Platonische Liebe, Renaissance-Poesie und das Ideal der Natur

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Platonische Liebe und geistige Konzeption

Die platonische Philosophie stammt aus einer neuen Konzeption des geistigen amor (amor es): ein Konzept, das als Quelle des Lebens und als Weg zur Vollkommenheit gilt. Es erlaubt dem Liebhaber der körperlichen Schönheit, moralische Vollkommenheit zu erblicken. Fast amada, pero embellece — eine unmögliche Liebe ist immer schmerzlich, weil das Vorhandensein oder Fehlen, die Zuneigung oder Verachtung des Geliebten die Stimmung des Liebhabers bestimmt.

Renaissance-Poesie: Petrarca und Garcilaso

Liebe ist die eigentliche Grundlage der Renaissance-Poesie, wie im Canzoniere Petrarcas sichtbar, wo er seine leidenschaftliche Liebe zu Laura widerspiegelt: fröhlich und glücklich, wie sie lebte, und mit gebrochenem Herzen nach ihrem Tod. Eklogen (die bei Garcilaso) und die sonetas zeigen die Sublimierung der platonischen Liebe, die sich auch in der mystischen Poesie findet, in der der Wunsch nach Schönheit und spiritueller Vervollkommnung auf Gott ausgerichtet ist.

Klassische Motive und die idealisierte Natur

Die klassische Literatur erreicht positive Werte der Natur. Die Wiedergeburt der Natur, wie die îlle de beauté, lobt die wilde Tierwelt und den Boden gegenüber den Nachteilen sozialer Beziehungen in der Stadt. Ebenfalls klassisch ist der Mythos des Goldenen Zeitalters: jenes erste Zeitalter nach der Schöpfung, in dem es keinen Bedarf an Recht und Gesetz gab, kein Dein und Mein, Krieg und Ängste ignoriert wurden; das Klima war ein ewiger Frühling, und die Erde gab reichlich Früchte, ohne dass man sie kultivieren musste.

Das Ideal locus amoenus als Kulisse

Es handelt sich um die idealisierte Natur, friedlich und harmonisch, die das klassische Motiv locus amoenus widerspiegelt und sich in einem Klima des ewigen Frühlings befindet. Diese perfekte Kulisse ist die ideale Bühne für den Ausdruck des Gefühls der Liebe: von Theokrit und Vergil bis zur idyllischen Poesie der Renaissance, die mit ihren edlen Charakteren und galanten Hirten inspiriert.

Wiedergeburt der Klassiker und Mythologie

Die Wiedergeburt der Klassiker zeigt sich in der reichen Übernahme und Erneuerung von Motiven, Themen und Figuren aus der griechisch-römischen Mythologie. Die harmonische Koexistenz heidnischer und christlicher ästhetischer Elemente entsteht mit der Rückkehr der beiden großen Strömungen der Renaissance-Lyrik: der weltlichen und der asketisch-mystischen.

Wichtige Motive der Renaissance-Lyrik

  • Platonische Liebe als geistige Vollendung
  • Das Goldene Zeitalter als Idealzustand
  • Locus amoenus als poetische Landschaft
  • Mystische Sublimierung der Liebe hin zu Gott

Zusammengefasst verbindet die Renaissance durch die Wiederaneignung klassischer Motive Liebe, Naturideal und mythologische Bilder zu einer ästhetischen Synthese, in der sowohl weltliche als auch religiöse Sehnsüchte ihren Ausdruck finden.

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