Psychologische Diagnostik: Standardisierung & Reliabilität
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Psychologische Diagnostik: Standardisierung und Reliabilität
Standardisierung in der Psychologie
Die Standardisierung umfasst Regeln oder Verfahren zur Durchführung und Auswertung einer Prüfung an einer repräsentativen Stichprobe von Befragten, um verbindliche Standards (Normen) festzulegen.
- Ein standardisierter Test verfügt über klar definierte Verfahren für eine eindeutige Durchführung.
- Es muss sichergestellt werden, dass die Ergebnisse normative Daten enthalten, um Vergleiche zu ermöglichen.
Reliabilität: Die Zuverlässigkeit von Messinstrumenten
Die Reliabilität (Zuverlässigkeit) bestimmt die Brauchbarkeit eines Instruments als Messwerkzeug. Sie beschreibt die Konsistenz der Ergebnisse, die eine Person erzielt, wenn sie mit demselben Test zu verschiedenen Zeiten, mit unterschiedlichen Item-Gruppen oder unter variierenden Testbedingungen untersucht wird.
- Je höher der Testwert in Bezug auf Reliabilität und Korrelation ausfällt, desto zuverlässiger ist das Instrument. Ein zuverlässiger Test liefert bei verschiedenen Gruppen konsistente Ergebnisse.
- Reliabilität bedeutet Beständigkeit der Ergebnisse und ist von entscheidender Bedeutung für psychologische Vorhersagen.
- Ein Test, der nicht zuverlässig ist, sollte niemals verwendet werden.
Arten der Reliabilität
- Retest-Reliabilität (Zeitliche Stabilität): Diese Form der Zuverlässigkeit misst die Konsistenz der Untersuchungsergebnisse über die Zeit hinweg. Wenn ein Instrument bei derselben Person wiederholt die gleichen Ergebnisse liefert, gilt es als zuverlässig. In diesem Fall ist die Korrelation der Messwerte perfekt positiv, wenn sie nahe bei 1 liegt.
- Je näher der Wert an 1 liegt, desto stärker ist die Reliabilität.
- Diese Zuverlässigkeit wird durch den Reliabilitätskoeffizienten gemessen, der im Rahmen von Test-Wiederholungs-Verfahren ermittelt wird.
- Der Test wird ein zweites Mal derselben Gruppe vorgelegt. Die Zeitspanne zwischen den Durchführungen schwankt je nach Forschungszweck.
- Je mehr Zeit vergeht, desto niedriger ist in der Regel die erwartete Übereinstimmung.
- Sobald die Noten beider Verteilungen vorliegen, werden sie korreliert. Zwischen der ersten und zweiten Gabe sollten idealerweise nicht mehr als sechs Monate liegen.
- Interne Konsistenz: Diese bezieht sich auf die Übereinstimmung der einzelnen Testteile untereinander und ist ein Maß für die Homogenität des Instruments. Hierbei wird die Konsistenz des Tests zu einem einzigen Zeitpunkt betrachtet.
- Zur Bestimmung der internen Konsistenz gibt es zwei Hauptwege:
- Split-Half-Methode (Halbierungsmethode): Der Test wird in zwei gleichwertige Hälften geteilt (z. B. durch die Trennung von geraden und ungeraden Item-Nummern). Man erhält einen Reliabilitätskoeffizienten aus einer einzigen Durchführung, wodurch Übungs- und Zeiteffekte entfallen.
- Item-Analyse: Schätzung der internen Konsistenz durch die Beziehung zwischen jeder einzelnen Frage (Item) und dem Gesamttest. Dabei werden Schwankungen berücksichtigt, die durch den Inhalt der Prüfung oder die Heterogenität des untersuchten Verhaltens entstehen.
- Interrater-Reliabilität (Richterübereinstimmung): Der Grad der Übereinstimmung oder Konsistenz zwischen zwei oder mehr Beurteilern, die als Richter oder Rater bekannt sind.
- Paralleltest-Reliabilität (Äquivalenz): Hierbei werden zwei gleichwertige Testformen konstruiert. Ziel ist es, die Konsistenz der Inhalte beider Formen zu schätzen. Dieses Modell verringert die Auswirkungen von Übungseffekten, eliminiert sie jedoch nicht vollständig.
- Es ist oft empfehlenswert, beide Formen gleichzeitig oder zeitnah zu verwalten.
- Halbierungsmethode: (Zusätzliche Anwendung der Aufteilung in zwei Hälften zur Konsistenzprüfung).