Psychologische Modelle und Theorien in der Sozialen Arbeit
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Verhaltensmodelle
Alles Verhalten ist erlernt. Die Verstärkung bestimmt die Frequenz. Edwin J. Thomas führt in die Verhaltensmodelle ein. Das Ziel ist es, Personen zu helfen, ihr eigenes Verhalten zu kontrollieren und selbstgewählte Ziele zu erreichen.
Thorndike: Law of Effect
In einer bestimmten Situation neigen Verhaltensweisen, die zu einem schönen Ergebnis führen, dazu, sich in ähnlichen Situationen zu wiederholen. Verstärker können intrinsisch (Selbstzufriedenheit) oder extrinsisch (materielle, soziale oder symbolische Werte) sein.
Formen der Verhaltensbeeinflussung
- Klassische Konditionierung (Watson, Pawlow): Bei negativen Erfahrungen erzeugt die Exposition gegenüber Reizen Angst. Techniken: Entspannung, Desensibilisierung, Flooding.
- Operante Konditionierung (Skinner): Verhalten wird durch Konsequenzen gesteuert. Techniken: Token-Systeme, Phantasie-Training.
- Soziales Lernen (Bandura): Lernen ist ein soziales Verhalten in Interaktion. Techniken: Soziales Kompetenztraining.
Arten der Verstärkung
- Positive Verstärkung: Ein positives Ergebnis folgt auf ein Verhalten.
- Negative Verstärkung: Vermeidung negativer Auswirkungen.
- Extinktion: Entfernen des positiven Ergebnisses.
- Strafe: Einsatz eines negativen Ergebnisses.
Psychodynamische Modelle
Schlüsselbegriffe: Ich-Theorie, Abwehrmechanismen, Objektbeziehungstheorie, Diagnose. Ziel ist die Lösung intrapsychischer Probleme, die sich auf alltägliche, schulische und berufliche Beziehungen auswirken.
Strukturmodell
- Über-Ich (Recht): Der Vater/die moralische Instanz.
- Es (Lust): Das Kind/die Triebe.
- Ich (Haftung): Der Erwachsene/das Selbst.
Konflikte entstehen, wenn das Über-Ich und das Ich versuchen, das Es zu unterdrücken. Angst ist das Ergebnis dieser Konflikte. Das Ich nutzt Abwehrmechanismen (Verdrängung, Projektion, Sublimierung, Rationalisierung).
Kognitivismus
Konzepte: Gedanken bestimmen unser Handeln. Irrationale Überzeugungen führen zu unnötigem Leid. Ziel ist die Verbesserung der psychischen Gesundheit durch rationale Kognitionen.
Kognitive Verzerrungen
- Alles-oder-Nichts-Denken
- Antizipation negativer Folgen
- Selektive Abstraktion
- Personalisierung
Systemische und ökologische Modelle
Wir sind Teil von Systemen (Familie, Unternehmen, Region). Das System definiert sich durch die Interaktionen seiner Komponenten. Ein Prozess der Änderung in einem Teil betrifft die Totalität des Systems.
Ökosystem-Modell
Interventionen können nicht fragmentiert werden. Beobachtungsebenen:
- Mikrosystem: Unmittelbare Umgebung.
- Mesosystem: Beziehungen zwischen Gruppen.
- Exosystem: Indirekte Einflüsse.
- Makrosystem: Kulturelle Muster und soziale Normen.
Radikale Modelle
Soziale Probleme sind oft strukturell bedingt. Das Modell kritisiert Machtungleichgewichte, Globalisierung und die ungleiche Verteilung von Ressourcen. Ziel ist nicht nur die Anpassung, sondern die Transformation der Gemeinschaft durch Aufklärung und Denunziation sozialer Ungerechtigkeiten.
Humanistische Modelle
Konzepte: Innerer Wert der Person, Klientenzentrierung, Empathie, aktives Zuhören und Vertrauen. Der Mensch wird als einzigartig und fähig zur Selbstverwirklichung betrachtet.
Existenzialistischer Ansatz
Der Mensch sucht nach Sinn. Wenn das Leben sinnlos erscheint, hilft die Soziale Arbeit dabei, einen befriedigenden Lebensstil zu finden, Solidarität zu fördern und die eigene Würde zu bewahren.