Pío Baroja: Leben, Werk und Einflüsse (1872–1956)

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Pío Baroja — Leben und Werk

Pío Baroja wurde 1872 in San Sebastián geboren. 1896 besuchte er Paris und kam dabei mit der Bohème in Kontakt. Er studierte Medizin und war Mitarbeiter verschiedener Zeitungen.

Frühe Veröffentlichungen und politisches Engagement

Im darauffolgenden Jahr veröffentlichte er Kurzgeschichten über das düstere Leben. Anschließend entwickelte er eine bemerkenswerte politische Tätigkeit. Er unterzeichnete das Manifest der Drei und drückte gewisse Sympathie für den Anarchismus aus.

Als der Bürgerkrieg begann, ging er nach Frankreich und kehrte, als die Nazis Frankreich besetzten, nach Spanien zurück, wo er 1956 starb.

Gattungen und bedeutende Werke

Er war in erster Linie Erzähler, schrieb aber auch Gedichte, wie die „Lieder der Vorstadt“, einige Theaterstücke, Essays wie „Jugend“ und „Egoismus“ sowie seine Memoiren. Seine Produktion lässt sich in drei Stufen unterteilen.

  • Erste Stufe: Die literarisch bedeutendste. Werke wie „Weg der Vollkommenheit“, „Das Geburtsrecht Labraz“, die Trilogie „Kampf für das Leben“, „Stoppen oder nichts“ und „Der Baum der Wissenschaft“.
  • Zweite Stufe: In dieser Zeit veröffentlichte er zahlreiche Romane, darunter „Tiefsee-Piloten“, „Der Stern von Captain Chimistes Monleon“ und „Zu heilen“. Er unternahm außerdem ehrgeizige Versuche mit dem historischen Roman.
  • Dritte Stufe: Entspricht den letzten zwanzig Jahren seines Lebens nach dem Bürgerkrieg; die Werke dieser Zeit stehen oft nahe an seinen Memoiren.

Stil, Protagonisten und Themen

Seine Protagonisten sind oft desillusioniert und mit der Welt fertig. Er schrieb Romane voller Action und Abenteuer, etwa „Zalacaín“. In der zweiten Schaffensphase widmete er sich dem historischen Roman des 19. Jahrhunderts; rund 22 Romane wurden diesem Thema gewidmet. Er verfasste auch „Erinnerungen an einen Mann der Tat“.

Philosophische Einflüsse und Haltung

Kant und Nietzsche — besonders letzterer — waren sehr einflussreich für sein Denken. Auch Schopenhauer beeinflusste ihn. Sein Ideal, Ruhe durch Enthaltung zu erreichen, zeigt sich beständig in seiner Arbeit. Wegen seiner Haltung zur Religion war er antiklerikal.

Existentieller Pessimismus und Misstrauen gegenüber den Menschen und der Zukunft sind in vielen Werken von wesentlicher Bedeutung; dennoch blitzt in einigen Texten auch ein Hoffnungsschimmer auf. Er war stark individualistisch und politisch oft vorsichtig, interessierte sich jedoch wiederholt für regenerationspolitische Anliegen Spaniens.

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