Qualitätsmanagement im Einkauf und in der Produktion
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Qualität im Einkauf
Der Einkauf ist ein Schlüsselfaktor für den Unternehmenserfolg. Effizienz und Organisation beeinflussen die Ergebnisse maßgeblich. Ein schlechtes Management kann zu folgenden Problemen führen:
- Die Fabrik erhält das Material nicht rechtzeitig.
- Kunden retournieren Produkte aufgrund von Materialfehlern.
- Das Lager ist durch Überbeschaffung überfüllt.
Diese Fälle verursachen hohe Verluste.
Funktionen der Beschaffung
- Definition der Produktanforderungen.
- Auswahl der Lieferanten.
- Verhandlung von Einkaufsbedingungen.
- Beschaffung (Bestellwesen).
- Bestellverfolgung zur Vermeidung von Verzögerungen.
- Warenannahme und Produkttests.
- Zahlungsabwicklung.
Technische Spezifikationen
Das Unternehmen benötigt klar definierte Vorgaben für alle zu beschaffenden Produkte. Die wichtigsten Kategorien sind:
- Rohstoffe: Teile, die direkt in die Herstellung einfließen.
- Hilfsmaterialien: Stoffe wie Leim, Tinte oder Öl.
- Verpackungsmaterialien: Behälter, Paletten, Flaschen.
- Instandhaltung: Wartungsverträge für Anlagen.
- Studien: Marktforschung und Produktentwicklung.
- Ersatzteile: Komponenten für Maschinen.
- Lagerung: Externe Lagerdienstleistungen.
- Transport: Logistik durch Drittanbieter.
- Produktionsanlagen: Maschinen für die Fertigung.
- Zubehör: Unterstützungsmittel wie Elektrostapler.
Datenblätter und Spezifikationen
Kaufspezifikationen werden schriftlich formalisiert und enthalten:
- Produktbeschreibung: Name und ID-Code.
- Grundlegende Merkmale: Größe, Zusammensetzung.
- Verhaltensmerkmale: Lebensdauer, Widerstandsfähigkeit.
- Verpackungsmerkmale: Abmessungen, Einheiten pro Palette.
- Qualitätskontrollen: Beschreibung der Prüfverfahren.
- Dienstleistungsmerkmale: Transportart und Lieferbedingungen.
- Rechtliche Anforderungen: Lizenzen und Genehmigungen.
Zulassung von Lieferanten
Dies ist ein Prozess zur Qualifizierung von Anbietern. Methoden umfassen:
- Audit: Vor-Ort-Besuch zur Bewertung anhand eines Punktesystems.
- Produkttests: Erprobung des Produkts in der Produktion.
- Historische Analyse: Bewertung der bisherigen Leistung (Menge, Liefertreue).
- Fragebogen: Abfrage von Informationen zu Organisation und Kapazitäten.
Diese Prozesse sollten abteilungsübergreifend (Einkauf, Qualität, Produktion) durchgeführt werden.
Bewertung der Lieferanten
Nach der Zulassung erfolgt eine laufende Bewertung anhand folgender Kriterien:
- Qualität der Lieferungen: Einhaltung der Spezifikationen.
- Zuverlässigkeit: Einhaltung der Liefertermine.
- Flexibilität: Anpassungsfähigkeit an dringende Bedürfnisse.
- Informationsqualität: Zuverlässigkeit von Dokumenten (Rechnungen, Lieferscheine).
- Wettbewerbsfähigkeit: Preis-Leistungs-Verhältnis.
Die Kriterien werden gewichtet (z. B. Qualität 50%, Zuverlässigkeit 20%) und mit einem Scoring-System bewertet, um Maßnahmen wie Lieferantenentwicklung oder -ausschluss abzuleiten.
Qualitätskontrolle und Inspektion
Der Regelvorgang umfasst sieben Etappen: Festlegung der Aufgabe, Maßeinheiten, Soll-Werte, Messgeräte, Messung, Abweichungsanalyse und Korrekturmaßnahmen. Die Inspektion bewertet Produktmerkmale durch Messung, Vergleich mit Standards und Dokumentation.
Stichprobenprüfung
Der Vorteil gegenüber der 100%-Prüfung ist die Wirtschaftlichkeit. Ein Stichprobenplan definiert:
- N: Losgröße.
- n: Stichprobengröße.
- c: Annahmezahl (maximale Anzahl defekter Teile).
Selbstkontrolle
Die Verlagerung der Inspektion auf den Bediener kann die Eigenverantwortung stärken, sofern die Kapazität und Messmittel am Arbeitsplatz vorhanden sind.
Statistische Prozesskontrolle (SPC)
Die SPC dient der Fehlerprävention durch:
- Sicherstellung der Spezifikationskonformität.
- Reduzierung von Fehlerursachen.
- Erhöhung der Prozessstabilität.
Werkzeuge sind das Histogramm (grafische Verteilung) und Regelkarten (Zeitverlauf), um Trends oder Instabilitäten frühzeitig zu erkennen.