Ratgeber: Felgen, Reifen und Lenksysteme im Detail
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Felgen und Reifen: Aufbau und Terminologie
Felgen und ihre Arten: Die Felge ist das Metallteil des Rades, das durch ein geeignetes Profil den Reifen stützt und die Verbindung zur Nabe durch das Anschlussstück ermöglicht.
- Felgenhorn (Pestaña): Der Bereich der Felge, an dem der Reifenwulst seitlich anliegt.
- Wulstsitz (Asiento de la ferse): Der Bereich der Felge, auf dem der Reifenwulst aufliegt.
- Felgenbett (Base): Der Bereich der Felge zwischen den beiden Wulstsitzen.
Die Felge: Bestandteile und Typen
Zu den gängigen Felgentypen gehören die Hump-Felge (symmetrisch und asymmetrisch) sowie demontierbare Felgen wie die Semitiefbettfelge oder die Flachbettfelge mit flach geneigten Wulstsitzen in geteilter Ausführung.
Erklärung der Felgen-Terminologie
Beispiel: 4J x 15 H2 ET37 4 / 100
- Breite (4): Die Maulweite der Felge zwischen den Innenseiten der Felgenhörner, angegeben in Zoll.
- Felgenhornhöhe (J): Die maximale Höhe des Horns, gemessen vom tiefsten Punkt, angegeben als Buchstabe.
- Nenndurchmesser (15): Der Durchmesser der Felge am Wulstsitz, angegeben in Zoll.
- Felgenprofil (H2): Kennzeichnet die Art des Profils (z. B. Hump für schlauchlose Reifen). Weitere Typen sind FH, FL, LP, FP, TR oder TD.
- Einpresstiefe (ET37): Positiver Tiefgang von 37 mm.
- Lochzahl und Lochkreis (4 / 100): 4 Löcher mit einem Abstand von 100 mm.
Reifenaufbau und radiale Eigenschaften
Reifenaufbau: Die Lauffläche ist der Teil des Reifens, der Kontakt zum Boden hat. Das Profil (Dibujo) besteht aus Furchen und Rillen zur Ableitung von Wasser und zur Vermeidung von Verschleiß. Verschleißindikatoren: Querstreifen in der Lauffläche mit einer Höhe von 1,6 mm am Grund des Profils; sie zeigen an, wann der Reifen gewechselt werden muss. Wulstkerne (Aros): Bestehen aus hochfesten Stahlseilen, die mit gummiertem Gewebe beschichtet sind.
Merkmale von Radialreifen: Diese zeichnen sich durch eine unabhängige Arbeitsteilung zwischen Lauffläche und Seitenwänden, geringere Verformung der Kontaktfläche (Fußabdruck), Reduzierung der Reibung und große vertikale Flexibilität aus.
Vorteile: Höhere Laufleistung, geringerer Rollwiderstand, bessere Stabilität und Grip, kleinerer Schräglaufwinkel, erhöhter Komfort sowie weniger Erwärmung während der Fahrt.
Reifenterminologie und Lebensdauer
Beispiel: 175/70 R 13 82 T Tubeless
Diese Kennzeichnung umfasst die Sektionsbreite, das Verhältnis von Höhe zu Breite, die Radialkarkasse, den Nenndurchmesser, den Tragfähigkeitsindex (maximale Last), den Geschwindigkeitsindex und den Hinweis auf die Schlauchlos-Eigenschaft (Tubeless).
Einflussfaktoren auf die Reifenlebensdauer
Wichtige Faktoren sind der Reifendruck, die Beladung, die Geschwindigkeit, das Fahrverhalten, die Art und der Zustand der Fahrbahn, Witterungsbedingungen sowie der mechanische Zustand des Fahrzeugs.
Auswirkungen von zu hohem Reifendruck
Ein zu hoher Druck führt zu einer geringeren Aufstandsfläche, stärkerem Verschleiß in der Mitte, Haftungsverlust, Rissbildung, höherer Stoßempfindlichkeit, übermäßiger Ermüdung des Wulstes, Komfortverlust und einer Verschlechterung der Manövrierbarkeit.
Auswirkungen von zu geringem Reifendruck
Ein Mangel an Druck verursacht übermäßige Flexibilität und Wärmeentwicklung, Materialdegeneration, stärkeres Abplatten, erhöhten Verschleiß an den Seiten, Haftungsverlust, Ermüdung durch starke Walkarbeit mit möglicher Rissbildung und einen erhöhten Kraftstoffverbrauch.
Anomalien und Unwuchten am Rad
- Verzug (Warp): Eine Deformation des Rades in der Längsebene, wodurch die Flugbahn im Zickzack verläuft.
- Exzentrizität: Das Rad ist nicht mehr rund (Höhenschlag), was zu Auf- und Abbewegungen führt.
- Statische Unwucht: Resultiert aus einer ungleichmäßigen Massenverteilung in Bezug auf die Drehachse. Dies verursacht schnellen Verschleiß und Materialermüdung.
- Dynamische Unwucht: Resultiert aus einer ungleichmäßigen Massenverteilung in Bezug auf die vertikale Achse. Dies führt zu Kippbewegungen (Flattern) und Vibrationen im Lenkrad, die mit zunehmender Geschwindigkeit stärker werden.
- Shimmy: Oszillierende Bewegungen der Felgen, die sich auf das Fahrzeug übertragen.
Lenksysteme: Aufbau und Funktionsweise
Die Lenksäule: Besteht aus einer Gelenkwelle, die das Lenkrad mit dem Lenkgetriebe verbindet. Sie hat großen Einfluss auf die passive Sicherheit und ist oft aus 2 oder 3 Segmenten aufgebaut, die bei einem Aufprall zusammenbrechen, um den Fahrer nicht zu verletzen.
Arten von Lenkgetrieben
- Variable Zahnstangenlenkung: In der Mitte der Zahnstange haben die Zähne ein variables Modul. Dies ermöglicht eine ideale Übersetzung bei Geradeausfahrt, während sich das Modul zu den Enden hin reduziert, was den Kraftaufwand beim Parken verringert.
- Schneckenlenkung: Eine Schnecke (zylindrisch oder globoidisch) überträgt die Drehung der Lenksäule auf ein Element wie ein Segment, eine Mutter, eine Rolle oder einen Finger, welches die Bewegung an den Lenkstockhebel und die Spurstangen weiterleitet.
Spezielle Bauformen von Lenkgetrieben
- Schnecke und Zahnsegment: Besteht aus einer zylindrischen Schnecke, die in zwei Kegelrollenlagern gelagert ist. Die Bewegung wird über ein Zahnsegment auf den Lenkhebel übertragen.
- Schnecke und Rolle: Eine Rolle läuft seitlich auf der Schnecke und erzeugt durch ihre Bewegung eine Winkelbewegung der Lenkhebelwelle.
- Schnecke und Finger: Ein Finger bewegt sich in den Rillen der Schnecke und überträgt eine oszillierende Bewegung auf den Lenkhebel.
- Schnecke und Mutter: Die Drehung der Schnecke erzeugt eine Längsbewegung einer Mutter, die auf den Lenkhebel übertragen wird.
- Kugelumlauflenkung: Zwischen Schnecke und Mutter laufen Kugeln in einer Kette. Die Bewegung wird auf ein Zahnsegment und dann auf den Lenkstockhebel übertragen.
Das Lenkgestänge und seine Komponenten
Das Lenkgestänge besteht aus Elementen wie dem Lenkstockhebel, der Befehlsstange, Lenkarmen, Kugelgelenken und Kupplungsstangen, die die Bewegung vom Lenkgetriebe auf die Räder übertragen.