Porter's 5 Forces: Rentabilität & Wettbewerbsstrategie
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Porter's 5 Forces Modell: Betriebswirtschaftlicher Hintergrund
Ziele der Wettbewerbsanalyse
- Einführung theoretischer Werkzeuge zur Analyse und Interpretation der *Treiber der Rentabilität* eines bestimmten Marktes.
- Entwicklung eines konzeptionellen Rahmens zur Identifizierung potenzieller Wettbewerbsvorteile.
- Vergleich verschiedener möglicher Markteintrittsstrategien in Bezug auf die wettbewerbs- und umweltbezogenen Eigenschaften des Marktes.
- Identifizierung der optimalen kurz- und langfristigen strategischen Positionierung im Markt nach dem Eintritt.
Faktoren, die die Rentabilität beeinflussen
Nach dem Modell der Competitive Strategy kann ein Markt- oder Branchenkontext entlang von 5 Hauptdimensionen oder "Kräften" interpretiert werden:
- Es ist ein sehr flexibles Modell.
- Die interne Rivalität wird von den anderen Kräften beeinflusst.
- Analysten sollten prüfen, inwieweit jede Kraft Gewinne erodieren kann.
Interne Rivalität
Innerhalb eines bestimmten Marktes kann die Rivalität zwischen Unternehmen in folgenden Formen auftreten:
Preiswettbewerb
- Gewinnmargen werden durch die Kontraktion der Preis-Kosten-Spanne erodiert.
- Der Grad der Preiselastizität des Wettbewerbs kann anhand der Nachfrage auf Unternehmensebene abgeschätzt werden.
Nicht-Preiswettbewerb
Gewinne werden durch den Anstieg der Fixkosten und Grenzkosten erodiert (z. B. F&E-Investitionen für die vertikale Produktdifferenzierung).
Determinanten des Preiswettbewerbs
- Fixkosten / Wertschöpfung.
- Produkte, die von Verbrauchern als homogen wahrgenommen werden (Markenidentität).
- Marktkonzentration (z. B. Herfindahl-Index).
- Nachweis über Marktanteilsstruktur und durchschnittliche Kapazitätsauslastung.
- Der Begriff der anfechtbaren Märkte und des *Hit-and-Run*-Wettbewerbs.
- Saisonale Nachfrage.
Wechselkosten (Switching Costs)
- Technologiebedingte Kosten (Bündelung von Produkten).
- Kosten im Zusammenhang mit Unternehmenspraktiken (z. B. im Bankensektor).
Informative Komplexität
- Begrenzte Beobachtbarkeit von Preisen.
- Komplexe Tarifsysteme.
Multi-Markt-Engagement
Fähigkeit, höhere Preise festzulegen, ohne einen scharfen Preiswettbewerb auszulösen.
Austrittsbarrieren
- Präsenz nicht wiederverwendbarer Anlagen.
- Langfristige Vertragsverhältnisse.
- Skaleneffekte.
Eintrittsbarrieren (Threat of New Entrants)
Die Rentabilität eines Marktes korreliert positiv mit dem Vorhandensein und dem Ausmaß von Barrieren für potenzielle Marktteilnehmer.
- Economies of Scope (Verbundvorteile).
- Effiziente Mindestgröße (Minimum Efficient Scale).
- Zugriff auf Schlüssel-Produktions-/Distributions-Inputs (Fähigkeiten oder technische Infrastruktur).
- Proprietäre Lernkurve: Ist es möglich, eine Wissenslücke zu schließen?
- Netzwerk-Externalitäten: Gewinne sind abhängig vom Erreichen einer kritischen Mindestmasse.
- Standardsetzungsprozesse.
- Geistiges Eigentum.
- Regierungspolitik.
- Möglichkeit der Vergeltung und abschreckende Markteintrittsstrategien.
Substitutionsprodukte (Threat of Substitutes)
Um die Rentabilität eines Marktes zu identifizieren, ist es von grundlegender Bedeutung, das Vorhandensein von tatsächlichen und potenziellen Ersatzprodukten (*Substituten*) zu berücksichtigen. Substitute können auch in scheinbar unzusammenhängenden Märkten existieren und oft als Folge technologischer Entwicklungen entstehen.
Beispiele für Substitutionsprodukte
- Telekommunikation basierend auf Internet-Infrastruktur.
- Digitale Technologien ersetzen bisherige Produkte.
- (Beispiel: 3M Corp und Kunststoffe für Anwendungen im Gesundheitswesen).
Verhandlungsmacht der Käufer (Buyer Power)
Die Stärke der Nachfragemacht der Käufer hängt mit einer Reihe von Faktoren zusammen:
- Käuferkonzentration und Käufervolumen.
- Wechselkosten (Switching Costs).
- Käuferinformationen.
- Fähigkeit der Käufer, rückwärts zu integrieren.
- Vorhandensein von vertragsspezifischen Investitionen.
Verhandlungsmacht der Lieferanten (Supplier Power)
Die Macht der Lieferanten wird durch folgende Faktoren bestimmt:
- Lieferantenkonzentration.
- Verfügbarkeit von Ersatzlieferanten.
- Lieferantenvolumen.
- Produktunterschiede und Markenidentität.
- Wechselkosten (Switching Costs).
- Geringe Käuferinformationen.
- Bedrohung durch Vorwärtsintegration der Lieferanten.
Wichtig: Relevant ist die Art der Beziehungen zu den Lieferanten, nicht die "Bedeutung" des gelieferten Inputs (siehe den Fall von Jet-Fuel).