Qualitätsmanagement in verschiedenen Wirtschaftssektoren
Eingeordnet in Wirtschaft
Geschrieben am in
Deutsch mit einer Größe von 3,82 KB
Unternehmensarten und Qualitätsansätze
Die Methoden des Qualitätsmanagements weisen in ihren grundlegenden Funktionen Gemeinsamkeiten auf. Allerdings ist die Anwendung dieser Methoden für jedes Unternehmen spezifisch.
Jedes Unternehmen muss definieren, welcher Ansatz des Qualitätsmanagements am besten zu seinen Eigenschaften passt, unter Berücksichtigung allgemeiner Merkmale wie der Art des Geschäfts und des Wirtschaftssektors.
Klassifizierung der Unternehmen für das Qualitätsmanagement
B2B-Unternehmen (Business-to-Business): Diese verkaufen an andere Unternehmen. Sie haben einen festen Kundenstamm, dessen Anforderungen bekannt sind. Die Spezifikationen sind fast immer vordefiniert, und die Kundenbeziehungen sind meist persönlich.
B2C-Unternehmen (Business-to-Consumer): Diese verkaufen Konsumgüter an Endverbraucher. Sie haben eine unbestimmte Zahl an Käufern. Der Verkauf ihrer Produkte oder Dienstleistungen erfolgt oft über Vertriebsgesellschaften (Großhändler, Einzelhändler oder Kaufhäuser), welche die eigentlichen direkten Kunden darstellen.
Industrieunternehmen im B2B-Bereich
Dies betrifft Branchen wie die chemische Industrie, Metallurgie, Erdöl-, Kunststoff-, Zementindustrie oder die Basiselektronik. In diesen Fällen basiert die Qualitätsdifferenzierung nicht nur auf dem Produkt oder der Einhaltung von Spezifikationen, sondern auch auf dem begleitenden Service.
Hier stützt sich die Produktqualität auf Technologie, Qualitätssicherungssysteme sowie die Zertifizierung von Unternehmen und Produkten. Hersteller, die an andere Unternehmen verkaufen, etablieren ein gezieltes Qualitätsmanagement und führen Systeme zur Qualitätssicherung ein.
Die Automobilzulieferindustrie
Diese Unternehmen implementieren Managementsysteme, die es ihnen ermöglichen, regelmäßig hochwertige Produkte gemäß den mit den Kunden vereinbarten Spezifikationen herzustellen.
Diese Branchen haben ihren Lieferanten zugelassene Systeme auferlegt, die sich hauptsächlich auf die Qualitätssicherung konzentrieren. Automobilhersteller führen bei ihren Lieferanten regelmäßig Qualitätsaudits durch, um sicherzustellen, dass diese Bedingungen dauerhaft eingehalten werden.
Die Automobilzulieferindustrie wird durch Systeme der Qualitätssicherung gesteuert, die eine intensive Überwachung und Kontrolle beinhalten, um die Vereinbarungen mit den Autoherstellern kontinuierlich zu erfüllen.
Dienstleistungsunternehmen im B2B-Sektor
In dieser Gruppe finden wir Speditionen oder Einrichtungen, die Infrastruktur an Großkunden verkaufen. Ebenso gehören Reinigungsfirmen, Sicherheitsdienste und andere Dienstleister für Unternehmenskunden dazu.
Unternehmen, die Dienstleistungen von anderen Firmen beziehen, fordern zunehmend Zertifikate an, um die Qualität der erbrachten Leistungen bereits im Vorfeld zu gewährleisten.
Konsumgüter-Industrieunternehmen
Hierzu zählt eine große Zahl von Industrieunternehmen: Hersteller von Elektrogeräten (Braune Ware), die Lebensmittelindustrie oder die Textilindustrie.
In diesen Fällen sind die Spezifikationen der Produktqualität oft standardisiert und basieren auf Steuerung und Kontrolle. Die vom Verbraucher wahrgenommene Qualität ist jedoch stark mit der Marke verknüpft, die durch Werbung und Verkaufsförderung aufgebaut wird.
Viele Hersteller nutzen für ihre Produkte bestehende UNE-Spezifikationen und verfügen über Produktzertifizierungen (z. B. das N-Zeichen von AENOR), insbesondere im Bereich der Haushaltsgeräte und Beleuchtung. In diesem Bereich hat der Vertriebskanal über Großmärkte und große Verkaufsflächen in jüngster Zeit stark an Bedeutung gewonnen.