Pío Baroja und die Generation von 98

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Pío Baroja und sein impressionistischer Stil

Pío Baroja, ein Vertreter des impressionistischen Romans, wurde im Jahre 1872 in San Sebastián geboren und starb 1956 in Madrid.

Pessimistische Weltanschauung

Baroja war pessimistisch: Er sah das Leben als von blinder Gewalt und unkontrollierbaren Instinkten dominiert, eine Einführung in die Grausamkeit der Starken gegen die Schwachen. Diese pessimistische Auffassung führt zu einem Misstrauen gegenüber allen; er vermeidet es zu sprechen oder zu handeln, um keinem Götzen zu folgen. Er verschließt sich der Kommunikation mit anderen, was in Menschenverachtung mündet.

Der impressionistische Stil

In seinem impressionistischen Stil bereitet er seine Werke nicht mit soliden und geschlossenen Argumenten vor, sondern alles ist mit impressionistischen Techniken umrissen. Er beschreibt Räume und Umgebungen schnell mit vagen Empfindungen. Die Psychologie seiner Figuren wird nicht als Ganzes vorgestellt, sondern baut sich allmählich im Verlauf des Romans auf, vergleichbar mit dem Heran- und Wegzoomen von Objekten und Landschaften. Die Beschreibungen sind dynamisch und fangen die Zeit in ihrem Verlauf ein. Das zentrale Thema seiner Romane verschwimmt oft in Anekdoten; den Kapiteln gelingt es, dem Tempo der Reise zu folgen. Die Dialoge sind reichhaltig, und das Ende des Romans bleibt offen. Baroja zeigt das Leben als einen Prozess, der im Werden begriffen ist, nicht als etwas Fertiges.

Die Gruppe von 98 und das Katastrophenjahr

Im Jahre 1898 befand sich Spanien im Krieg mit den USA, was den Verlust von Kuba, Puerto Rico und den Großteil der Philippinen zur Folge hatte. Nach dem Verlust dieser Kolonien breitete sich Ende des 19. Jahrhunderts eine umfassende soziale, politische und wirtschaftliche Krise aus.

Schriftsteller im Dienste Spaniens

Miguel de Unamuno, Pío Baroja, José Martínez Ruiz (Azorín) und Ramiro de Maeztu reflektierten über die Ursachen der Übel Spaniens mit dem Ziel der Regeneration des Landes. In ihrer Jugend dachten sie, die Lösung für die Krise sei eine marxistische oder anarchistische Revolution. Später neigten sie dazu, das Land durch die Bildung der Bevölkerung zu reformieren.

Merkmale der Moderne

  • Präferenz für Lyrik und Kurzgeschichten
  • Suche nach Schönheit (Beauty-Suche)
  • Verteidigung der „Kunst um der Kunst willen“
  • Flucht aus der bürgerlichen Industriegesellschaft in ferne Kulturen, insbesondere den Orient
  • Ein kostbarer Stil mit kulturellen Referenzen für eine Elite oder eine Minderheit von Lesern
  • Interesse an glorreichen historischen Charakteren und Ereignissen

Merkmale der Gruppe von 98

  • Präferenz für den Roman und den Essay
  • Suche nach der Wahrheit
  • Verteidigung einer Literatur, die darauf ausgerichtet ist, Spanien zu regenerieren
  • Flucht aus der bürgerlichen Industriestadt hin zu den Städten und Landschaften Kastiliens
  • Kommunikativer Stil mit traditionellem Vokabular für ein breiteres Publikum
  • Interesse an den anonymen Traditionen des Volkes (Intrahistoria)

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