Poesie des 16. bis 18. Jahrhunderts: Renaissance & Barock
Eingeordnet in Musik
Geschrieben am in
Deutsch mit einer Größe von 3,29 KB
Die Poesie des 16., 17. und 18. Jahrhunderts
Die Poesie der Renaissance
Die Dichtung war die literarische Gattung, die während der Renaissance am stärksten kultiviert wurde. Das zentrale Thema war die Natur als Rahmen, der als symbolischer und mythischer Hintergrund diente, oft unter Einbeziehung klassischer griechisch-lateinischer Mythen.
Die Einführung des Sonetts
Die Erneuerung der Formen italienischen Ursprungs, mit der Einführung des Hendekasyllabus (Elfsilber) und des Sonetts, war ein Symptom für die Entwicklung der Poesie im 16. Jahrhundert, auch wenn sie noch unter dem Einfluss der mittelalterlichen Tradition stand.
Die Wurzeln der populären Liebeslyrik
Dichter des 16. Jahrhunderts nutzten Formen der populären Literatur für ihre Kompositionen. Ein Beispiel ist die Sammlung „Flors de enamorats“ (1562), die 280 Gedichte umfasst, davon 54 auf Katalanisch. Der Fokus liegt auf der Liebe aus der Perspektive der Volksdichtung.
Die Barockdichtung
Die barocke Thematik ist geprägt von einer Haltung der Frustration und Enttäuschung (desengany), die aus einer Ära tiefer sozialer Krisen resultiert.
Themen und Ressourcen
- Themen: Der Lauf der Zeit und der Tod, die Dualität zwischen der Vergänglichkeit der Freude und asketischer Bereitschaft, die tragikomische Existenz sowie politischer Pessimismus.
- Ressourcen: Künstlichkeit (komplexes Lexikon und Syntax), Unklarheit, Kontraste (Leben/Tod, Schönheit/Hässlichkeit, Realität/Illusion) und eine Fülle rhetorischer Figuren wie Antithese, Hyperbeln, Paradoxien und Metaphern.
Barockdichtung in Katalonien
Im 17. Jahrhundert war die katalanische Literatur stark vom spanischen Barock beeinflusst. Führende Vertreter waren Francesc Fontanella und Francesc Vicent Garcia.
- Francesc Fontanella: Seine Dichtung zeigt französische und spanische Einflüsse. Er verfasste pastorale Romanzen und Sonette im Stil von Garcilaso de la Vega.
- Francesc Vicent Garcia: Bekannt als „Rektor von Vallfogona“. Sein Werk zeichnet sich durch den Kontrast zwischen Schönheit und Hässlichkeit aus, unterteilt in einen kultivierten, bombastischen Stil und eine satirisch-burleske Ader.
Die Volksdichtung
Die Volksdichtung war anonym und kollektiv geprägt. Sie wurde mündlich überliefert, aber auch auf Flugblättern verbreitet.
Themen und Formen
- Themen: Liebe, häusliches Leben, Religion (Heiligenleben, Marienlob) und historische Ereignisse.
- Ressourcen: Kurze Verse (oft Heptasyllaben), einfache Syntax, Archaismen und eine enge Verbindung zur Musik.
Wichtige Gattungen
- Goigs: Religiöse Lieder auf Flugblättern, die Heilige oder die Jungfrau Maria preisen.
- Weihnachtslieder: Festliche Kompositionen über die Geburt Jesu und die Anbetung der Hirten.
- Corrandes: Kurze, volkstümliche Lieder mit vielfältigen Themen wie Liebe oder Arbeit.
- Banditenlieder: Lieder über Räuber und Gesetzlose, die im 16. und 17. Jahrhundert populär wurden.