Realismus und Naturalismus in der Literatur: Merkmale, Autoren, Entwicklungen

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4 Das Zeitalter des Realismus

Das Zeitalter des Realismus hat seine Wurzeln in der revolutionären Bewegung von 1848. Die Bourgeoisie gab den revolutionären Geist auf und suchte Stabilität und Mäßigung. Es kam zu einem Wachstum der Industrie und in anderen Bereichen. Die großen Kolonialreiche in Afrika und Asien traten in den Vordergrund. Die bürgerliche Revolution von 1868 scheiterte; 1874 wurde die Monarchie der Bourbonen wiederhergestellt. Zu Beginn der historischen Epoche der Restauration entstand der realistische Roman.

4.2 Technischer und wissenschaftlicher Fortschritt

Die wissenschaftliche Forschung machte große Fortschritte. Charles Darwin veröffentlichte Die Entstehung der Arten und Beiträge zur Abstammungs­lehre des Menschen. Im Bereich der Technologie verbreiteten sich Telegrafen und Dampfschiffe.

5 Der Realismus in der Literatur

Die Bourgeoisie gab die romantische Ideologie auf und ersetzte sie durch den Realismus, der die Mentalität des Bürgertums beschreibt.

Charakteristik des Realismus

  • Wissenschaftliche Methode: Imitation der wissenschaftlichen Methode; die Schriftsteller versuchen, die Wirklichkeit genau und objektiv widerzugeben. Es besteht ein Streben nach Objektivität, häufig verbunden mit einer auktorialen (allwissenden) Erzählperspektive.
  • Themen: Die Argumente drehen sich um die Realität des Alltags, um banale und gemeinsame Erscheinungen. Es gibt oft einen Konflikt zwischen den Charakterzügen der Figuren und den sozialen Regeln.
  • Stil: Der Stil ist schlicht und nüchtern. Der Roman wird in unterschiedlichen Gattungen verwendet. Beschreibungen konzentrieren sich auf das Bürgertum und die Mittelschicht.
  • Ziel: Es ist das Ziel, die gesamte Gesellschaft abzubilden und nicht nur einzelne soziale Schichten.

6 Naturalismus in Frankreich

Als Vorläufer des Naturalismus gilt Émile Zola. Er übertrug die wissenschaftliche Methode auf die Literatur und argumentierte, dass das Verhalten der Figuren durch ihre genetische und soziale Umwelt bestimmt wird. Schriftsteller des Naturalismus orientierten sich an den Methoden der Naturwissenschaften: Beobachtung, Datensammlung und Prüfung.

Merkmale:

  • Detaillierte, beobachtende Beschreibung, teilweise mit Anknüpfung an Medizin und Psychologie.
  • Präsenz schmutziger und unangenehmer Aspekte der Realität.
  • Figuren mit körperlichen oder geistigen Gebrechen, deterministische Betrachtung.

13 Romantische Poesie

Die Lyrik zeichnet sich durch den Ausdruck von Gefühlen aus. In Deutschland waren Autoren wie Goethe und Heine prägend; in England betonte Lord Byron (z. B. Der Korsar) den prototypischen romantischen Helden.

Man unterscheidet zwei Arten der Poesie:

Lyrik (Ausdruck von Gefühlen)

  • Der Stil ist oft rhetorisch und bombastisch.
  • Die Metrik kann vielfach innovativ und polymetrisch sein.
  • Hauptthemen sind Gefühle (die ideale Frau, das gebrochene Herz) sowie Landschaften, die die Traurigkeit des Dichters widerspiegeln (Nacht, Friedhof).

Erzählgedicht (Poetische Erzählung)

Diese Form betont die Erzählung von Legenden und historischen Ereignissen und lässt sich in zwei Gruppen unterteilen:

  • Lange Gedichte mit historischem, legendärem oder erfundenem Thema, z. B. El estudiante de Salamanca von José Espronceda.
  • Kurze Gedichte und Romanzen; sie beeinflussten auch den historischen Roman, etwa die Werke des Herzogs von Rivas und neuerlich von Zorrilla, sowie Volkssagen.

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