Platons Ethik und Politik: Ideen, Tugend und der Idealstaat

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Platons Philosophie: Ethik, Ideen und Teleologie

In der Republik vertritt Platon eine ethische Vorstellung von mathematischen Ideen. Das heißt, er räumt der Mathematik als Form rationalen Wissens die Existenz mathematischer Ideen ein, die sie zum Ziel haben muss. Gleichzeitig unterstützt er die Existenz ethischer Vorstellungen, der Ideen-Werte (Güte, Schönheit, Wert), als Gegenstände philosophischer Erkenntnis.

Platon glaubt, dass Ideen Eigenschaften sind, die zusammen mit der Idee vermittelt werden. Die Idee des Guten ist die letzte Ursache (causa finalis). Platons Version bricht mit der vorherigen mechanistischen Erklärung der Welt und eröffnet eine teleologische Erklärung, die später von Aristoteles weiterentwickelt wird: Alles, was existiert, hat einen Zweck, und dies ist sein Sinn.

Die Suche nach Tugend (Arete)

Die Ethik, oder die Frage, wie Menschen individuell und kollektiv leben sollen – nämlich tugendhaft, in erster Linie gerecht –, war Platons Hauptanliegen. Wie bei Sokrates war die Philosophie eine theoretische und praktische Propädeutik auf der Suche nach Tugend, die wahres Wissen erforderte, um Menschen tugendhaft zu machen. Platon war davon überzeugt, dass die wichtigste menschliche Aktivität, individuell und kollektiv, darin bestand, Arete (Tugend) zu suchen und durch Wissen und die Definition universeller Wertvorstellungen zu praktizieren.

Für Platon bedeutet das Konzept der Tugend, gemäß der menschlichen Natur zu handeln, um diese zu verbessern. Dieses Konzept der Tugend umfasst verschiedene, sich nicht gegenseitig ausschließende Bedeutungen:

  • Tugend als Weisheit: Ein Wissen höherer Ordnung, das zu den Ideen des Guten, der Gerechtigkeit, der Frömmigkeit usw. führt.
  • Tugend als Reinigung: Der tugendhafte Mensch reinigt seine Seele von Leidenschaften, um Zugang zu den Ideen zu erhalten, die vom Körper getrennt sind.
  • Tugend als Harmonie: Die Harmonie zwischen den Teilen der Seele wird erreicht, wenn jeder Teil seine Funktion erfüllt und im Einklang mit den anderen steht. Auf diese Weise erlangt der Staat die Tugend der Gerechtigkeit.

Wissen, Seele und Gerechtigkeit

Tugend zu kennen bedeutet, die Ideen zu kennen, da moralische Konzepte universell sind und bei Platon den Status von Ideen mit objektiver Realität und Gültigkeit besitzen, unabhängig von Subjekten und Meinungen. Das heißt, Wissen ist notwendig, um die menschliche Aktivität zu analysieren und ihre Natur zu verstehen (im Gegensatz zu den Sophisten).

In dieser Analyse sieht Platon die rationale menschliche Seele als diejenige Aktivität, die eine entscheidende Rolle spielt, da sie die Fähigkeit besitzt, Ideen zu verstehen und das reibungslose Funktionieren der einzelnen Seelenteile zu regulieren:

  • Der weise Teil (Vernunft)
  • Der iraszible Teil (Mut/Willenskraft)
  • Der Teil der Begierden (Triebe)

(Siehe hierzu den Mythos vom geflügelten Wagen.)

Platons politisches Projekt

Die Politik entwirft ein politisches Projekt: die Regierung der Polis (Stadt) durch den Adel, jedoch nicht im Sinne des Geburtsadels, sondern basierend auf ethischen Grundsätzen und Wissen. Ethik und Politik bilden eine Einheit, wobei die Politik der Ethik untergeordnet ist. Die Politik darf kein Zufall sein oder durch Bequemlichkeit geregelt werden. Sie muss ethischen Grundsätzen unterliegen.

Platon versteht den Menschen von Natur aus als soziales Wesen, dessen Leben außerhalb der Polis keinen Sinn hat und das der Gemeinschaft untergeordnet ist. Der perfekte Staat steht konsequent unter der Gerechtigkeit, verstanden als die Tugend der Gerechtigkeit für jeden Einzelnen im Staat, nicht nur als Harmonie in sich selbst. Die Leitprinzipien des Staates entsprechen denen der individuellen Seele.

Der Idealstaat und seine Klassen

Parallel zu seiner Auffassung von der menschlichen Seele entwarf Platon einen Idealstaat, der in drei Klassen organisiert ist:

  1. Produzenten
  2. Wächter
  3. Herrscher (Philosophenkönige)

Obwohl Platon davon überzeugt war, dass der Idealstaat von Philosophen-Weisen regiert werden sollte (was einer Herrschaft der Vernunft entspräche), zeigen Werke seiner späteren Periode (Der Staatsmann, Die Gesetze) ein Misstrauen gegenüber den Herrschenden, denn obwohl Menschen natürlich zum Wissen neigen, ...

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