Platons Staat: Bildung, Zensur und die Kritik der Utopie

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Platons Staat: Eine persönliche Bewertung der Bildung

Ich werde meine persönliche Position zu Platons Werk Der Staat darlegen, wobei ich mich auf ein spezifisches Thema konzentriere: die Bildung in seinem idealen Staat. Anschließend folgt eine Bewertung dieser Thesen.

Lehrplan und Platons Verteidigung der Zensur

Was wird in der Republik gelehrt? Der Lehrplan umfasst:

  • Gymnastik
  • Kunst (Musik)
  • Mathematik
  • Astronomie
  • Dialektik

Besonders beeindruckend fand ich, dass Platon die Zensur in allen Fragen der Poesie und Mythen verteidigt. Er argumentiert, es sei gefährlich, wenn junge Menschen zu der Überzeugung gelangen, dass sich die Götter in einer Weise verhalten, die nicht tugendhaft ist. Das Bildungsniveau soll sicherstellen, dass junge Menschen Tugend, Wert und die Pflicht gegenüber der Polis erlernen.

Dialektik und die Rolle des Theaters

Platon hält die Dialektik in jungen Jahren für nicht ratsam, da sie junge Menschen dazu verleiten könnte zu glauben, sie könnten alles verteidigen oder angreifen (wie die Sophisten). Stattdessen sollte der Dialog so gelehrt werden, dass er den eigenen Standpunkt überwindet und zur Wahrheit führt, wie es Sokrates von seinem Lehrer lehrte. Auch im Theater sollten letztlich nur Werke mit heroischen Charakteren veröffentlicht werden.

Kritik: Mythen, Wahrheit und die Rolle der Frau

Ich halte die verbindliche Annahme von Mythen und Geschichten für bedauerlich, da sie völlig unvereinbar mit der Philosophie ist, deren Wesen primär durch kritisches Argumentieren gekennzeichnet ist. Platon argumentiert, dass nur wenige die höchsten Theorien kennen können, da die Wahrheit die meisten Unwissenden nur verwirren würde.

Überraschend und sehr fortschrittlich für seine Zeit ist jedoch Platons Ansicht, dass Frauen ebenso gebildet werden sollten wie Männer und dass einige Frauen ihrer Natur nach als Soldatinnen oder Herrscherinnen dienen könnten.

Platons politisches Modell: Geschlossene Gesellschaft?

Ich bin der Meinung, dass Platons politisches Modell eine geschlossene, autoritäre und reaktionäre Gesellschaft darstellt, die die Interessen des Staates über die des Einzelnen stellt. Dennoch ist es notwendig, sich an die Auswirkungen zu erinnern, die diese Utopie Platons in der Geschichte hatte.

Die erste große Utopie und ihre bleibenden Werte

Platon schuf die erste große Utopie und etablierte einige wertvolle Grundsätze, die über die folgenden Jahrhunderte hinweg Beachtung fanden:

  • Die Bedeutung der Vernunft in der Regierung.
  • Die zentrale Rolle der Bildung.
  • Die Berücksichtigung der Gleichstellung der Geschlechter.

Bleibende Ideen Platons

a) Wissen als höchstes Gut

Das Gute des Menschen ist das Wissen, und die gesamte Ausbildung sollte darauf abzielen. Auch unsere heutige Gesellschaft misst der Bildung große Bedeutung bei, was sich in der verbreiteten akademischen Ausbildung zeigt. Die Idee, dass Intelligenz und die Liebe zum Lernen die Welt lebenswert machen, bleibt gültig. Es wird immer jemanden geben, der wie der befreite Gefangene wartet.

b) Die Herrschaft der Vernunft

Die Vernunft soll regeln. Dies bedeutet, dass wir alle durch die Vernunft geleitet werden sollten, nicht dass einige herrschen und andere gehorchen.

c) Das Gute muss mit Bedacht erreicht werden

Das erfüllte Gute sollte mit Vorsicht und Dauerhaftigkeit erreicht werden.

d) Der Mythos als Erklärung

Obwohl mythologische Erklärungen heute nicht mehr dieselbe Bedeutung haben, dient der Mythos weiterhin als Bildungs- und Erklärungsmodell.

Interpretation des Höhlenmythos in der Gegenwart

Im Mythos der Höhle wird die Analogie zu unserer Realität und dem Prozess der Erkenntnis deutlich:

  • Der Aufstieg aus der Höhle ist der Weg des Wissens, der anstrengende Bemühungen und eine gewisse Disziplin erfordert.
  • Die Gefangenen sind die Bürger, und ihre Fesseln stehen für eine eingeführte politische Vision, insbesondere für Demagogie.
  • Das Feuer, das die Schattenbilder auf die Wand projiziert, könnte man als die Medien, insbesondere das Fernsehen, interpretieren.

Der Mythos lehrt uns, dass ein besseres Leben seinen Preis hat und dass Freiheit nicht gleichbedeutend mit Laune oder einem einfachen Leben ist. In unserer Gesellschaft neigt man dazu, es sich einfach zu machen, und es scheint

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