Quellen und Methoden der Personalgewinnung

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Quellen und Methoden der Personalgewinnung

Die Einrichtung und Führung von Einstellungsquellen beeinflusst maßgeblich die Zeit, die Kosten sowie die Qualität der Personalauswahl.

Interne Quellen

Die interne Rekrutierung erfolgt, wenn das Unternehmen eine Position durch Beförderung oder Versetzung bestehender Mitarbeiter besetzt.

  • Vorteile: Gegenseitiges Kennen von Mitarbeiter und Unternehmen, erhöhte Sicherheit, gesteigerte Motivation, kostengünstiger, fördert den internen Wettbewerb.
  • Nachteile: Schwierigkeit, Personen mit spezifischen Qualifikationen zu finden; Machtkämpfe können die Zusammenarbeit behindern; Gefahr der „Inzucht“ und fehlende neue Impulse.
  • Methoden: Schwarzes Brett, Mundpropaganda, Personalakten, interne Nachfolgeplanung.
  • Vorteile des Schwarzen Bretts: Chancengleichheit, Transparenz über offene Stellen, bessere Passgenauigkeit durch Selbsteinschätzung der Mitarbeiter.

Externe Quellen

Wenn intern nicht genügend qualifizierte Mitarbeiter zur Verfügung stehen, greift das Unternehmen auf externe Rekrutierung zurück.

  • Vorteile: Einbringen neuer Ideen, Nutzung externer Ausbildungserfahrungen.
  • Nachteile: Hoher Zeitaufwand, hohe Kosten, mögliche Frustration bei internen Mitarbeitern, Auswirkungen auf die Lohnpolitik (Vergleichsgehälter).

Techniken der externen Rekrutierung

  1. Spontanbewerbungen: Kandidaten nähern sich dem Unternehmen oder einem Arbeitsamt. Daten werden in einer Datenbank gespeichert und regelmäßig aktualisiert. Vorteil: Kostengünstig. Nachteil: Nicht für Führungspositionen geeignet.
  2. Mitarbeiterempfehlungen: Bewerber kennen bereits Unternehmensinformationen; Mitarbeiter empfehlen meist geeignete Personen. Nützlich bei schwer zu besetzenden Profilen. Geringe Kosten.
  3. Werbung: Ein quantitatives und sehr effektives Verfahren. Merkmale: Aufmerksamkeit erregen, Interesse wecken, Wunsch auslösen und zur Handlung führen. Medien: Zeitungen, Zeitschriften. Die Sprache muss klar und prägnant sein. Stellenanzeigen sollten enthalten: Sektor, Stellenbezeichnung, Aufgaben, Verantwortlichkeiten, Berichtslinien, Arbeitszeit, Ausbildung und Erfahrung.
  4. Arbeitsvermittlungen: Spezialisierte Organisationen (öffentlich oder privat). Nützlich für Fachkräfte. Starker Trend bei Führungskräften durch „Headhunter“ (Gebühr bis zu 33 % des Jahresgehalts).
  5. Zeitarbeit: Überlassung von Arbeitnehmern durch spezialisierte Unternehmen. Vorteile: Kostenersparnis und Spezialisierung. Nachteile: Unsicherheit und Schwierigkeiten bei der Durchsetzung von Arbeitnehmerrechten.
  6. Vereine und Verbände
  7. Technische und Bildungseinrichtungen: Sehr nützlich für gut ausgebildete Bewerber ohne Berufserfahrung.
  8. Radio und TV: Selten genutzt, teuer und schwierig, Informationen beim Publikum zu verankern.
  9. Recruitment via Internet: Unverzichtbares Instrument. Vorteile: Größere Reichweite, geringe Kosten, 24/7-Zugriff, Instant-Kommunikation, technisch versierte Kandidaten.

Evaluation von Methoden

  • Die Wahl der Methode hängt von der zu besetzenden Position ab. Eine Kosten-Nutzen-Analyse ist essenziell. Faktoren sind intrinsische (genutzte Mittel) und extrinsische (Job-Merkmale, Arbeitsmarkt) Einflüsse.
  • Die Effektivität des Recruiting-Prozesses kann durch Kennzahlen wie die Yield Ratio oder die Time-to-Hire gemessen werden.

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