Raucherentwöhnung: Diagnose, Behandlung und Tipps
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Raucher: Einführung
RAUCHER: EINFÜHRUNG — Rauchen ist die wichtigste vermeidbare Todesursache.
In Spanien ist jede therapeutische Intervention gegen das Rauchen wirksam, sofern sie individuell auf den einzelnen Raucher abgestimmt wird. Wissenschaft, Effizienz und Effektivität von Programmen zur Unterstützung des Rauchstopps müssen verbessert werden. Rauchen ist Teil des Tätigkeitsfeldes der Angehörigen der Gesundheitsberufe: Tabakkonsum ist eine chronische, suchterzeugende Erkrankung.
Rolle der Gesundheitsversorgung
Die Versorgung sollte effizient sein und sich anpassen. Viele Raucher sind suchterkrankt und anfällig; etwa 70 % der Raucher suchen mindestens einmal pro Jahr eine ärztliche Praxis auf. Die primäre Versorgung (z. B. Hausarzt/Allgemeinmedizin) ist häufig der erste Kontaktpunkt, an dem Rauchen adressiert und behandelt werden kann.
Grundsätze der Behandlung
Behandlungsprinzipien: Die richtige Diagnose des Rauchverhaltens und der Abhängigkeit ist Voraussetzung für eine erfolgreiche Behandlung (pharmakologische Therapie + psychosoziale Unterstützung). Eine individualisierte Strategie erhöht die Erfolgschancen.
Phasen der Verhaltensänderung
Die Phasen nach dem transtheoretischen Modell sind wichtig für die Auswahl der Intervention:
- Präkontemplation: Noch keine Absicht, das Rauchen aufzugeben.
- Kontemplation: Überlegt, in den nächsten Monaten aufzuhören (oft innerhalb von ca. 6 Monaten).
- Vorbereitung: Bereit, im nächsten Monat mit dem Rauchen aufzuhören; häufig wird ein konkretes Datum festgelegt.
- Aktion und Aufrechterhaltung: Beginn der Abstinenz und fortlaufende Unterstützung zur Aufrechterhaltung.
Behandlungsbestandteile
Eine effektive Behandlung sollte folgendes umfassen:
- Kurze Beratung und Motivationsförderung (auch in der Primärversorgung).
- Pharmakologische Unterstützung, wenn angezeigt (z. B. Nikotinersatztherapie, Vareniclin, Bupropion entsprechend Leitlinien).
- Psychologische Unterstützung und Nachsorge, inklusive Dokumentation und regelmäßiger Kontrollen.
Fagerström-Test und Schwere der Abhängigkeit
Der Fagerström-Test für Nikotinabhängigkeit hilft, die körperliche Abhängigkeit einzuschätzen. Wichtige Aspekte sind u. a. Anzahl der Zigaretten pro Tag, Zeit bis zur ersten Zigarette nach dem Aufstehen und frühere gescheiterte Entwöhnungsversuche.
Interpretation (vereinfachte Einordnung):
- Leichte Abhängigkeit: <= 3 Punkte (z. B. < 20 Zigaretten/Tag, erste Zigarette > 30 min nach dem Aufstehen).
- Mittlere Abhängigkeit: 4–6 Punkte.
- Schwere Abhängigkeit: >= 7 Punkte (z. B. > 20 Zigaretten/Tag, erste Zigarette innerhalb der ersten 30 Minuten).
Die Schwere der Abhängigkeit beeinflusst die Wahl und Intensität der Therapie.
Konsum, Dosis-Wirkungs-Beziehung
Jede Person, die regelmäßig Tabak konsumiert, erhöht ihr Erkrankungsrisiko. Es gibt keine sichere Schwelle beim Tabakkonsum: eine größere Menge ist mit höherer Krankheitslast und größerer Schwierigkeit beim Aufgeben assoziiert. Eine Dosis-Wirkungs-Beziehung ist beschrieben: höherer Verbrauch → höhere Morbidität und höhere Abbruchschwierigkeit.
