Pidgin & Kreol: Sprachtheorien, Paralinguistik
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Pidgin
Pidgin: Eine Hilfssprache (linguistisch betrachtet), die als Ergebnis des Kontakts zwischen Gruppen entsteht, die verschiedene Sprachen sprechen und miteinander kommunizieren müssen. Pidginsprachen sind zunächst instabil und können stark vereinfacht oder von Umgangssprache (Slang) geprägt sein. Werden sie dauerhaft gebraucht und von Kindern als Erstsprache übernommen, können stabile Varietäten oder Kreolsprachen entstehen. In vielen historischen Fällen entwickelten sich Pidgins und Kreole im Zusammenhang mit Sklaverei und europäischer Kolonisierung.
Kreolsprachen
Kreol (Crioulo): Eine aus einem Pidgin hervorgegangene Sprache, die nun Muttersprachler hat. Die meisten Kreolsprachen teilen eine Reihe sprachlicher Besonderheiten, obwohl sie sich an verschiedenen geografischen Orten entwickelt haben und unterschiedliche Superstrate und Substrate aufweisen.
Typische Merkmale (Beispiele):
- Verben in Serie: Mehrere Verben in einer Folge, wobei ein Verb die Hauptaktion ausdrückt und weitere Verben zusätzliche Bedeutungen markieren.
- Satzstellung: Häufig SVO (Subjekt–Verb–Objekt).
- Double-Object-Konstruktionen: Konstruktionen mit zwei Objekten sind möglich.
Monogenese (Monoxénese)
Monogenese: Die Theorie, dass die menschliche Sprache einen einzigen Ursprung in Raum und Zeit hat. Nach dieser Hypothese würden alle heute gesprochenen Sprachen letztlich von einer einzigen Gruppe von Homo sapiens abstammen, die die artikulierte Sprache irgendwo in Afrika entwickelt hat.
Polygenese, Kontinuität und Diskontinuität
Polygenese (polixénese): Die Gegenposition zur Monogenese; sie besagt, dass Sprache an mehreren Orten und zu unterschiedlichen Zeiten unabhängig entstanden sein könnte.
Kontinuitäts-Theorie: Nach dieser Auffassung entwickelte sich die menschliche Sprache graduell aus Kommunikationssystemen, die auch bei anderen Primaten vorkommen könnten, etwa aus einem gemeinsamen Rufsystem und verwandten Verhaltensweisen.
Diskontinuitäts-Theorie: Diese Theorie betont die qualitative Differenz zwischen menschlicher Sprache und tierischer Kommunikation. Demnach ist menschliche Sprache in ihren Eigenschaften deutlich anders als die lautlichen Signale anderer Tiere (z. B. Schmerzensrufe, Schreien, Weinen von Kleinkindern) und stellt einen evolutionären Sprung dar.
Eigenschaften der menschlichen Sprache
Wesentliche Eigenschaften:
- Verwendung des vokal-auditiven Kanals
- Willkür (Arbitrarität zwischen Form und Bedeutung)
- Semantik (Bedeutungszuweisung)
- Kulturelle Überlieferung
- Spontaner Gebrauch
- Verschiebung (Displacement): Bezug auf zeitlich oder räumlich entfernte Dinge
- Dualität der Struktur (Lautebene und Bedeutungsebene)
- Produktivität (Erzeugung neuer Ausdrücke)
- Wahrnehmung und Erkennung von Struktur
Paralinguistik (Paralinguaxe)
Paralinguistische Phänomene: Paralinguistik umfasst verschiedene lautliche und nichtsprachliche Elemente, die Teil der Kommunikation sind:
- Suprasegmentale Elemente: Klangfarbe (Timbre), Lautstärke, Intonation, silbische Dauer, Rhythmus.
- Physiologische/emotionale Reaktionen: Lachen, Seufzen, Weinen, andere körperliche Reaktionen, die Emotionen anzeigen.
- Quasi-Wörter und Lautäußerungen: Klicklaute, Gurrlaute, Grunzen, Nachahmungsgeräusche und Tierlaute, die kommunikative Funktionen haben können.
Nonverbale Kommunikation (Körpersprache)
Nonverbale Kommunikation: Umfasst alle kommunikativen Mittel jenseits der gesprochenen Sprache, häufig zusammengefasst als Körpersprache.
Kinesis (Kinesik)
Kinesik: Die Untersuchung von Gestik und Mimik. Gestik begleitet und begleitet oft die gesprochene Sprache; rituelle Gesten sind gebräuchlich, aber Gestik ist in der Regel kein kodifiziertes System wie die Gebärdensprache.
Proxemik
Proxemik: Die Untersuchung von räumlicher Nähe zwischen Menschen, körperlichem Kontakt, Körperorientierung und Haltung während der Kommunikation.
Persönlicher Raum
Persönlicher Raum: Der Raum, der uns umgibt und den wir nicht möchten, dass andere ohne Einladung oder besondere Umstände betreten. Er umfasst den Bereich vor uns, an den Seiten und mindestens in geringer Entfernung hinter uns.