Politische Philosophie: Machiavelli und Jean Bodin

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Niccolò Machiavelli (1469–1527)

Er gilt als Renaissance-Mensch mit einer entsprechenden Mentalität.

Wichtige Werke

  • Der Fürst (Il Principe)
  • Reden über die erste Dekade des Titus Livius (Discorsi)

Politische Umstände seiner Zeit

In dieser Ära begannen sich die ersten Nationalstaaten zu bilden: Frankreich, Kastilien und England. Italien hingegen war in mehrere Königreiche und Republiken unterteilt. Machiavelli suchte nach der Unabhängigkeit und Einheit Italiens und wollte die „Barbaren“ vertreiben, jedoch ohne Erfolg.

Zentrale politische Ideen

  • Der Begriff des Staates: Eine souveräne politische Organisation eines Territoriums. Allerdings vermischte er oft die Figur des Fürsten mit der des Staates.
  • Empirismus: Eine Arbeitsmethode, die konsequent auf Tatsachen und realen Gegebenheiten beruht.
  • Staatsräson (Reason of State): Der Staat verfolgt seine eigenen Ziele (Selbsterhaltung und Expansion), weshalb die Politik unabhängig von allen anderen Zwecken ist. Die Politik wird vom Grundsatz der Effektivität geleitet; um die Ziele des Fürsten zu erreichen, gibt es für ihn keinen anderen Weg als die Machtausübung.
  • Universeller Egoismus: Eine pessimistische Sicht auf den Menschen. Ohne eine starke, absolute Macht, die den Menschen bändigt, würde Chaos entstehen.
  • Souveräne Gesetzgebung: Der Fürst (die Legislative) kann alles verordnen, da für Machiavelli die Gewährleistung der Ordnung das wichtigste Ziel war. In der heutigen Zeit ist dies so nicht mehr möglich.

Machiavelli dachte, dass die Republik folgen würde, sobald die Macht erst einmal etabliert und die Ordnung garantiert sei.

Jean Bodin (1530–1595)

Historischer Kontext

In seiner Zeit gab es ständige religiöse Auseinandersetzungen zwischen Katholiken und Protestanten, welche die Integrität Frankreichs bedrohten. Im Jahr 1572 ereignete sich das Massaker der Bartholomäusnacht.

Hauptwerk

Die sechs Bücher über den Staat (1576). Der Zweck dieses Projektes war es, die Stabilität Frankreichs zu gewährleisten. Bodin vertrat die Auffassung, dass der König über den religiösen Kämpfen stehen und keine Partei ergreifen sollte.

Politische Konzepte

  • Republik (Staat): Dies ist die rechtmäßige Regierung von Familien und dem, was sie mit der souveränen Macht gemeinsam haben.
  • Souveränität:
    1. Sie ist die höchste Macht gegenüber Bürgern und Untertanen und steht über den Gesetzen.
    2. Sie stellt die absolute und ewige Macht einer Republik (Staat) dar.
  • Immerwährende Macht: Die Macht ist nicht an zeitliche Begrenzungen gebunden und wird von niemand anderem abgeleitet.
  • Absolute Macht: Sie unterliegt keinen gesetzlichen Grenzen (legibus solutus). Der König ist nicht an seine eigenen Gesetze gebunden.

Grenzen der Souveränität

Trotz der Absolutheit gibt es Grenzen, was einen gewissen Widerspruch darstellt:

  • Natürliche Rechte: Das Naturrecht muss respektiert werden.
  • Grundgesetze des Reiches: Gesetze, welche die öffentliche Ordnung und die Thronfolge regeln, müssen beachtet werden.

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