Beratung und Vorbereitung
Bei der Vorbereitung sollte der Raucher ein konkretes Stoppdatum innerhalb von maximal zwei Wochen wählen. Die Mehrheit der Raucher ist in der Lage, mit Unterstützung ganz zu stoppen. Die primärmedizinische Beratung ist oft der erste Ort, an dem Raucher adressiert und orientiert werden.
Das Behandlungskonzept sollte pharmakologische und psychologische Maßnahmen kombinieren: Beratung zum Aufgeben, Unterstützung der Abstinenz, fortlaufende Überwachung und schriftliche Dokumentation mit Tipps zum Durchhalten.
CO-Oximetrie (Atemluft-Kohlenmonoxid)
CO-Oximetrie ist ein einfaches und wertvolles objektives Messverfahren, um das Ausmaß des Rauchens zu beurteilen. Das Kohlenmonoxid (CO) in der Ausatemluft korreliert direkt mit dem Tabakkonsum und mit dem Erkrankungsrisiko.
Richtwerte (Richtwerte können je nach Gerät leicht variieren):
- >= 10 ppm → Raucher
- 6–9 ppm → Gelegentliche Raucher
- < 6 ppm → Nichtraucher
Ein schneller Abfall der CO-Konzentration beim ersten Besuch nach Abstinenz ist ein wichtiger Motivationsfaktor. Die Messung ist einfach, nicht-invasiv und liefert diagnostisch sinnvolle Informationen, die den Sensibilisierungsprozess unterstützen.
Tipps zur Unterstützung beim Rauchstopp
Praktische Empfehlungen:
- Informieren Sie Ihren Arzt oder Ihre Pflegeperson; informieren Sie Angehörige und Freunde über die Entscheidung zum Aufhören.
- Machen Sie eine Liste von Gründen, mit dem Rauchen aufzuhören (Gesundheit, Kosten, etc.).
- Wählen Sie ein konkretes Datum zum Aufhören (nicht später als in zwei Wochen).
- Entfernen Sie Tabakprodukte und Zubehör aus Ihrer Umgebung.
- Erhöhen Sie körperliche Aktivität; überlegen Sie, was bei früheren Versuchen hilfreich war oder zum Rückfall führte.
- Fragen Sie Ihren Arzt nach allen pharmakologischen Optionen, die Ihnen helfen können.
- Wenn das Verlangen stark ist: erinnern Sie sich, dass ein Verlangen kurz ist und mit der Zeit abnimmt; lenken Sie sich ab, nutzen Sie zuckerfreien Kaugummi, trinken Sie Wasser oder Saft.
- Zur Vermeidung von Schlafstörungen: reduzieren Sie Kaffee und andere Stimulanzien; achten Sie auf ausreichend Schlaf und Ruhe.
- Ernähren Sie sich ausgewogen: Reduzieren Sie fettige Nahrung, essen Sie mehr Obst und Gemüse; körperliche Aktivität hilft ebenfalls.
- Erinnern Sie sich: schon eine Woche ohne starkes Verlangen ist ein guter Fortschritt.
Kurzintervention in der Praxis
Etwa 70 % der Raucher möchten das Rauchen aufgeben. Kurze ärztliche Beratung und motivationale Interventionen sind wirksam:
- Die Routinedauer einer Kurzintervention sollte zwischen 3 und 10 Minuten liegen.
- Sie sollte einfache, verständliche, motivierende und nicht beschuldigende Informationen enthalten.
- Empathie, Verantwortung und klare, aktuelle Informationen sind wichtig.
- Die Wirksamkeit: etwa 4,5 % zusätzliche Abstinenzquote pro Jahr kann durch ärztliche Beratung erreicht werden.
Vermeiden Sie im Gespräch ausgrenzende Formulierungen, die den Patienten stigmatisieren; fördern Sie stattdessen eine kooperative Haltung. Die primärärztliche Beratung ist eine wichtige Chance, Raucher zu motivieren und zu behandeln.
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