Polyklets Doryphoros: Analyse der klassischen griechischen Athletenstatue

Eingeordnet in Leibesübungen

Geschrieben am in Deutsch mit einer Größe von 2,9 KB

Thema und Ideale der klassischen griechischen Kunst

Die Statue thematisiert die Haltung eines Athleten in Ruhephasen vor der Teilnahme an einem Wettkampf. Das Werk verkörpert das anthropologische Ideal der Griechen der klassischen Zeit: Ein junger Mann, vollkommen bereit und fähig, an den Spielen teilzunehmen. Es zeigt ein perfektes Gleichgewicht zwischen körperlicher Kraft und Intelligenz, Geschicklichkeit und Entschlossenheit – Faktoren, die den Körper in spiritueller Harmonie mit der Balance und Ausgeglichenheit vereinen.

Körperliche Proportionen und Ausdruck

Der Künstler folgt strengen körperlichen Proportionen. Das Gesicht ist in drei gleiche Teile geteilt (Stirn, Nase, Nase-Kinn). Die dargestellte Geste des Athleten vermittelt keinen Ausdruck von Stolz oder Eitelkeit, sondern strahlt Ruhe aus.

Modelle und Einflüsse

Ziel war es, der Statue Leben einzuhauchen, indem man nach einem perfekten anatomischen Format suchte. Die Ideen basierten auf pythagoreischen Zahlen, die großen Einfluss auf die römische Kunst hatten und als Vorbild für herausragende Bildhauer der Renaissance dienten.

Doryphoros – Fakten und Beschreibung

Basisdaten zur Skulptur

  • Autor: Polyklet
  • Chronologie: 430 v. Chr.
  • Typ: Skulptur
  • Material: Originalwerke in Bronze; römische Kopie aus Marmor
  • Maße: 2,12 m
  • Stil: Klassische griechische Kunst
  • Betrifft: Sport und Idealbild

Biografie des Autors

Polyklet war einer der bekanntesten Bildhauer des klassischen Griechenlands. Seine Werke konkurrierten in Athen mit denen von Phidias und Myron. Er überwand diese Konkurrenz durch die Erreichung der Definition des "anatomischen Kanons" (Tax)**.

Formale Beschreibung und Kontrapost

Die Darstellung zeigt einen stehenden jungen Athleten, der seinen Speer (verloren gegangen) über der Schulter hält. Die Komposition basiert auf einer exakten Berechnung von Proportionen, Maßen und Linien, die ein perfektes anatomisches Ideal darstellen sollen. Die Gesamthöhe entspricht dem Siebenfachen der Kopfhöhe.

Harmonie und Spannung

Die Statue weist eine Reihe von Schwingungen zwischen den verschiedenen Körperteilen auf, um eine klare Balance zu erzielen: den Kontrapost. Dieser erzeugt einen interessanten Kontrast zwischen dem Dynamischen und dem Statischen. Der Oberkörper bleibt angespannt, während die rechte Hüfte angehoben und das linke Bein gebeugt ist, was einen entgegengesetzten Effekt erzeugt. Der Körper arbeitet mehr im Oberkörperbereich. Die Naturwissenschaftler schätzten besonders die Erfassung der Geste und die Verteilung der plastischen Elemente (Haare).

Verwandte Einträge: