Platon vs. Aristoteles: Philosophische Unterschiede erklärt
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Einleitung: Platon, Aristoteles und Sokrates
Bevor die Unterschiede erklärt werden, ist es wichtig, die Beziehung der Philosophen zu klären: Aristoteles war ein Schüler Platons, der wiederum ein Schüler von Sokrates war. Sokrates und Platon glaubten an die Möglichkeit, objektives, notwendiges und allgemeines Wissen zu erlangen. Dieses Wissen bezieht sich jedoch nur auf das, was unveränderlich und beständig ist. Daher betrachteten sie das, was wir durch die Sinne wahrnehmen, nicht als wahres Wissen.
Platon vs. Aristoteles: Zwei Welten oder eine?
Platon rechtfertigte seine Weltsicht durch die Existenz von zwei Welten:
- Die Welt der Ideen: Perfekt und nicht mit den Sinnen erfassbar.
- Die Sinnenwelt: Eine unvollkommene Kopie der Ideenwelt.
Aristoteles stimmte mit Platon darin überein, dass objektives, notwendiges und universelles Wissen existiert, das unabhängig von den wechselnden Sinneseindrücken ist.
Der Unterschied: Realismus vs. Idealismus
Der Unterschied besteht darin, dass Aristoteles ein „Realist“ war und nicht an die Idee zweier getrennter Welten glaubte. Er kritisierte den „Idealisten“ Platon dafür, die Dinge durch die Annahme einer separaten Ideenwelt unnötig zu verdoppeln.
Aristoteles' Kritik an den Vorsokratikern
Die aristotelische Theorie der Prinzipien des Wandels versucht, die Realität und die Existenz von Veränderung zu erklären, ohne auf rein metaphysische Theorien zurückzugreifen. Wenn wir eine Veränderung analysieren, können wir die beteiligten Elemente identifizieren. Bei jeder Veränderung beobachten wir zwei Momente: Zuerst gibt es ein Substrat, dem eine bestimmte Form fehlt (Privation), und am Ende finden wir dasselbe Substrat, das diese Form angenommen hat.
Die Analyse des Wandels
Aristoteles schloss daraus, dass die Analyse der Vorsokratiker fehlerhaft war. Sie glaubten, dass Veränderung ein Übergang vom Sein zum Nichtsein und umgekehrt sei. Die aristotelische Analyse zeigt jedoch, dass es am Anfang nicht um ein reines Nichtsein geht, sondern um den Mangel einer Form in einem Substrat, das die Veränderung durchläuft und bestehen bleibt.
Der Hylemorphismus: Materie und Form
Wir verstehen nun, dass Veränderung der Übergang von einer Seinsweise zu einer anderen ist. Diese Veränderung wird durch das Zusammenspiel zweier Prinzipien ermöglicht:
- Das materielle Prinzip: Das Substrat, aus dem etwas gemacht ist.
- Das formgebende Prinzip: Die Form, die eine Sache zu dem macht, was sie ist.
Diese Art, die Realität zu verstehen, bei der jedes Einzelding im Wesentlichen durch Materie und Form bestimmt wird und keines ohne das andere existieren kann, nannte Aristoteles Hylemorphismus.