Philosophie und Wissenschaft: Formen des Denkens und der Rationalität
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Das archaische Denken und seine Merkmale
Das archaische Denken: Die Welt und ihre Geschehnisse stellten Rätsel dar. Die Tatsache, dass der Mensch Entscheidungen treffen musste, wurde erst vor 2500 Jahren gelöst, indem er Instrumente wie Glaube, Fantasie und den Wert der Tradition nutzte.
Besonderheiten des archaischen Denkens
- Unbegründet: Es machte begrenzte, unbegründete Behauptungen ohne jeglichen Nachweis.
- Unkritisch: Es lieferte keine Begründung, erklärte oder analysierte seine eigene Methodik nicht.
- Anthropomorph: Es erklärte die Welt, indem frühe Menschen ihre eigenen Motivationen und Erfahrungen auf sie projizierten.
- Emotional gebunden: Da alle Fakten als von Göttern geschaffen galten und in direkter Beziehung zum Menschen standen, war eine objektive Erklärung unmöglich.
Aufgrund dieser Eigenschaften analysierte das archaische Denken keine Fakten und Konzepte, die in der Theorie definiert und aufeinander bezogen werden können, sondern sah die Ursache in Geistern oder Göttern.
Der Übergang zum rationalen Denken
Das rationale Denken entstand, als man aufhörte, an Mythen zu glauben. Eine Reihe von Menschen begann, die Vernunft als zentralen menschlichen Wert zu betrachten und sie zu nutzen, um sich selbst, die Natur und die gestellten Rätsel zu interpretieren.
Philosophie und Wissenschaft: Unterschiede
Die Philosophie befasst sich mit der Totalität der Wirklichkeit als Ganzes. Die Wissenschaften hingegen untersuchen Teilbereiche dieser Realität.
Die frühen rationalen Schlussfolgerungen basierten oft nur auf der Vernunft, ohne die Beobachtungen der Sinne zu berücksichtigen. Um die Natur und die Realität zu untersuchen, wurde die sogenannte experimentelle Methode eingeführt. Diese Methode basiert ebenfalls auf der Vernunft, jedoch nicht auf Ideen über die Dinge, sondern auf der Beobachtung und dem Versuch, die beobachteten Tatsachen zu rationalisieren.
Besondere Merkmale der philosophischen Reflexion
- Liebe zum Wissen (Wissbegierde): Wie Sokrates sagte, ist die Philosophie nie zufrieden. Man will immer mehr wissen, ist immer fragend. Daher der berühmte Satz: „Ich weiß, dass ich nichts weiß.“
- Universalität: Sie befasst sich mit der Totalität der Realität. Es gibt kein Problem, das der Philosophie fremd wäre (philosophische Fragen sind immer mit dem Wert der Dinge, ihrem Sinn oder ihrem Fehlen verbunden).
- Kritisch: Sie hinterfragt unsere üblichen, nicht diskutierten Annahmen.
- Radikal: Sie fragt nicht, wie die Dinge funktionieren, sondern nach ihrem Wert und ihrem Sinn.
- Streng, aber ohne Überprüfbarkeit.
Besondere Merkmale des wissenschaftlichen Wissens
- Intersubjektiv und übertragbar: Jede Person, die über die notwendigen Mittel verfügt, kann die Experimente, auf denen wissenschaftliche Theorien basieren, durchführen.
- Regional/Sektoral: Befasst sich mit Teilbereichen der Realität (z. B. den Sternen).
- Kritisch, aber nimmt Dinge als gegeben: Nutzt eine Methodik zur Analyse und Reduktion eines Sektors der Wirklichkeit, um daraus die Realität, die als Ausgangspunkt diente, zu synthetisieren oder zu rekonstruieren.
- Nützlich zur Handhabung: Das Wissen ermöglicht es, in die Natur einzugreifen und sie zum eigenen Nutzen zu manipulieren.
- Rigoros und verifizierbar.
Reflexion über die Rationalität
Wissenschaftliche Rationalität
Ziel der Wissenschaft ist es, die Wirklichkeit zu verstehen, vorherzusagen, was passieren wird, und, wenn möglich, einzugreifen.
Philosophische Rationalität
Philosophische Aussagen sind rational, sofern sie sich auf Argumente stützen und die Grundlagen und Gründe berücksichtigen, warum man auf eine bestimmte Weise glaubt.
Die Philosophie reflektiert über den Fortschritt der Wissenschaft. Die Wissenschaft wiederum dient der Philosophie als Ausgangspunkt für ihre Überlegungen.
