Projektmanagement: Problem- und Zielbaumanalyse

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Der Problem- und Zielbaum als Analyseinstrument

Der Problembaum

Der Problembaum bezieht sich auf drei Hauptursachengruppen:

  1. Niedriges Bildungsniveau
  2. Hohe Armut in den Familien
  3. Hohe Drogenabhängigkeit bei Jugendlichen

Jede dieser Gruppen hat wiederum eigene Ursachen. So führt beispielsweise ein niedriges Bildungsniveau zu hohen Schulabbrecherquoten und schlechten Leistungen. Auf der anderen Seite des Baumes werden die Auswirkungen dargestellt: Marginalisierung, Schwierigkeiten beim Eintritt in den Arbeitsmarkt usw., was wiederum zu sozialer Ausgrenzung führt.

Projekte sollten so formuliert werden, dass sie eines der identifizierten Probleme, wie zum Beispiel die hohe Schulabbrecherquote, gezielt angehen. Ausgehend von diesem Problem kann die Projektformulierung beginnen. Der Problembaum ist nur ein Modell der sozialen Realität und stellt eine vereinfachte Abbildung der Wirklichkeit dar.

Der Zielbaum

Der Zielbaum ist das positive Spiegelbild des Problembaums. Die Ursache-Wirkungs-Beziehungen werden zu Zweck-Mittel-Beziehungen und müssen die Frage beantworten: „Wie kann dieses Problem gelöst werden?“. In dieser Phase stellt man häufig fest, dass einige angenommene Ursache-Wirkungs-Beziehungen nicht zutreffen oder dass für manche Ziele keine realistische Lösung existiert.

Das formulierte Ziel beschreibt einen erreichten Zustand, nicht den Auslöser dafür. Sobald das Ziel festgelegt ist, muss die beste Alternative zur Erreichung dieses Ziels unter Berücksichtigung verschiedener Möglichkeiten und externer Faktoren abgewogen werden.

Kriterien für die Alternativenbewertung

Die verwendeten Kriterien lassen sich in drei Blöcke einteilen:

  1. Wirtschaftlichkeit
  2. Umsetzungskapazitäten
  3. Erwartete Auswirkungen auf die Zielbevölkerung

Der Abschlussbericht im Logischen Rahmen

Der Bericht des Logischen Rahmens (Logical Framework) dient als Prüfbericht. Der Detaillierungsgrad, mit dem alle Ergebnisse dargestellt werden, macht ihn zu einem wichtigen Element für die Bewertung und Verbesserung zukünftiger Interventionen.

Ziele des Berichts

Der Bericht des Logischen Rahmens erfüllt mindestens drei Ziele:

  • Rechenschaftslegung gegenüber den Geldgebern
  • Verbreitung der Ergebnisse an alle Beteiligten
  • Leitfaden für neue Interventionen

Seine Besonderheit liegt in der transparenten Darstellung der verwendeten Instrumente, insbesondere der Analysewerkzeuge aus der Identifikationsphase und der Logframe-Matrix (LFM).

Struktur des Berichts nach EU-Vorgaben

Die Struktur des Berichts hat laut EU-Vorgaben sechs Blöcke:

  1. Allgemeine Informationen: Angaben zu den durchführenden Institutionen, Projekttitel, Vertragszeitraum, Kosten, Berichtszeitraum und Projektstart.
  2. Merkmale der Zielgruppen: Eine genaue Definition der Begünstigten, ihre Anzahl, ihre soziale Lage und die Art der durchgeführten Intervention.
  3. Überblick über Ziele, Ergebnisse und Aktivitäten: Ein Abgleich der im Logischen Rahmen (LFM) geplanten und der tatsächlich erreichten Ziele. Darstellung von Abweichungen und deren Begründung sowie eine Erläuterung der aufgetretenen Risiken und Schwierigkeiten.
  4. Details zur Durchführung: Dokumentation der Vorgehensweise, Art der durchgeführten Evaluierungen, Personalschulungen, Maßnahmen zur Verbreitung und Sichtbarkeit des Projekts, Sicherheitsaspekte, Nennung der Projektleitung sowie ein Inventar der verwendeten Materialien und Ausrüstung.
  5. Finanzielle Rechtfertigung: Umfasst alle Aspekte der finanziellen Abrechnung.
  6. Schlussfolgerungen

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