Popper & Kuhn: Falsifikation, Paradigmen und Wissenschaft

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Karl Popper: Der kontinuierliche Fortschritt der Wissenschaft

Falsifikationisten: Denn, wie Popper betont, können wir niemals endgültig beweisen, dass eine Theorie wahr ist; in der Zukunft könnte sie falsifiziert werden. Aber die Wissenschaft schreitet voran, weil jede neue Theorie der Wahrheit näher kommt. Wenn eine Theorie die Stelle einer anderen einnimmt, weil die andere falsifiziert worden ist und abgelehnt wurde, betrachten wir dies als Fortschritt gegenüber der vorherigen Theorie. Die Falsifikation einer Theorie ist keine schlechte Sache: Sie macht Mängel und Probleme sichtbar, die wir erkennen müssen, um eine bessere Theorie zu entwickeln. So lernen wir aus unseren Fehlern.

Thomas Kuhn: Wissenschaftliche Revolutionen

Im wissenschaftlichen Paradigma zu einem bestimmten Zeitpunkt gibt es oftmals zahlreiche Anomalien. Diese führen nicht zwangsläufig dazu, dass die Theorie sofort aufgegeben wird. Wenn jedoch bestimmte Bedingungen zusammenkommen, können solche Anomalien eine Krise auslösen, die schließlich in einer wissenschaftlichen Revolution endet.

Wir müssen den naiven Szientismus ablehnen, der unbegrenzten Fortschritt der Wissenschaft prognostiziert. Ebenso dürfen wir nicht in Relativismus oder übertriebenen Skeptizismus gegenüber wissenschaftlichen Ergebnissen verfallen. Die zentrale Frage lautet, wie wir jeden Fortschritt zwischen naivem Optimismus und Pessimismus beziehungsweise Defätismus beurteilen. Entscheidend ist dabei die Bewahrung einer demütigen Haltung gegenüber der Wissenschaft.

Wissenschaft als soziale Institution prüfen

„Wissenschaftliche Forschung hängt von ökonomisch-politischen Institutionen ab“: Wirtschaftliche und soziale Prioritäten bestimmen die wissenschaftlichen Ziele und die Richtung der Forschung. Die Komplexität der heutigen Forschung macht die Existenz einer internationalen wissenschaftlichen Gemeinschaft erforderlich, die weltweit vernetzt ist.

Dieses Bewusstsein für die sozialen und institutionellen Bedingungen der Forschung unterstreicht das Ende der Vorstellung von der großen wissenschaftlichen Figur des einsamen Forschers, wie sie in vergangenen Zeiten existiert haben mag. Niemals zuvor hat es eine so umfassende Offenlegung von Suche und Entdeckung in den Wissenschaften gegeben. Dank Presse und Fernsehen sind Wissenschaft und Forschung heute viel stärker in der Öffentlichkeit präsent und bekannter als früher.

Kernaussagen

  • Popper: Wissenschaftlicher Fortschritt durch Kritik und Falsifikation.
  • Kuhn: Evolutionäre und revolutionäre Veränderungen von Paradigmen.
  • Wissenschaft ist eingebettet in ökonomische, politische und soziale Rahmenbedingungen.
  • Öffentliche Kommunikation (Presse, Fernsehen) erhöht die Sichtbarkeit wissenschaftlicher Erkenntnisse.

Schlussfolgerung: Eine ausgewogene Haltung — weder naiver Fortschrittsglaube noch pauschaler Skeptizismus — ist für das Verständnis und die Bewertung wissenschaftlicher Entwicklungen zentral. Die Erkenntnis, dass Wissenschaft sowohl von methodischer Kritik als auch von sozialen Bedingungen geprägt ist, fördert eine realistische und demütige Sichtweise auf wissenschaftlichen Fortschritt.

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