Projektplanung: Ziele formulieren und Problembäume nutzen

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Ziele formulieren und Aktionen organisieren

Ziele zu formulieren bedeutet, Aktionen zu organisieren und Anstrengungen in eine bestimmte Richtung zu lenken. Daher ist die Zielsetzung eine zentrale Aufgabe der Planung, sei es für Forschungsprojekte oder die Entwicklung. Dies ist ein logischer Prozess, bei dem versucht wird, das Wesen des Projekts in Worte zu fassen. Ausgehend von den Problemen, die den Ausgangspunkt bilden, werden alternative Lösungen vorgeschlagen und anschließend analysiert. Die Analyse dient dazu, Handlungsrichtungen zu identifizieren, um schließlich einen Weg (eine Handlung) zu wählen.

Ein Ziel ist greifbar, messbar und überprüfbar – im Gegensatz zu rein subjektiven Vorstellungen.

Unterscheidung zwischen Ergebnissen und Zielen

Ergebnisse dürfen nicht mit Zielen verwechselt werden. Während ein Ergebnis ein Faktor sein kann, bedeutet ein Ziel immer eine Errungenschaft. Wenn Ziele klar formuliert sind, bringen sie zum Ausdruck, warum, was und wie ein Forschungs- oder Entwicklungsprojekt umgesetzt werden soll.

Hauptziele und Zwischenziele

Das Hauptziel (auch ultimatives Ziel genannt) beschreibt die Lösung, die erreicht werden soll. Es ist die Antwort auf das zentrale Problem. Die Zwischenziele sind die Voraussetzungen zur Erfüllung des Hauptzwecks. In einigen Fällen stellen diese Schritte eine notwendige Sequenz dar.

Der Problembaum und der Zielbaum

Bei der Projektformulierung helfen Werkzeuge dabei, Probleme und Ziele zu analysieren und die Beziehungen zwischen ihnen zu formalisieren. Ein wichtiges Werkzeug ist der Problembaum, der eine grafische Darstellung von Ursache-Wirkungs-Beziehungen bietet.

1. Problemanalyse

Basierend auf verfügbaren Informationen wird die bestehende Situation analysiert, um die wichtigsten Probleme zu identifizieren. Es ist wichtig, dass in dieser Phase alle Optionen offen bleiben. Der Zweck ist es, ein klares Bild der Situation zu schaffen, um die Perspektive für den Projektentwurf zu stärken.

1.1 Analyse der Akteure

Der erste Schritt besteht darin, die Situation aus der Sicht der beteiligten Akteure zu analysieren und die wichtigsten Probleme zu identifizieren. Es wird empfohlen, nur ein Problem zurzeit zu beschreiben und zu analysieren. Diese können nach den Perspektiven der verschiedenen Akteure gruppiert werden.

1.2 Identifikation objektiver Probleme

In einem ersten Auswahlprozess werden aus der Menge der identifizierten Situationen die relevanten Probleme gefiltert. Dabei sollten potenzielle oder eingebildete Probleme von realen unterschieden werden. Es werden nur jene berücksichtigt, die bereits eine konkrete Manifestation zeigen (objektive Probleme).

1.3 Probleme als negativer Zustand

Ein Problem ist nicht das Fehlen einer Lösung, sondern ein negativer Zustand. Das Problem muss aus der Sicht der Betroffenen formuliert werden, ohne vorab technische Lösungen einzubeziehen.

Beispiel:

  • Es ist falsch, ein Problem als „Mangel an Zugang zu Wasseraufbereitung“ zu beschreiben. Richtig ist die Definition über die Auswirkung, zum Beispiel: „Hohe Inzidenz von Durchfallerkrankungen bei Säuglingen“.

Vom Problembaum zum Zielbaum

In einem weiteren Verfahren konzentriert sich die Analyse auf ein spezifisches Problem, das sogenannte Kernproblem (Focal Problem). Dies schließt andere Probleme nicht aus, ordnet sie jedoch nach Ursache-Wirkungs-Beziehungen ein.

Im Zielbaum werden die Probleme in Ziele umgewandelt. Er skizziert künftige Lösungen. Um von den Problemen zu den Zielen zu gelangen, ist es notwendig, von einer Interventionshypothese auszugehen.

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