Ramon Llull: Leben, Bekehrung und die Lull'sche Kunst
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Ramon Llull: Leben und spirituelle Transformation
Ramon Llull war verheiratet, hatte zwei Kinder und interessierte sich für Literatur. Eine tiefgreifende Erfahrung führte zu einer spirituellen Umwandlung, die ihn dazu brachte, sein Leben neu auszurichten: Er verließ den Familienbesitz und den Reichtum, um sich in den Dienst Gottes zu stellen.
Er sah drei Hauptaufgaben für sich:
- Die Konvertierung der „Ungläubigen“.
- Das Verfassen von Büchern, um die Irrtümer hoher Überzeugungen zu bekämpfen.
- Die Ausbildung von Missionaren des christlichen Glaubens.
Er verfasste sein gesamtes Werk in katalanischer Sprache und Schrift.
Die Lull'sche Kunst und die Erleuchtung von Randa
Um seine Mission zu erfüllen, lernte Llull die arabische Sprache. Er verfasste seine ersten großen Werke in Arabisch, Latein und Katalanisch.
Der Kern seines Systems, die Lull'sche Kunst (Ars Magna), wurde ihm offenbart, nachdem er sich als Einsiedler in die Berge zurückgezogen hatte, um tief darüber nachzudenken. Diese übernatürliche Eingebung ist bekannt als die Erleuchtung von Randa, wie Llull sie interpretierte.
Lehre des Neuen Buches: Evast, Blaquerna und Felix
Diese Werke haben einen tiefgründigen, idealistischen und beispielhaften biografischen Charakter. Llull schuf zwei Charaktere, Blaquerna und Felix, die Aspekte seines eigenen Lebens widerspiegeln.
- Im Blaquerna findet sich das „Buch des Liebenden und des Geliebten“, eine Sammlung von 365 Versen oder Aphorismen.
- Die Figur Felix beginnt eine Reise, angeregt durch seinen Vater, um die Welt der Realität und Spiritualität zu entdecken.
Das Exemplum (Beispiel) ist eine Kurzgeschichte mit moralischem und didaktischem Inhalt. Der siebte Teil des Felix ist das berühmte Buch der Tiere (Llibre de les Bèsties), ein wichtiges Werk der katalanischen Lehrliteratur. Im Kontext dieser Arbeit wird die Formel des Exemplum verwendet, um die Aufmerksamkeit zu fesseln und die zu vermittelnde Botschaft zu verstärken.
Stil und Modernität für das gewöhnliche Volk
Llull schrieb für gewöhnliche Menschen, mit all ihren Gefühlen und Schwächen. Sein Gesamtwerk ist das Ergebnis der Summe vieler Romane, die jeweils eine eigene Struktur aufweisen, aber durch die Präsenz des Protagonisten, eine gemeinsame Sprache und eine totalisierende Weltsicht verbunden sind.
Zum Beispiel: Die Themen sind nicht rein fantastisch; die beschriebenen Dinge können wahr oder falsch sein, aber es sind Dinge, die tatsächlich geschehen könnten.