Politische Opposition gegen das Restaurationssystem 1874–1902

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A) Antidynastische Bewegungen

1. Die Wagenliste

Die „Wagenliste“ war Gegnerin des Liberalismus und seiner Maßnahmen (wirtschaftliche, politische und soziale Freiheiten). Die Wagenliste vertrat einen traditionellen Standpunkt, befürwortete die extreme Rechte, das alte Regime und eine Monarchie göttlichen Ursprungs sowie den Foralismus. Nach dem Foralismus sollten die autonomen Regionen ihre staatlichen Institutionen beibehalten, eigene Justizsysteme und Steuerbefreiungen behalten sowie bei der Wehrpflicht und anderen Fragen Ausnahmen erhalten. Bauern und Kirche fühlten sich durch Entfremdung betroffen; daraus entstand der Carlismus.

Fortschreitender Verlust der Unterstützer

Der fortschreitende Verlust an Anhängern war Folge des Anwachsens liberaler Ordnungen unter moderaten, nicht-revolutionären Regierungen seit der Zeit von Isabel II. Adel und Liberale wandten sich in unterschiedlichem Maße ab; die Kirche wurde durch Enteignungen und politische Veränderungen geschwächt.

Das endgültige Scheitern und die Fortsetzung

Das endgültige Scheitern fiel mit der Restaurierung zusammen. Im Jahr 1876, nach dem Ende des sechsjährigen Dritten Karlistenkriegs, überlebte der Carlismus nur noch im Baskenland und in Navarra, da dort der Katholizismus und die Verteidigung der Foralrechte den klassischen Carlismus stützten.

Es war eine Zeit ideologischen Wandels: Es bildeten sich traditionelle, nicht-ultrakatholische Strömungen (die der Partei Cánovas näherstanden) und zugleich ein Regionalismus. Auf der anderen Seite differenzierten sich innerhalb des Wagenliste-Traditionalismus verschiedene politische Bereiche.

So spielte eine marginale Carlismus-Krise letztlich keine Rolle beim Bürgerkrieg von 1936.

2. Die Republikaner

Ideologie: Der Republikanismus leitete sich aus dem demokratischen Liberalismus ab und vertrat fortschrittliche liberale Ideen. Die Republikaner forderten allgemeines Wahlrecht und tiefgreifende soziale und wirtschaftliche Reformen zum Wohle der Massen. Der Staat sollte zeitweise den Charakter eines Wohlfahrtsstaates annehmen, um benachteiligte Schichten zu unterstützen.

In den Beziehungen zur Kirche befürworteten die Republikaner einen säkularen Staat mit klarer Trennung von Kirche und Staat. Sie sahen in der Kirche ein Hindernis für Freiheit, Modernisierung und gesellschaftlichen Fortschritt, da Kirche und Adel noch großen Landbesitz kontrollierten.

Interne Strömungen: Unter den republikanischen Unterstützern gab es zwei Hauptströmungen:

  • Konservative Republikaner: Vertreten durch Persönlichkeiten wie Castelar; sie verfolgten eher konservative politische und gesellschaftliche Positionen und befürworteten eine einheitliche, zentrale Verwaltung Spaniens.
  • Föderalisten: Sie konzipierten Spanien als Föderation von historisch gewachsenen Regionen. Anhänger wie Pi i Margall akzeptierten die Rechtsordnung und waren gegen bewaffnete Aufstände; es gab jedoch kompromisslose Befürworter von Gewalt und Aufruhr, deren führende Figur José María de Orense war.

Die soziale Basis der Republikaner bestand aus Kleinbürgern sowie Teilen der Arbeiter- und Bauernbewegung.

Nach dem Scheitern der Ersten Republik setzte der Republikanismus bis 1887 in der Untergrundbewegung fort; mit dem Gesetz über Vereinigungen in der Regierung Sagasta wurde er legalisiert. Die grundlegende Schwäche des Republikanismus in der Restaurationszeit war jedoch seine Zersplitterung und die inneren, unvereinbaren Strömungen.

Die Kluft zwischen dem konservativen Castelar und den radikalen Föderalisten (Zorrilla, Figueras, Pi i Margall) vergrößerte sich; Zorrilla musste ins Exil, weil seine Zusammenarbeit als verschwörerisch betrachtet wurde. Weitere republikanische Parteien blieben kleine Gruppen, die sich auf Versammlungen und die Teilnahme an späteren Wahlen beschränkten.

Obwohl die dynastischen Parteien republikanische Aussichten misstrauisch beäugten, waren die Chancen für republikanische Wahlerfolge gering: Die Arbeiter richteten sich zunehmend auf Sozialisten und Anarchisten, und die katalanische sowie die baskische Bourgeoisie unterstützten regionale und nationale Bewegungen.

In den 1890er-Jahren verbesserten die Republikaner ihre Wahlergebnisse nach der Einführung des allgemeinen Wahlrechts; zudem erzielten sie Erfolge bei den Kommunalwahlen von 1892.

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