Der Primärsektor in Spanien: Viehzucht, Futterpflanzen und Forstwirtschaft
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Futterpflanzen in Spanien
Der Anbau von Futterpflanzen wie Alfalfa, Mais, Wicken und Hafer expandiert ständig, da die inländische Produktion zur Deckung des Bedarfs nicht ausreicht.
Viehzucht und ihre Bedeutung
Die Viehzucht macht etwa 40 % der Einkünfte des primären Sektors aus. Die spanische Nutztierhaltung hinkt im Vergleich zur EU hinterher, da die einheimischen Rassen oft kleiner sind als die für die industrielle Produktion benötigten Rassen, und deren Ersatz teuer ist. Ein großes Problem für die spanische Zucht sind die strukturellen Unterschiede der Betriebe, die immer noch stark von der Minifundio-Struktur (Kleinbauerntum) dominiert werden.
Schafzucht (ca. 21 Millionen Tiere)
Die Schafzucht erfolgt fast vollständig in einem extensiven Haltungssystem. Der traditionelle Almauftrieb ist praktisch verschwunden. In den letzten Jahren hat die Produktion von Schaffleisch und Schafmilch zugenommen, was zur Verbesserung der traditionellen Käseindustrie beigetragen hat. Hauptregionen sind Kastilien-La Mancha und Extremadura.
Ziegenzucht (knapp 3 Millionen Tiere)
Spanien ist der größte europäische Ziegenproduzent. Die Haltung auf Brachland ist sehr interessant, sofern die Tierdichte nicht übermäßig hoch ist. Käse und Fleisch der Ziegen sind sehr gefragt. Hauptregionen: Andalusien, Kastilien-La Mancha und Extremadura.
Rinderzucht (über 6 Millionen Tiere)
Die Milcherzeugung ist begrenzt und reicht für den inländischen Verbrauch nicht aus. Die Fleischproduktion wurde durch die Einführung neuer Rassen und verbesserte Haltungssysteme gesteigert. Die intensive Landwirtschaft dominiert in den feuchten Gebieten Spaniens, während in anderen Regionen die extensive Haltung vorherrscht. Hauptregionen: Kastilien und León, Galicien, Katalonien und Asturien.
Schweinezucht (rund 22 Millionen Tiere)
Einheimische Rassen liefern zwar geringere Erträge, bieten aber eine höhere Qualität. Sie gewinnen, insbesondere im Zuge der Industrialisierung, wieder an Bedeutung. Hauptregionen: Kastilien-La Mancha, Extremadura und Andalusien. Die Afrikanische Schweinepest (ASP) behindert die externe Vermarktung von Produkten, die von iberischen Schweinen gewonnen werden.
Geflügel und andere Nutztiere
Geflügelwirtschaft
Die Geflügelwirtschaft expandiert ständig. Der Produktionsanstieg hat zu einer Veränderung der spanischen Ernährungsgewohnheiten geführt. Moderne Geflügeltechnologie wird intensiv für die Fleisch- und Eierproduktion eingesetzt. Hauptregionen: Katalonien, Andalusien, Aragonien und Galicien.
Weitere Nutztiere
Dazu gehören Kaninchen und Hasen. Andere traditionelle Nutztiere wie Pferde, Maultiere und Esel befinden sich im Niedergang und sind vom Verschwinden bedroht.
Forstwirtschaft und Waldnutzung in Spanien
Obwohl potenziell mehr als die Hälfte des spanischen Territoriums bewaldet sein könnte, ist tatsächlich nur etwas mehr als ein Viertel des Landes mit Wald bedeckt. Weniger als ein Drittel dieser bewaldeten Fläche wird forstwirtschaftlich genutzt. Die Forstwirtschaft trägt nur etwa 2 % zu den Einkünften des primären Sektors bei.
Funktionen des Waldes
Die Bedeutung des Waldes umfasst folgende Funktionen:
- Umwelt: Bodenbildung und -konsolidierung sowie Regulierung der Wasserkreisläufe.
- Sozioökonomisch: Erzeugung von Rohstoffen (Holz, Zellstoff, Früchte etc.).
- Landschaft: Schaffung vielfältiger Landschaften.
- Biologisch: Erhaltung der Vielfalt von Pflanzen- und Tierarten.
Wiederaufforstungspläne und Waldstruktur
Im Jahr 1994 wurde ein Plan zur Umgestaltung landwirtschaftlicher Flächen entwickelt, der vorsah, innerhalb eines 40-jährigen Horizonts 8 Millionen Hektar aufzuforsten. Dieser Plan stellte ökologische Aspekte über rein wirtschaftliche Interessen. Das Ergebnis war eine deutliche Steigerung der spanischen Waldfläche.
Die Waldfläche setzt sich wie folgt zusammen:
- Nadelwald: 77 % der Waldfläche.
- Hartholz/Laubwald: 23 % der Waldfläche.
Probleme der spanischen Wälder
Das größte Problem unserer Wälder ist die mangelnde Pflege und das geringe Bewusstsein der Bevölkerung, was sich in der hohen Zahl von Waldbränden widerspiegelt. Hinzu kommt die verfehlte Wiederaufforstungspolitik vergangener Jahre, bei der die Priorität auf rein wirtschaftlichen Erträgen lag. Man konzentrierte sich auf die Holzproduktion statt auf die Schaffung oder Erhaltung eines gesunden Waldes. Dies führte zu einer übermäßigen und dichten Aufforstung mit Baumarten wie Nadelbäumen und Eukalyptus, die oft als problematisch gelten.