Formale Wissenschaften und Methoden
Die formalen Wissenschaften
Mathematik und Logik sind die einzigen formalen Wissenschaften, die sich nicht auf Fakten beziehen. Viele Methoden basieren auf Axiomen, deren Wahrheit offensichtlich ist und die keines Beweises bedürfen.
Die Mathematik
Die Mathematik besteht aus deduktiven Systemen, die durch Konsistenz gekennzeichnet sind. Diese Systeme setzen sich aus einer kleinen Anzahl von Axiomen zusammen, aus denen eine Reihe von Sätzen abgeleitet wird. Wenn diese Sätze nicht zu Widersprüchen führen, handelt es sich um ideale Systeme, die durch Kohärenz gekennzeichnet sind.
Die experimentelle Methode
Die experimentelle Methode beginnt mit der Beobachtung von Tatsachen. Es folgt die Aufstellung von Hypothesen, die die beobachteten Tatsachen erklären sollen. An dritter Stelle steht die Anwendung mathematischer Systeme, um die Hypothesen weiterzuentwickeln und die daraus resultierenden Konsequenzen zu entdecken. Sie endet mit dem Experiment, das überprüft, ob die entdeckten Konsequenzen in der Realität eintreten.
Anderer Aspekt?
Thema 3: Praktische Rationalität
Die praktische Rationalität umfasst alle Probleme der moralischen Sprache, des moralischen Verhaltens des Menschen, des Lebens, der Kultur und der Politik.
Philosophie und praktische Rationalität
Die Philosophie reflektiert weiterhin über Ethik, Ökonomie, Technologie und Politik, auf der Suche nach einem möglichen Glück für alle und Gerechtigkeit, die mit allen gegenwärtigen und zukünftigen Bewohnern dieses Planeten geteilt wird.
Vernunft und Leben: Die Moral des Intellektualismus
Wenn ein Mensch weiß, was gut ist und was zu tun ist, wird er sich unweigerlich gut verhalten.
Relativität von Gut und Handeln
Im Gegensatz zu einem beweisbaren Axiom in der ethischen Theorie führt diese nicht zwangsläufig zu einer damit übereinstimmenden moralischen Praxis, da Menschen auch Böses tun. Ethik ist kein geometrisches System, das durch Axiome und Theoreme beweisbar ist. Vielmehr haben Wünsche, Leidenschaften und Neigungen einen entscheidenden Einfluss auf die moralische Wahl aller Menschen. Um moralisch gut zu leben, ist es notwendig, dass der Mensch mit diesen Aspekten vertraut ist und vor allem in der Lage ist, seine primitiven Impulse zu kontrollieren.
Besser denken, besser leben (Ethische Intelligenz)
Besser zu denken bedeutet komplexere Argumentation, die auch bei speziellen technischen Problemen eine spezielle Berufsvorbereitung erfordert. Hier kommt die sogenannte ethische Intelligenz ins Spiel: die Einführung moralischer Werte beim Denken und Handeln.
Die Notwendigkeit praktischer Überlegung
Denken und philosophische Reflexion sind der angemessene Rahmen, um persönliche Wünsche und Lebenspläne zu internalisieren. Die praktische Rationalität, die in der Moralphilosophie, Sozialphilosophie und politischen Philosophie ausgeübt wird, kann helfen, besser zu denken und die Ziele im Leben bestmöglich auszurichten.
Das gute Leben: Individuell und kollektiv
Das gute Leben ist individuell und kollektiv; es ist eine persönliche und soziale Angelegenheit. Der Mensch ist am moralischen und politischen Leben beteiligt, auch wenn er nicht professionell in dieses Projekt eingebunden ist.
Glück, Freude und Schmerz (nach Aristoteles)
Nach Aristoteles ist Glück nicht für alle Menschen dasselbe. Was die einen glücklich macht, finden andere schmerzhaft und traurig. Glücklichsein bedeutet nicht nur die Erfüllung biologischer Bedürfnisse, sondern findet vor allem im Geistigen und Theoretischen statt.
Glück kann nicht ohne ein Minimum an Würde für alle Menschen und ein Minimum an individueller Freiheit existieren, damit jeder sein Leben planen und entwickeln kann.
Glückliche Individuen und Gemeinschaften
Die Debatte zwischen theoretischer und praktischer Philosophie spiegelt das große Dilemma der heutigen Praxis wider: das Dilemma zwischen Glück für einige und Gerechtigkeit für alle.
