Primo de Rivera: Diktatur, Krise 1917 und Ende der Monarchie
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Primo de Rivera: Diktatur und politische Krise
Die harte Diktatur von Primo de Rivera stellte sich als letzter Versuch dar, die Monarchie Alfonsos XIII. durch die Lösung der politischen und sozialen Probleme Spaniens zu erhalten. Verschiedene Faktoren führten zur Unwirksamkeit des bestehenden Systems: die Erregung durch die Russische Revolution (1917), regelmäßige Krisen sowie der Aufstieg des Faschismus in Italien.
Der Putsch und die Unterstützung
Der Putsch (Coup d'État) von Primo de Rivera erfolgte mit Unterstützung katalanischer Unternehmer und eines bestimmten Sektors der Armee, der dem König nahestand. Das sogenannte Militär-Directorio bildete die erste Phase der Diktatur: Die Militärregierung setzte de facto die Verfassung von 1876 außer Kraft.
Wichtige Ereignisse der ersten Periode
In dieser ersten Phase kam es zu mehreren bedeutenden Ereignissen, u. a.:
- Landung in Alhucemas (1925), die schließlich zur Niederlage Abd el Krims mit französischer Unterstützung führte;
- die Unterdrückung des Anarchismus in Barcelona, die von der Regierung als Erfolg gewertet wurde.
Versuche der Konsolidierung
Das bürgerliche Direktoriat versuchte, die Diktatur zu verfestigen: Es entstand die Unión Patriótica, und es wurden Anläufe unternommen, die Verfassung zu reformieren. Allerdings fehlte es an breiter Unterstützung, und die Reformbemühungen scheiterten, woraufhin sich die Regierung zunehmend isolierte.
Rücktritt und Opposition
Der Rückzug Primo de Riveras stärkte die politische Opposition und führte zur Bildung des Pacto de San Sebastián. Die Opposition vereinigte sich mit dem Ziel, die Monarchie zu stürzen. Das Ende der Monarchie Alfonsos XIII. war letztlich Ausdruck des Volkswillens: Alfonso ging ins Exil, und die Zweite Spanische Republik wurde proklamiert.
Die Krise von 1917: Ursachen und Verlauf
Die politische Problematik Spaniens reicht bis zur Krise von 1917 zurück. Die erste Manifestation war die Bildung der Juntas de Defensa, militärischer Zusammenschlüsse, die das Wiederauftreten der Armee in der Politik markierten. Die Unzufriedenheit mit der liberalen Politik der Regierung Romanones wuchs deutlich.
Das Manifest der Juntas bedeutete die Wiederkehr der Rolle des Militärs in der Politik. Alfonsos Unterstützung dieser Bewegung wurde von vielen als Maßnahme zur Sicherung der Ordnung betrachtet.
Parlamentarische Opposition und Generalstreik
Verschiedene parlamentarische und regionalistische Gruppen versuchten, die politische Opposition zu bündeln; manche organisierten sich als eine Art alternatives Parlament oder suchten regionale Allianzen. 1917 kam es zudem zu einem Generalstreik, der von Sozialisten und Anarchisten gefördert wurde. Der Streik richtete sich gegen den Verlust von Arbeiterrechten und verfolgte das Ziel einer grundlegenden Systemänderung; er wurde als revolutionärer Streik bezeichnet.
Die Regierung weigerte sich zu verhandeln und setzte Gewalt ein. Der Streik scheiterte und offenbarte das Versagen der herrschenden Politik. Die Krise von 1917 spiegelte die strukturellen Mängel des politischen Systems wider; auch spätere Regierungen konnten die Spannungen nur schwerlich ohne den Einsatz militärischer Mittel bewältigen.
Zusammenfassung
Insgesamt verdeutlicht die Periode von Primo de Rivera die Verknüpfung militärischer Eingriffe, sozialer Konflikte und politischer Reformversuche in einer Zeit massiver internationaler Umbrüche. Diese Entwicklungen trugen wesentlich zum Ende der Monarchie Alfonsos XIII. und zur Entstehung der Zweiten Spanischen Republik bei.