Phonologische Prozesse im Deutschen: Auslautverhärtung, Umlaut und Lautverschiebung

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Auslautverhärtung

Unter Auslautverhärtung versteht man das Stimmloswerden stimmhafter Obstruenten im Silbenauslaut. Konsonanten wie b, d, g, v, s /z/ werden im Auslaut als p, t, k, f, s stimmlos ausgesprochen. Dies ist eine grundlegende und produktive phonologische Regel, das heißt, dass diese Regel z.B. auch für neue Wörter und Phoneme gültig ist (wie bei der Fremdwortintegration von Klub, Trend, Standard, etc.). Beispiel: mhd. tac – nhd. Tag.

Umlaut-Phänomene

Primärumlaut

Als Primärumlaut verstehen wir die Umlautung von a > e in ahd. Zeit, unter dem Einfluss eines i oder j in der darauffolgenden Silbe. Es handelt sich also um eine Assimilation.

Sekundärumlaut

Beim Sekundärumlaut gibt es diese Umlauthinderungen nicht mehr und auch das i oder j braucht nicht mehr unbedingt in der darauffolgenden Silbe zu liegen. Er tritt also viel öfter ein und auch viele andere Vokale sind davon betroffen.

Lautwandel und Lautverschiebung

Lautverschiebung

Mit Lautverschiebung werden bestimmte Lautwandel-Phänomene bezeichnet.

1. Lautverschiebung (Grimm)

Jacob Grimm beschrieb die erste Lautverschiebung. Diese muss vor dem Kontakt mit den Römern abgeschlossen gewesen sein, denn lateinische Lehnwörter haben diese Entwicklung nicht mitgemacht. Die Verschiebungen waren:

  • p > v
  • t > d
  • k > h

2. (Deutsche Lautverschiebung)

Die Deutsche Lautverschiebung (ca. 500 n. Chr.) führte aus den südlichen westgermanischen Dialekten zur althochdeutschen Sprache. Die Veränderungen umfassten:

  1. p > pf, t > (t)z, k > kch (im Anlaut, in der Germination und Verdoppelung sogl., im In- und Auslaut nach l, r, m, n)
  2. p > ff (f), t > zz (z), k > hh (im Inlaut zwischen Vokalen, im Auslaut nach Vokalen)
  3. b > p, d > t, g > k (im ALTHOCHDEUTSCH)

Das scharfe ß

Das ß ist ein Buchstabe, der tatsächlich nur in der deutschen Sprache vorhanden ist. Seine Form leitet sich aus der gotischen Schrift her, wo das sogenannte „scharfe s“ aus einem langen s plus einem z gebildet wurde (vermutlich als 3). Nach langem Vokal und Diphthong wird â geschrieben. Nach kurzem Vokal steht ss.

Umlaut (Allgemein)

Der Umlaut bezeichnet eine bestimmte Art der Palatalisierung in germanischen Sprachen, um Wörter sozusagen mundgerechter zu machen und die Distanz von einem Vokal zum anderen zu verkürzen. Beim allgemeinen Übergang zur lateinischen Schrift wurden aus dem gotischen aufgesetzten n ( ˜ ) zwei Striche ( ¨ ). Die wenigsten Schreibmaschinen oder Computertastaturen erlauben es, den deutschen Umlaut (zwei kleine Striche) vom Trema (zwei Punkte) zu unterscheiden.

sch-Laut

Schon im frühmittelhochdeutschen entwickelt sich die Konsonantenkombination sk zu einem neuen Phonem /ʃ/, das im Deutschen geschrieben wird. Diese Buchstabenkombination ist ein sogenannter Trigraph, der für einen stimmlosen postalveolaren Spiranten benutzt wird. Beispiel: fisk > Fisch.

Mundarteneinteilung nach 2. Lautverschiebung

Durch die Entwicklung entstand eine deutlich erkennbare Trennung in ein hochdeutsches (oberdeutsches und mitteldeutsches) Gebiet, in dem die Veränderungen weitgehend (oberdeutsch) oder teilweise (mitteldeutsch) eingetreten sind, und in ein niederdeutsches Gebiet, in dem sie sich nicht durchgesetzt haben. Die Gebiete sind: Oberdeutsch, Mitteldeutsch, Niederdeutsch.

Apokope und Synkope

Bei der Apokope fällt am Ende eines Wortes ein Buchstabe oder gar eine ganze Silbe weg. Unter Synkope versteht man in der Sprachwissenschaft den Prozess des Ausfalls unbetonter Vokale im Inneren eines Wortes. Apokope und Synkope sind nur in Nebensilbenvokalen möglich.

Gemination

Gemination ist die Verdoppelung von Konsonanten im Wort.

Hauptfaktoren der Sprachentwicklung

Hauptfaktoren für die Entwicklung der Sprache:

  • ahd: Übersetzung aus dem Lateinischen ins Deutsche (religiöse Texte)
  • mhd: Rittertum (Texte über Rittertum, höfische Literatur)
  • fnhd: Städte, Bürgertum – die Schulen, die Universitäten (viele Leute konnten lesen, Entwicklung der Literatur, Latein und Griechisch sind nicht mehr so aktuell)
  • nhd: Französisch ist wichtig (Französische Revolution)

Merkmale des Althochdeutschen (AHD)

Merkmale des AHD:

  • Ohne „sch-Laut“
  • th > d (z.B. thin-dein)
  • uu > w (z.B. uuilo-wille)
  • hh normalerweise nur in der Mitte des Wortes als -ch
  • z (z.B. na kontse) > s
  • Vollklingende Vokale in unbetonten Silben (z.B. himile, inti=und)
  • F am Anfang des Wortes statt V (z.B. Fater)

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