Die Poesie des 14. und 15. Jahrhunderts

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Unit 1: Die Poesie, S. XIV–XV

1. Das Überleben der Troubadourdichtung

Ab dem vierzehnten Jahrhundert erlebte die europäische Gesellschaft tiefgreifende Veränderungen: Das strenge Feudalsystem verlor an Bedeutung und die Gesellschaft erwarb einen dynamischen, erneuernden Impuls. Die Entstehung großer Städte führte zu einer städtischen Kultur, die gekennzeichnet ist durch das Auftreten einer neuen sozialen Klasse, der Bourgeoisie, ein neues ökonomisches System für Handel und Finanzen, eine veränderte, deutlich skeptischere Religionsauffassung sowie eine neue Auffassung von Kunst, vom Romanischen zur Gotik. Das Modell des Troubadours als Liederdichter blieb bis ins 15. Jahrhundert in vielen Bereichen erhalten.

1.1 El Neret Ripoll

El Neret Ripoll: enthält 18 Gedichte und verschiedene Gattungen der Troubadourdichtung.

1.2 Wettbewerbe und Einschnitte in der Poesie

Der Kreuzzug gegen die Katharer (1209) und die französische Eroberung von Toulouse beeinträchtigten die okzitanische Troubadourtradition; die heilige Inquisition verfolgte in vielen Fällen die okzitanische Kunst des Trobar. Ende des 12. Jahrhunderts verschwand teilweise die ursprüngliche Tradition der ‘‘Leys d'Amor’’. Diese Entwicklungen begrenzten die Freiheit der Dichter: Reduktion der Themen, Festlegung fester formaler Strukturen und die Herausbildung einer starren linguistischen Variante.

1.3 Rückkehr zu klassischen Troubadours

Es kam zu einer Rückkehr zu klassischen Formen: Vertreter wie George St. George X (Bezeichnung im Originaltext) stehen für eine lyrische, persönliche Note innerhalb der Fortführung der Tradition.

1.4 Entwicklung der poetischen Sprache

Im 14. und 15. Jahrhundert entwickelte sich die poetische Sprache weiter. Es entstand eine methodische, linguistische Herangehensweise an die Geschichten und Gedichte, wobei die Vielfalt der okzitanischen poetischen Ausdrucksweisen auch katalanische Stimmen integrierte.

2. Bewegungen zur Erneuerung der Lyrik

Die Erneuerungsbewegungen der Lyrik werden unter anderem durch Figuren wie Dante und Petrarca gekennzeichnet. Sie bringen Innovationen: neue Thematiken, neue Behandlungsweisen und innovative Formen. Diese Entwicklungen sind eine Fortführung und zugleich Transformation der troubadourischen Tradition.

Die neuen Strömungen lösen sich teilweise vom feudalen Denken, schaffen neue Konzepte von Adel und Mode, ein verändertes Ideal der Frau und beeinflussen die Stellung der okzitanischen Sprache in der Literatur.

2.2 Ausiàs March

Ausiàs March steht in der Tradition der trobadoresken Dichtung. In seinen Gedichten spricht er häufig über seine eigene Dichtung; seine Poesie ist aufrichtig und sehr persönlich. Er gilt als einer der wichtigsten Dichter der katalanischen mittelalterlichen Literatur und ist ein wichtiger Vertreter der lírica nova. Bei March ist der Begriff der Dichtung eng mit dem Denken verbunden; seine Poesie ist philosophisch, introspektiv und oft dialogisch. March thematisiert das eigene Leben und Denken: seine Gedichte sind Geständnisse des Selbst und analysieren die Intensität der Innerlichkeit.

3. Das Lied, das Epos und die Ritterromane

Das mittelalterliche Lied und das Epos blieben in verschiedenen Versformen erhalten. Sie wurden sowohl mündlich als auch schriftlich überliefert. Wichtige Aspekte sind:

  • Übertragung und Öffentlichkeit: Lieder und Epen wurden öffentlich gesprochen, aufgeführt und gelesen.
  • Behandeltes Material: Die Taten der Heroen sollen exemplarisch gezeigt werden; Legende und Volksstoff inspirieren Fiktion, die unterhalten und Lust bereiten will.

3.1 Ritterromane (Libres de cavalleria)

Die Ritterromane (spanisch/kastilisch: libros de caballería) sind meist in Kastilisch verfasst und zeichnen sich durch eine Fülle wunderbarer und oft unglaubwürdiger Elemente aus. Sie präsentieren einen fahrenden Ritter und eine geheimnisvolle Welt, in der der Ritter Ehre und Tugend zu erlangen versucht. Die Handlung spielt häufig an entfernten, fantastischen Orten.

3.2 Wandel der höfischen Romantik im XV. Jahrhundert

Im 15. Jahrhundert erfuhren die cavalleresken Romane Wandlungen: Der Ritter wird menschlicher dargestellt, die Handlung wird realistischere und plausibler, die Umgebung ist bekannter und näher an der Realität.

3.3 Bernat Metge und der Humanismus

Bernat Metge (im Originaltext als "Bernat Arzt" genannt) ist ein Schriftsteller, dessen Werk Ähnlichkeiten mit dem italienischen Humanismus aufweist. Seine Dichtung und Prosa zeigen Einflüsse humanistischer Ideen und tragen zur literarischen Entwicklung der späteren Epoche bei.

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