Produktion, Produktivität und Kosten
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Produktion, Produktivität und Kosten in Unternehmen
Menschen befriedigen Bedürfnisse durch den Konsum von Gütern und Dienstleistungen. Unternehmen stellen diese her und streben danach, durch Produktion und Verkauf ihrer Produkte Gewinne zu erzielen. Sie kombinieren Produktionsfaktoren (PF) und setzen auf Technologie. Unternehmen sind heterogen und vielfältig.
Unternehmenskriterien:
- Größe: Klein-, Mittel- und Großunternehmen (Anzahl Mitarbeiter, Kapital, Umsatz, Gewinn).
- Eigentümer: Öffentlich, privat (Verwaltung) und gemischt (staatlich und privat).
- Art der Aktivität: Sektor 1, 2 oder 3.
- Rechtsform: Der Arbeitgeber wählt (SA, SL, SC) – unterschiedliche Verpflichtungen.
1. Die Produktionsfunktion des Unternehmens
Das Ziel des Unternehmens ist es, durch den Verkauf von Produkten zu profitieren. Dafür werden Produktionsfaktoren kombiniert. Jedes Unternehmen kombiniert diese anders – das ist die Produktionsfunktion. Sie gibt das Verhältnis zwischen der Menge der produzierten Produkte und den eingesetzten Faktoren an. Die Produktionsfunktion hängt von der Technologie ab. Technologie-Upgrades ermöglichen eine effizientere Produktion, sparen Zeit und Kosten, was zu niedrigeren Verkaufspreisen führen kann.
Wichtige Punkte zur Produktionsfunktion:
- Die Produktionsfunktion hat eine zunehmende Steigung.
- Werden die Produktionsfaktoren gesteigert, steigt die Produktionsmenge (Q) überproportional.
Bei Produktionsfunktionen mit mehreren Faktoren können sich einige schnell ändern (z.B. Arbeit), andere nicht (z.B. Gebäude, Kapital). Dies ermöglicht die Unterscheidung zwischen kurz- und langfristiger Betrachtung. Kurzfristig können nur einige Faktoren angepasst werden, langfristig sind alle variabel. **Effizienz** bezieht sich auf das Verhältnis zwischen dem Verbrauch von Produktionsfaktoren und dem erzielten Produkt. Je mehr mit gegebenen Faktoren produziert wird, desto höher die Effizienz.
2. Produktivität
Zur Messung der Effizienz wird die Produktivität verwendet. Sie setzt das erzielte Produkt ins Verhältnis zu den eingesetzten Produktionsfaktoren. Höhere Produktivität bedeutet, mehr Material mit einer bestimmten Menge an Faktoren zu erhalten.
Berechnung der Produktivität:
- Ein Produkt, ein Faktor: P = QProdukt / QFaktor
- Mehrere Faktoren und Produkte: Um die Faktoren und Produkte vergleichbar zu machen, werden sie mit ihren Preisen multipliziert und in Geldeinheiten (z.B. €) ausgedrückt. Das Ergebnis zeigt die Produktmenge pro eingesetzter Geldeinheit.
3. Herstellungskosten
Das Unternehmen zielt darauf ab, so effizient wie möglich zu produzieren, d.h. mit den geringsten Kosten. Kostenbewertung:
- Fixe Kosten: Kosten, die *nicht* mit der Produktionsmenge variieren (z.B. Maschinen, Gebäude). Die Fixkostenkurve verläuft parallel zur x-Achse.
- Variable Kosten: Ändern sich mit der Produktionsmenge. Je mehr produziert wird, desto mehr Ressourcen werden benötigt (z.B. Arbeit, Rohstoffe). Die Kurve beginnt im Ursprung, da keine Produktion keine variablen Kosten verursacht. Die Steigung hängt von den variablen Kosten pro Einheit ab.
- Gesamtkosten: Summe aus fixen und variablen Kosten. Sie stellen alle Kosten dar, die für die Produktion eines Gutes anfallen. Die Kurve beginnt am Schnittpunkt der Fixkostenkurve mit der y-Achse und verläuft parallel zur Kurve der variablen Kosten.
- Durchschnittliche Kosten: Ergeben sich aus der Division der Gesamtkosten durch die Anzahl der produzierten Einheiten. Es gibt durchschnittliche Gesamtkosten, durchschnittliche Fixkosten und durchschnittliche variable Kosten. Die durchschnittlichen Gesamtkosten (TC/Q) geben an, wie viel die Herstellung einer Einheit durchschnittlich kostet. Dies ist wichtig für die Preisfindung.
- Grenzkosten: Die Kosten für die Herstellung einer *zusätzlichen* Produkteinheit, d.h. die Kosten der letzten produzierten Einheit. Normalerweise sinken die Grenzkosten zunächst mit steigender Produktion, bis zu einem Punkt, an dem sie minimal sind (und den durchschnittlichen Kosten entsprechen). Danach steigen die Grenzkosten wieder an.
Zunehmende und abnehmende Erträge:
Die Beziehung zwischen Produktionsfaktoren und Produktentwicklung ist nicht immer konstant. Manchmal führt eine Erhöhung bestimmter Faktoren zu einer proportionalen oder überproportionalen Steigerung der Produktion, manchmal ist eine deutliche Steigerung der Faktoren erforderlich, um die Produktion nur geringfügig zu verbessern. Wenn die Produktion schneller steigt als die eingesetzten Faktoren, spricht man von *steigenden Erträgen* (z.B. Verdopplung der Arbeit führt zur Verdreifachung des Produkts).
4. Langfristige Kosten
Unterschied zwischen kurz- und langfristigen Kosten:
- Kurzfristig: Es gibt Fixkosten, die unabhängig von der Produktion anfallen (z.B. Abschreibungen, Finanzierungskosten, Miete). Diese Kosten können nicht sofort beseitigt werden, selbst wenn die Tätigkeit eingestellt wird.
- Langfristig: Alle Kosten sind variabel. Mietverträge können gekündigt, Anlagen verkauft oder neue gekauft, Kredite gekündigt oder aufgenommen werden.
Die langfristige durchschnittliche Gesamtkostenkurve ist U-förmig, aber offener als die kurzfristige Kurve. Das Unternehmen kann seine Größe anpassen und die optimale Kombination von Faktoren wählen.
Wichtige Punkte zu langfristigen Kosten:
- Auf jeder Aktivitätsebene befindet sich das Unternehmen am tiefsten Punkt der kurzfristigen durchschnittlichen Gesamtkostenkurve für diese Ebene.
- Die langfristige Kurve ergibt sich aus der Verbindung der minimalen Punkte der kurzfristigen Kurven für jede Aktivitätsebene.
- Der minimale Punkt jeder kurzfristigen durchschnittlichen Gesamtkostenkurve ist tangential zur langfristigen Kurve.