es, die Argumente der Dogmatiker zu zerstören.

Die innere Suche nach der Wahrheit

Aufgrund seiner neuplatonischen Ausrichtung verteidigt der heilige Augustinus die Wahrheit. Diese muss nicht draußen in der Welt durch die Sinne angestrebt werden, sondern beim Nachdenken blickt man in sich selbst: Man soll sich nicht nach außen wenden, sondern zu sich selbst.

Sein Denken, basierend auf dem Begriff der Wahrheit, kommt zu dem Schluss: **Die Wahrheit ist Gott.**

Der Gedanke, dass die Wahrheit bei den Beweisen selbst beginnen muss, ist entscheidend. Nur so können die Zweifel der Skeptiker der Neuen Akademie überwunden werden. Augustinus betont: *„Alle Geister [erkennen] sich mit absoluter Sicherheit.“* Das Selbstbewusstsein ist der unwiderlegbare Ausgangspunkt:

„Wir sind uns bewusst, dass wir sind, und wir lieben dieses Sein und dieses Wissen.“

Wer an der Wahrheit zweifelt, beweist, dass der Zweifel wahr ist, d. h., dass er lebt und denkt. Im Zweifel selbst liegt also eine Gewissheit, und der Zweifel führt zur Wahrheit.

Die Suche geht von außen (Dinge) nach innen (Seele). Bei dieser Entdeckung von Wahrheiten lehnte Augustinus die platonische Erinnerung (*Anamnesis*) und die Seelenwanderung ausdrücklich ab. Die innere Suche endet somit in einer Aufwärtsbewegung der Seele zu Gott.

Augustinus und Descartes

Der heilige Augustinus nimmt Descartes mit seinem ***„Si fallor, sum“*** (Wenn ich mich irre, bin ich) vorweg. Im Gegensatz zu Descartes war Augustinus jedoch nicht primär an der Frage interessiert, ob die Außenwelt wirklich existiert oder nicht.

Verwandte Einträge: