Die philosophischen Grundlagen der Patristik: Glaube und Vernunft
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Der Aufstieg des Christentums und die Patristik
Kultureller Wandel und religiöse Strömungen im Römischen Reich
Die Entstehung des Christentums im Römischen Reich fand in einer Zeit des tiefgreifenden kulturellen Wandels statt. Dieser Wandel war gekennzeichnet durch den Aufstieg östlicher, monotheistischer Religionen, die sich gegen den Götzendienst manifestierten. Die erhöhte Unsicherheit und der Mangel an Arbeitskräften im Reich förderten die religiösen Gefühle der Menschen.
In dieser Epoche kreuzten sich philosophische Strömungen mit religiösen Bewegungen, was sich auf zweierlei Weise zeigte:
- Die Schaffung eines Gedankengebäudes, das Elemente aus verschiedenen Quellen zusammenführt, jedoch ohne ein klares Kriterium (Synkretismus).
- Die selektive Übernahme dessen, was als das Beste aus jedem Strom erachtet wurde, basierend auf einem bestimmten Kriterium.
Die philosophischen Neuerungen des christlichen Denkens
Als sich das Christentum ab dem 2. Jahrhundert auszubreiten begann, nutzten christliche Autoren die Methoden der zeitgenössischen Kultur. Obwohl sie dieselben Methoden verwendeten, betonten sie stets die Unterschiede zwischen ihrem Denken und der hellenischen Welt.
Zu den wichtigsten Neuerungen des christlichen Denkens gehören:
- Die Schöpfung aus dem Nichts (Creatio ex Nihilo): Diese Idee war für die antike Philosophie unvorstellbar, da sie davon ausging, dass nichts aus dem Nichts entstehen kann.
- Die lineare Geschichtsauffassung: Im Gegensatz zur zyklischen griechischen Auffassung bietet das Christentum eine lineare Vision der Geschichte, in der Gott den gesamten Prozess leitet.
Glaube und Vernunft: Die Notwendigkeit der Philosophie
Trotz der kulturellen Unterschiede und der unterschiedlichen Annäherung an die Wirklichkeit bestand die Notwendigkeit, die Botschaft der Erlösung, die den Christen in der Offenbarung gegeben wurde, zu vermitteln. Man suchte nach Wegen, diese Nachricht für andere Menschen verständlich zu machen. Daraus ergab sich die Notwendigkeit der Philosophie für das Christentum, da die Philosophie als eine auf die Vernunft bezogene Rede dargestellt wird, während das Christentum auf einer offenbarten Sprache basiert.
Ein Problem, das sich konstant durch die Geschichte zieht, ist die Frage des Verhältnisses zwischen Glaube und Vernunft.
Wichtige nicht-christliche philosophische Bewegungen
Die wichtigsten nicht-christlichen philosophischen Bewegungen dieser Zeit waren:
- Stoizismus: Die Suche nach innerem Glück und Seelenruhe.
- Gnosis: Ein kulturelles, philosophisches und religiöses Phänomen, das sich vom 1. bis zum 3. Jahrhundert entwickelte und auf Vernunft, Offenbarung und mystischer Vereinigung beruhte.
- Neuplatonismus: Diese Strömung war sehr wichtig, da sie das Christentum begünstigte, indem sie platonische Konzepte in seine Grundlehre integrierte.
Die Entwicklung der christlichen Philosophie (Patristik)
Die christliche Philosophie ist das Ergebnis eines langen Bildungsprozesses, der mehrere Phasen durchlief:
- Das Neue Testament: Interner Charakter, der das Leben Jesu und die Apostelgeschichte den Gläubigen näherbringt.
- Die Apologeten: Verteidigung des Glaubens gegenüber der Außenwelt.
- Die Kirchenväter (Patristik): Die Autoren verwendeten zwei Sprachen: Griechisch und Latein.