Qualitative und Quantitative Forschungsmethoden im Vergleich

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Punkt 1: Qualitative Forschung in der Sozialarbeit

Einführung

Der Streit zwischen qualitativem und quantitativem Ansatz wurde intensiv diskutiert. In unserem Fall wurde jedoch das heuristische Potenzial (Untersuchung und Entdeckung) der qualitativen Perspektive und ihre charakteristischen Merkmale zwischen den verschiedenen theoretischen Linien identifiziert, wobei wir den symbolischen Interaktionismus betonen. Wir müssen auch die Anwendung spezifischer Vorgehensweisen im Rahmen der traditionellen Methoden rechtfertigen, die diese Disziplin bisher geprägt haben.

Qualitative Forschung: Differenzierende Merkmale

Qualitative Forschung gewinnt in den Sozialwissenschaften aufgrund ihres enormen heuristischen Potenzials an Bedeutung. (Heuristik: Die Wissenschaft sucht auf nicht-rigorose, empirische Weise, oft durch Versuch und Irrtum, nach Lösungen für ein Problem.)

Die Grundlage jedes Ansatzes ist das Verständnis des spezifischen Untersuchungsgegenstandes. Im Fall der qualitativen Methodik kann dies während des gesamten Forschungsprozesses nicht getrennt von einer ganzheitlichen Perspektive verstanden werden (ein Ganzes ist mehr als die Summe seiner Teile).

Perspektiven im Vergleich

  • Qualitative Perspektive: Strukturelles Verständnis des untersuchten Objekts.
  • Quantitative Perspektive: Formulierung einer kausalen Erklärung des Problems.

Die ehrgeizigen Forschungsziele führen dazu, dass man wissen möchte, was im Lebensbereich der alltäglichen Realität geschieht.

Blumer fordert eine Haltung der Demut, beginnend mit der Untersuchung eng gefasster und spezifischer Bereiche. Dies geschieht durch die Entwicklung von sogenannten sensibilisierenden Konzepten und Leitlinien, die uns helfen, das induktive Verfahren mit den bereits genannten Alltagstheorien zu vervollständigen. Dies ermöglicht eine relative Flexibilität und einen instrumentellen Nutzen.

Integration und Triangulation

Diese Haltung hat die qualitativen Methoden in den Sozialwissenschaften geprägt. Sie haben ihr Potenzial zur Kritik quantitativer Systeme sowie zur Aufnahme in integrierte Modelle (Kombination beider Ansätze) gezeigt.

Lazarfeld und Barton (1955) schlugen vor, dass Forscher, die zunächst einen qualitativen Ansatz zur Untersuchung und Entwicklung von Hypothesen verwenden, diese später durch die Anwendung eines quantitativen Verfahrens überprüfen könnten. Dieses sequentielle Modell wurde in vielen sozialwissenschaftlichen Forschungsprojekten angewendet.

Methodische Triangulation: Bezeichnet ein Forschungsdesign, bei dem quantitative und qualitative Methoden kombiniert werden können, oder verschiedene quantitative bzw. qualitative Methoden miteinander verglichen werden. Die angewandten Methoden sind unabhängig, aber durch die gemeinsame Forschungsaufgabe verbunden. Der Vergleich der Ergebnisse erleichtert die Überprüfung der Validität und Zuverlässigkeit und sorgt für mehr Kohärenz der endgültigen Schlussfolgerungen.

Obwohl die Kombination von qualitativer und quantitativer Sicht möglich und wünschenswert ist, muss stets bedacht werden, was genau untersucht wird.

Alvira stellt fest, dass beide Ansätze ein konvergentes Verfahren der gegenseitigen Anerkennung durchlaufen haben. Der quantitative Ansatz hat sich der Theoriebildung durch qualitative Modellierung geöffnet, während der qualitative Ansatz seinen Schwerpunkt auf die Überprüfung und Bestätigung von Theorien gelegt hat.

Qualitative MethodenQuantitative Methoden
WeichHart
FlexibelStarr
SubjektivObjektiv
WertbeladenWertfrei
Fallstudie (Methodentyp)Umfrage (Methodentyp)
SpekulativTesten von Hypothesen
Begründend (Grounded)Abstrakt

Jedes dieser Attribute kann positiv oder negativ interpretiert werden, abhängig von der Perspektive, aus der es bewertet wird.

Merkmale der qualitativen Forschung

1. Ganzheitliches Forschungskonzept

Die klassische quantitative Forschung wird als geschlossener Prozess verstanden, der nacheinander in mehreren Routinephasen oder -stufen abläuft:

  1. Definition des Forschungsproblems
  2. Formulierung der Hypothese
  3. Erstellung der Methodik
  4. Auswahl der Datenerhebungstechnik
  5. Auswahl der Stichprobe
  6. Durchführung der Feldarbeit
  7. Analyse und Erstellung des Berichts (mit konsequenter Umformulierung oder Bestätigung der theoretischen Ausgangsannahmen)

Der Erfolg der Untersuchung liegt in der chronologischen Einhaltung dieser Schritte. Davila argumentiert: Der Beginn ist durch das Ende des Prozesses bedingt, und dieses ist bereits in der ersten Phase formuliert. Daher ist die Wahl der richtigen Methode und des theoretischen Modells eine conditio sine qua non für die Forschung. Keine Theorie, keine Forschung.

In der qualitativen Forschung unterliegen alle abgedeckten Aufgaben der Überprüfung und Neuformulierung. Nichts wird als gegeben hingenommen. Dies basiert auf der Vorstellung, dass zu jedem Zeitpunkt der Untersuchung eine Verschiebung in der Interpretation der Realität eintreten kann. Dies erfordert eine flexible Forschungsmethode, bei der die Aufgaben der Theorieformulierung und -überarbeitung, der Datenerfassung, der Analyse und der Steuerung gleichzeitig durchgeführt werden. Dadurch entsteht eine Rückkopplung, die die Überprüfung und Neuformulierung erleichtert.

Es wäre jedoch naiv zu behaupten, dass es keine theoretischen Annahmen gibt, da der Forscher über ein gewisses Messprinzip verfügt. Dieses Wissen sollte jedoch nicht zur Bedingung der Untersuchung werden, sondern als Sprungbrett dienen.

Beckers Hauptfaktoren

Obwohl wir die Forschung nicht auf ein einfaches Rezept reduzieren können, nennt Becker vier Hauptfaktoren:

  1. Kritische Subjektivität oder aus Erfahrung abgeleitetes Wissen: Entscheidungen, die auf der Ebene des Bewusstseins getroffen werden, können bei der Entwicklung der Fragestellungen sehr nützlich sein.
  2. Bisherige Forschung und Theorie.

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