Die Menschen leben in Gesellschaften, die durch rechtliche und moralische Gesetze sowie durch soziale Bräuche und Traditionen geregelt werden. Sie stehen unter der Kontrolle eines Staates, der seine Zwangsgewalt rechtmäßig ausüben kann.
Rousseau und die Demokratie
Rousseau war der Ansicht, dass die Demokratie, die formale Gleichheit von Rechten und Freiheiten, beschränkt sei, wenn der Rechtsweg offenstehe, um Ungleichheit der Herkunft zu fördern. Die Souveränität des Volkes schien Rousseau ein legitimes und legales Mittel zu sein, um allen Bürgerinnen und Bürgern gleiche Rechte und politische Freiheiten zu gewährleisten.
Libertärer Kommunismus und Anarchismus
Im libertären Kommunismus des Anarchismus des neunzehnten Jahrhunderts wird der Mensch primär als freies, vernünftiges Individuum betrachtet, das in Freiheit leben und mit seinen Kollegen zusammenarbeiten kann.
Thema 4: Existenzielle Fragen und die Natur von Problemen
Existenzielle Fragen
Unter all den Fragen, die der Mensch aufwirft, sind jene am wichtigsten, die sich darauf beziehen, was man mit seinem Leben tun soll und wie man es mit anderen teilt. Diese werden existenzielle Fragen genannt: jene, die den Menschen selbst infrage stellen und seine Existenz betreffen. Solche Fragen sind wesentlich, um das Leben selbst zu leben.
Denken und Argumentation
Denken ist nicht dasselbe wie Argumentation. Vernünftig zu sein bedeutet, sich an die Realität anzupassen, Ordnung zu schaffen und sich Regeln zu unterwerfen.
Eine Person, die umsichtig handelt, handelt vernünftig, da sie alle Elemente einer bestimmten Situation berücksichtigt.
Die Philosophie hilft, Vernunft, Begriffe und Sätze zu verbinden, um Handlungen zu bestimmen.
Argumentation ist eine notwendige Aktivität, um eine radikale Gewissheit zu erreichen, die es erlaubt zu wissen, was man im Leben erwarten kann.
Andere Denkweisen
Die Menschen haben nicht immer die Vernunft genutzt, um zu wissen, was sie erwarten sollen. Ihre Gedanken waren mit Glauben, Fantasie und dem Wert der Tradition verbunden, aber nicht mit der Vernunft.
Die Natur eines Problems
Ein Problem ist eine Schwierigkeit oder eine Sache, die gelöst werden muss. Der Mensch muss denken, weil er die Realität als problematisch wahrnimmt. Nicht die Realität selbst ist problematisch, sondern die Art und Weise, wie sie wahrgenommen wird.
Probleme haben in der Regel die Form von Fragen, obwohl viele Fragen nicht versuchen, Probleme zu lösen. Eine gut gestellte Frage ist bereits weitgehend ein gelöstes Problem.
Verschiedene Arten von Problemen
- Subjektive Probleme: Wenn versucht wird, eine Schwierigkeit zu lösen, die den Einzelnen betrifft.
- Objektive Probleme: Wenn die Sache eine Herausforderung an sich darstellt.
- Theoretische Probleme: Solche, die den Geltungsbereich der Realität betreffen (wissenschaftliche, technische...).
- Praktische Probleme: Solche, die sich auf das Verhalten beziehen.
Philosophische Probleme
Philosophische Probleme sind theoretische und praktische Probleme, welche drei Merkmale aufweisen:
- Sie beziehen sich nicht auf materielle Gegenstände.
- Sie beinhalten die Möglichkeit von Reaktionen oder beeinflussen sich gegenseitig.
- Sie betreffen Bereiche, die den Menschen im Allgemeinen und jeden Einzelnen im Besonderen beschäftigen.
(Fehlt eine dieser drei Eigenschaften, liegt kein philosophisches Problem vor.)
Grenzen der Fragen
Die Axiome der formalen, natürlichen und experimentellen Wissenschaften beruhen auf Annahmen, die in bestimmten Fällen nicht auftreten, und alle bergen eine Fülle von Fragen und Antworten. Aber die Fragen der Wissenschaft haben eine Grenze, während die Philosophie keine Grenze hat.
Fragen dienen dazu, Informationen über bestimmte Themen oder Probleme zu erhalten, sie zu verstehen und zu kontrastieren.