Platons Bildungsideal in der Republik

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Platon: Bildung ist der positive Weg, auf dem der Herrscher die menschliche Natur in die richtige Richtung lenken kann, um einen harmonischen Zustand zu erzeugen. Ein moderner Leser kommt nicht umhin, den großen Raum zu bestaunen, der der Bildung gewidmet ist, sowie die Sorgfalt, mit der die Auswirkungen verschiedener Studien abgewogen werden. Platon ging davon aus, dass der Staat in erster Linie eine Bildungseinrichtung ist. Es galt als eine bedeutende Angelegenheit: Wenn die Bürger gut ausgebildet sind, werden sie Schwierigkeiten klar erkennen und problematische Situationen meistern, sobald sie entstehen.

Die Rolle des Staates in der Erziehung

Die Rolle der Bildung in Platons Idealstaat ist so außergewöhnlich, dass einige Autoren glauben, sie sei das Hauptthema der Republik. Rousseau sagte, dass dieses Buch nicht nur ein politisches Werk sei, sondern das bedeutendste Werk über Erziehung, das jemals geschrieben wurde. Es ist offensichtlich, dass dies kein Zufall ist, sondern die logische Folge der Sichtweise, aus der das Buch verfasst wurde. Wenn Tugend Wissen ist, kann sie vermittelt werden; daher ist ein staatliches Bildungssystem ein unverzichtbarer Bestandteil eines guten Staates.

Aus der Sicht Platons kann ein gutes Bildungssystem eine Verbesserung bewirken; wird die Erziehung jedoch vernachlässigt, nützt dem Staat wenig. Angesichts dieser Bedeutung folgt daraus natürlich, dass Bildung nicht der privaten Nachfrage oder dem Markt überlassen werden darf. Der Staat muss die notwendigen Mittel bereitstellen und sicherstellen, dass die Menschen die Vorbereitung erhalten, die sie tatsächlich benötigen. Die Erziehung muss im Einklang mit der Harmonie und dem vorgesehenen Wohlfahrtsstaat stehen.

Struktur des Lehrplans

Platons Plan sieht daher ein System der Pflichtschule unter staatlicher Kontrolle vor. Sein Lehrplan ist in zwei Teile gegliedert:

  • Grundausbildung: Diese umfasst die Vorbereitung der Jugendlichen bis zum Alter von zwanzig Jahren und gipfelt im Beginn des Wehrdienstes.
  • Hochschulbildung: Diese ist für ausgewählte Männer und Frauen vorgesehen, die Mitglieder der beiden herrschenden Klassen werden sollen. Sie umfasst eine Laufzeit von zehn Jahren (bis zum dreißigsten Lebensjahr) sowie eine weitere Phase von fünf Jahren.

Es ist notwendig, gesondert zu prüfen, wie Platon diese beiden Zweige der Erziehung betrachtet.

Kritik an der Praxis und Inklusion

Der Plan eines obligatorischen, staatlich geführten Bildungssystems war wohl die wichtigste Neuerung, die Platon im Vergleich zur athenischen Praxis vorschlug. Das Beharren darauf kann als Kritik an der demokratischen Gewohnheit interpretiert werden, nach der jeder Mensch seinen Kindern die Erziehung zukommen lässt, die ihm gefällt oder die er auf dem Markt findet. Im Protagoras wird angemerkt, dass oft weniger Wert auf die Erziehung der Kinder als auf die Pflege und Ausbildung eines guten Pferdes gelegt wird.

Auch der Ausschluss von Frauen aus der Bildung fällt unter diese Kritik. Platon glaubte, dass die natürlichen Fähigkeiten von Kindern verschiedener Art seien, und schloss logisch daraus, dass beide Geschlechter die gleiche Art von Unterricht erhalten sollten und dass Frauen die gleichen Aufgaben wie Männer übernehmen können. Dies ist kein Argument im modernen Sinne für Frauenrechte, sondern ein Plan, um dem Staat alle verfügbaren natürlichen Fähigkeiten nutzbar zu machen.

Grenzen des Bildungsplans

Angesichts der Bedeutung der Bildung im Land ist es bemerkenswert, dass Platon die Ausbildung von Handwerkern nie detailliert betrachtete. Es bleibt unklar, ob sie in die Grundausbildung einbezogen werden sollten und falls ja, wie dies geschehen sollte. Dies ist ein weiteres Beispiel für die Unbestimmtheit seiner Schlussfolgerungen. Ein Bildungssystem, das den Wettbewerb öffnet, scheint zwar eine Auswahl zu ermöglichen, doch seine Absicht, den Rang der Kinder von Handwerkern zu erhöhen, verspricht wenig konkrete Früchte.

Der in der Republik skizzierte Bildungsplan war eher eine Reform bestehender Praktiken als eine völlig neue Erfindung. Generell lässt sich sagen, dass die Reform darauf abzielte, die Erziehung des athenischen Adels mit der staatlich kontrollierten Erziehung der Spartaner zu kombinieren. Der Unterrichtsplan ist demnach in zwei Bereiche unterteilt:

  • Gymnastik für die Ausbildung des Körpers.
  • Musik für die Ausbildung des Geistes.

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