Qualitativer Forschungsbericht: Organisation, Darstellung und Interpretation
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Das Ergebnis ist eine direkte und klare Darstellung, deren Ziel ist es, dem Leser Orientierung zu geben, einschließlich der Beschränkungen, die bei den Schlussfolgerungen der Analyse zu berücksichtigen sind. Die Inhalte dieses Abschnitts beziehen sich auf verschiedene Aspekte, wie:
- Herkunft der ausgewählten Daten und die besonderen Umstände, in denen sie gewonnen wurden, die besonders wichtig für eine kritische Bewertung der erzielten Ergebnisse sein können.
- Präsentation und Beschreibung der Daten.
- Darstellung der Folgerungen und Interpretationen aus den analysierten Daten sowie besondere Bedingungen, die diese einschränken oder verhindern können.
- Spezifikationen zur Verständlichkeit der Interpretation der Ergebnisse.
Wir müssen einige Besonderheiten im qualitativen Bericht berücksichtigen:
Die Organisation der Analyse
Die Informationen werden in verschiedene Strategien zur Organisation und Anpassung an das Untersuchungsobjekt und die Art der Informationen gegliedert. Die Besonderheit der Studie und der vorliegenden Daten bestimmt die am besten geeignete Art, die Analyse zu organisieren und zu entwickeln. Einige Arten der Organisation sind:
- Problem-, Konzept- und Zielorientierte Organisation: Diese richtet sich nach den in der Untersuchung festgestellten Problemen, Konzepten und Zielen. Sie ist besonders nützlich für sehr spezifische Studien (z. B. Geschäftsanalysen, Marktstudien, öffentliche Dienstleistungen oder Sozialpolitik).
- Chronologische Organisation: Diese ordnet die untersuchten Ereignisse und Phänomene zeitlich. Wenn die Ereignisse sequentiell analysiert werden können, dominiert in dieser Organisationsform die subjektive Perspektive, bei der die zeitliche Abfolge neu geordnet oder festgelegt wird. Studien mit Lebensgeschichten eignen sich gut für diese Form, denn die Biografie ist mehr als eine Reihe zeitlicher Ereignisse; sie ist eine logische Folge, die Rekonstruktion, Transformation und Deformation des Untersuchungsgegenstands erfordert.
Was die Studie benötigt, ist eine passende Organisationsform, die die Analyse artikuliert: etwa die besondere Form des Erzählens, die Konzeption einer Geschichte oder die Darstellung eines spezifischen Ereignisses. Ebenso können offizielle Beschreibungen und erklärende Theorien herangezogen werden, wie es beispielsweise in ethnomethodologischen Studien der Fall ist, in denen der Untersuchungsgegenstand als experimentelles Dokument mit Sinn verwendet wird.
Einbeziehung qualitativer empirischer Materialien
In der quantitativen Berichterstattung ist es üblich, Zahlen zu verwenden, um die Analyse der Ergebnisse zu begründen, zu ergänzen oder zu verbessern. Im Fall qualitativer Daten bestehen Berichte primär aus verbalen Materialien wie Interviews, Beobachtungsprotokollen, Gruppendiskussionen, Dokumenten etc.
Die Einbeziehung dieser empirischen Materialien in den abschließenden Bericht wirft folgende Probleme auf:
Die Bedeutung der Daten erhält nur in Bezug auf den Untersuchungsgegenstand Sinn. Die Bedeutung eines Ausschnitts aus einem Interview erschließt sich nur im Zusammenhang mit der gesamten Aussage und der Intention der befragten Person.
Die Fülle qualitativer Daten kann Dimensionen annehmen, die weit über die verfügbaren Platzverhältnisse im Bericht hinausgehen.
Die Rolle der qualitativen empirischen Materialien im Ergebnisbericht ist lehrreich: Ihr Vorhandensein oder Fehlen verändert die Analyse nicht notwendigerweise. Ihr Einfluss ist überwiegend rhetorisch und dient in erster Linie der Dokumentation, dem Testen oder der Verstärkung der Argumentation.
Problematik und Vermittlung des Materials
Die Handhabung qualitativer empirischer Materialien erfordert die Vermittlung durch den Autor. Diese Vermittlung kann auf zwei Arten erfolgen:
- Relatation des gewonnenen Materials in der Untersuchung:
- Der Autor tritt in den Hintergrund, sodass der Leser direkten Zugang zum Material erhält, als ob er unmittelbar mit den Themen konfrontiert wäre.
- Eine explizite Berücksichtigung des Materials durch den Autor, bei der der Autor das Material kommentiert, interpretiert und in die Analyse einbindet.
Beide Vorgehensweisen haben Vor- und Nachteile: Die zurückhaltende Präsentation lässt den Text „für sich sprechen“, während die explizite Einbindung Transparenz über Interpretationsschritte schafft. Die Wahl hängt von Zielsetzung, Publikum und der Art der erhobenen Daten ab.