Psychologie der Motivation: Konzepte und Theorien
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Motivation nach Pablo Murillo
Motivation ist ein Prozess oder eine Reihe von Prozessen, die eine Folge zielgerichteten Verhaltens starten, verwalten, pflegen und schließlich stoppen.
Es handelt sich um den Prozess, durch den Reize, Objekte, mentale Repräsentationen und Bilder als Variablen im menschlichen Verhalten beteiligt sind und einen ursächlichen Wert erwerben. Dieser Wert wird auf das gesamte Verhalten ausgeübt, da die Motivation enge Verbindungen zu Aufmerksamkeit, Gedächtnis, Lernen und anderen kognitiven Prozessen besitzt.
Memorandum
Bedingungen, die dazu führen, Verhalten zu pflegen und zu regulieren. Diese Motive sind keine direkt beobachtbaren Variablen, sondern hypothetische Konstrukte: Wir können sie nur aus dem beobachtbaren Verhalten erschließen.
Maß an Motivation
Primäre oder biologische Motivation
- Es geht um das Überleben des Organismus oder der Spezies.
- Sie basiert auf inneren Zuständen des Organismus.
- Sie kann auf homöostatischen Mechanismen beruhen (Regulierung durch ein Defizit), wie zum Beispiel Durst.
- Sie kann auf hormonelle Veränderungen oder Zustände des Körpers reagieren, wie etwa das Sexualverhalten.
- Beim Menschen wird sie zudem durch Erwartungen, die Antizipation von Folgen und erworbenes Wissen beeinflusst.
Sekundäre Motivation
- Diese ist beim Menschen besonders relevant, da sie die wichtigsten Gründe für die Intervention bei bestimmten psychischen Prozessen vollständig verändern kann.
- Sie übt eine weitgehende Kontrolle über das Verhalten aus.
- Sie dient nicht direkt der Erhaltung des biologischen Organismus oder der Art.
Wichtige theoretische Orientierungen
Theorien des Antriebs (Impulstheorien)
Die erste Bedeutung sollte aus physiologischen Gründen erklärt werden:
- Woodworth: Der Drang wird als innere Kraft verstanden, die dazu neigt, das Gleichgewicht (Homöostase) zu halten.
- Hull: Motivation ist die Einleitung von erlerntem Verhalten oder gewöhnlichen Mustern. Motivierte Verhaltensweisen neigen dazu, die Spannung im Körper zu senken.
Diese Theorie erklärt am besten die Grundbedürfnisse nach sofortiger Befriedigung, vernachlässigt jedoch das weite Feld der menschlichen Bedürfnisse.
Psychodynamische und homöostatische Theorien
Vorgeschlagene Theorie von Sigmund Freud: Der Schwerpunkt liegt auf den unbewussten Kräften des Antriebs.
Humanistische Theorien: Maslow
Motivation basiert auf den Anstrengungen des Einzelnen, sein volles Potenzial zu erreichen. Menschliche Verhaltensweisen erfüllen die Funktion der Befriedigung von Bedürfnissen, die hierarchisch organisiert sind.
Die physiologischen Bedürfnisse, Sicherheit, Zugehörigkeit und Wertschätzung sind Mangelbedürfnisse: Das Nichterreichen bewegt die Person dazu, sie zu erfüllen. Das Wachstum der eigenen Persönlichkeit ist ein persönliches Ziel.
Kognitive Theorien
Erwartung-mal-Wert-Theorie (J. Atkinson)
Das Verhalten des Einzelnen hängt davon ab, welchen Wert das angestrebte Ziel hat und welche Erwartungen bestehen, dieses Ziel durch das Verhalten zu erreichen. Menschen bewegen sich auf Ziele zu, um ihr Potenzial zu entfalten.
Attributionstheorie
Attributionen sind die wahrgenommenen Ursachen eines bestimmten Ergebnisses. Es ist die Antwort jeder Person auf die Frage: "Warum ist das passiert?"
Die Zuordnung hat drei Dimensionen:
- Stabilität: Mögliche Ursachen sind über die Zeit konstant.
- Steuerbarkeit: Kann die Person die Situation kontrollieren?
- Locus of Control (Ort der Kontrolle)
Locus of Control (Rotter)
Menschen versuchen, die Kontrolle über wichtige Aspekte des Lebens zu behalten.
- Interner Locus of Control: Menschen glauben, dass Ereignisse aufgrund ihres eigenen Handelns eintreten.
- Externer Locus of Control: Menschen glauben, dass Ereignisse unabhängig von ihrem Verhalten geschehen.
Kohärenztheorie
Die Grundidee ist, dass Motivation das Ergebnis der Interaktion zwischen Kognition und Verhalten ist.
- Homöostatische Theorien: Wenn keine Übereinstimmung besteht, versucht der Körper, die Spannung zu verringern, um das Gleichgewicht wiederherzustellen.
- Balance-Theorie (Heider): Es gibt eine Tendenz zum kognitiven Ausgleich von Beziehungen zwischen Menschen, Situationen und Ereignissen.
- Kognitive Dissonanz (Festinger): Tendenz, kohärente Beziehungen zwischen Kognitionen und Verhaltensweisen aufrechtzuerhalten. Dissonanz motiviert zum Handeln, da sie als unangenehm empfunden wird und gelöst werden muss.