Die prätalayotische Kultur auf Mallorca und Menorca

Eingeordnet in Technologie

Geschrieben am in Deutsch mit einer Größe von 3,76 KB

Die prätalayotische Epoche auf den Balearen

Während der prätalayotischen Zeit waren die Balearischen Inseln dauerhaft bewohnt. Die Menschen lebten sesshaft in kleinen Gruppen, die durch Familienbande verbunden waren.

Wohnformen und Siedlungsbau

  • Der Wohnraum war zunächst die Höhle, wobei natürlicher Kalkstein (Muttergestein) ausgegraben wurde, um künstliche Höhlen zu schaffen.
  • Es wird angenommen, dass auch Hütten gebaut wurden, von denen jedoch kaum Überreste erhalten sind, mit Ausnahme der Funde in Can Gordiola (Muro).
  • Es wurde bereits mit Kupfer gearbeitet, das in einigen Teilen von Mallorca und Menorca zu finden ist.
  • Später entstanden die Navetas d'habitació (Wohn-Navetas) oder Naiformen. Dies sind hufeisenförmige, längliche Konstruktionen aus unregelmäßigen Steinblöcken. Sie besaßen ein Dach (Sotil) aus einem Rahmen von Baumstämmen und Platten. Auf Mallorca und Menorca sind sie seltener als die späteren Talayots.
  • Die mallorquinischen Naviformen konzentrieren sich in Küstennähe. Bekannte Beispiele für Wohn-Navetas auf Menorca sind Sant Jordi und Clariana, unter anderem.

Grab- und Bestattungsriten

Für die prähistorischen Menschen hatte alles, was den Tod und sein Geheimnis umgab, einen heiligen Wert. Als Ergebnis dieser Sorge wurden Gräber für die Toten errichtet oder gegraben.

Verschiedene Arten von Gräbern

  • Hypogäen: In den felsigen Untergrund gehauene Höhlen.
  • Natürliche Höhlen: Diese dienten ebenfalls als Bestattungsort (z. B. Tossals Verds).
  • Künstliche Höhlen: Hypogäen mit einer länglichen Kammer (z. B. Sa Cova des Càrritx oder Funde in Son Real bei Alcúdia und Ciutadella).
  • Megalithgräber: Außenkonstruktionen aus großen, aufrechten Steinen, die eine Kammer umschließen und mit horizontalen Platten bedeckt sind. Diese Megalithen sind reichlich auf Menorca und Mallorca vorhanden, etwa in Son Bauló (Santa Margalida) und S’Aigua Dolça (Artà).
  • Navetas d'enterrament: Ein für Menorca typisches Bestattungsmonument, das sich aus dem Dolmen entwickelte. Sie erreichten ihre höchste Perfektion am Ende der prätalayotischen und zu Beginn der talayotischen Zeit. Ihr Name erklärt sich durch das äußere Erscheinungsbild, das einem umgestürzten Schiff ähnelt.

Konstruktion und Bestattungsrituale

Die Navetas wurden aus regelmäßigen großen Steinblöcken gebaut, die eine Anlage mit länglicher Hufeisenform bilden. Im Inneren befindet sich eine Kammer, die als Grabstätte diente. Das am besten erhaltene Beispiel ist die Naveta des Tudons (Ciutadella).

Bestattungsritual: Im Inneren der Höhlen oder Kammern wurden die Leichen zusammen mit Grabbeigaben deponiert. Dazu gehörten Dinge, die sie im Leben besaßen, oder Gegenstände, die speziell für diesen Anlass gefertigt wurden (Keramik, Metallobjekte, Utensilien).

In einigen Fällen (z. B. bei den Navetas auf Menorca) wurden nur die Gebeine der Toten deponiert, nachdem sie an einem anderen Ort einen Verwesungsprozess durchlaufen hatten.

Grabbeigaben und prätalayotisches Handwerk

Die Grabbeigaben (Ajuar) oder Küchenutensilien bestanden vor allem aus glatter Keramik. Weitere Funde umfassen:

  • Perforierte rechteckige Platten.
  • Gegenstände wie Knöpfe, Nadeln und Stempel.
  • Objekte aus Bronze oder Kupfer wie Messer, Pfrieme, Halsketten und Armbänder (Braçoles).

Verwandte Einträge: