Platos Ethik und Politik: Der Weg zur gerechten Polis

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Platos Ethik: Moralische Prinzipien für ein glückliches Leben

Platos Ethik befasst sich mit moralischen Prinzipien, die nicht nur den Wiederaufbau der politischen und sozialen Ordnung festlegen sollen, sondern den Menschen auch helfen sollen, gut und glücklich zu leben.

Wie lebt man tugendhaft und glücklich?

Man muss nach Tugend leben. Das bedeutet:

  • Leben nach Weisheit (die Ideen zu kennen, insbesondere die Idee des Guten, da das Wissen um das Gute zu richtigem Verhalten führt).
  • Die Seele von schlechten Einflüssen des Körpers zu reinigen.
  • Eine Harmonie zwischen den verschiedenen Teilen der Seele herzustellen.

Die untrennbare Verbindung von Ethik und Politik

Die Polis als Ort des tugendhaften Handelns

Tugendhaftes Handeln ist nur in der Polis (Gemeinschaft) möglich. Der Mensch ist von Natur aus ein politisches oder soziales Wesen. Daher kann die Ethik nicht von der Politik getrennt werden.

Platos politische Theorie wird ausführlich in der Republik (*Politeia*) dargelegt. Dieser Dialog behandelt die Fragen der Gerechtigkeit, des Rechts, der Gesellschaft und der Struktur des Philosophenkönigs.

Die Struktur der gerechten Polis

Was macht die ideale Stadt (Polis) aus?

Die Stadt muss gerecht sein. Für Platon erfordert dieses Projekt eine gerechte staatliche Ordnung, die soziale Ungleichheit impliziert, da nicht alle Menschen gleich sind. Jeder wird mit bestimmten Fähigkeiten geboren, die zum Wohle des Kollektivs entwickelt und gestärkt werden müssen. Damit der Staat gerecht ist, muss jeder Bürger seine Funktion erfüllen.

Die drei sozialen Klassen der Polis

Die Gesellschaft muss in drei soziale Klassen unterteilt sein:

  1. Die Herrscher (Philosophenkönige): In ihnen dominiert die vernünftige Seele.
  2. Die Wächter/Krieger: In ihnen dominiert die reizbare Seele.
  3. Die Händler/Arbeiter: In ihnen dominiert der begehrende Seelenteil (*concupiscible*).

Die Rechtfertigung des Philosophenkönigs

Platon rechtfertigt die Bedeutung des Philosophen als Herrscher in der Allegorie der Höhle. Der Philosoph befreit sich von den Fesseln der Sinne und steigt aus der Dunkelheit in das Licht der Wahrheit auf. Er muss jedoch zurückkehren, um den anderen Menschen zu helfen, die Dinge klar zu sehen.

Platos Kritik an politischen Regimen

Alle anderen politischen Regime sind korrupt:

  • Timokratie (Militärherrschaft)
  • Oligarchie (Herrschaft der Reichen)
  • Demokratie (Herrschaft des Volkes)
  • Tyrannei (Herrschaft des Tyrannen)

Das einzig richtige Regime ist die Aristokratie (griech. Aristos: die Besten), die älteste Form der Regierung. Das beste Regime wird vom Philosophenkönig geführt. Die Gesetze dieser Ordnung sollen dazu beitragen, die sozialen Aufgaben besser zu regeln.

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