Die Rechtsordnung und die Natur der Rechtsnormen

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Die Rechtsordnung und die Quellen des Rechts

Gesetzliche Regelungen und allgemeine Begriffe

Das Recht besteht aus Regeln, die als Rechtsnormen bezeichnet werden. Diese Regeln können unterschiedliche Reichweiten haben und weisen eine Reihe von Eigenschaften auf, die sie von anderen Regelwerken unterscheiden. Sie bilden zusammen die Gruppe von Regeln, die wir als rechtliche Normen bezeichnen.

Merkmale und Arten von Rechtsnormen

Rechtliche Normen sind präskriptive sprachliche Sätze, d. h., sie bestehen aus einer Reihe von Wörtern, die mit Bedeutung versehen sind. Sprachliche Aussagen können unterschiedlicher Art sein:

  • Deskriptive sprachliche Aussagen (Beschreibung eines Objekts): Diese Aussagen können auf ihren Wahrheitsgehalt hin überprüft werden (wahr oder falsch).
  • Bewertende Aussagen: Diese werden unter Berücksichtigung subjektiver Kriterien getroffen, da sie eine persönliche Meinung zu einem bestimmten Thema vermitteln. Sie können nicht auf ihren Wahrheitsgehalt hin überprüft werden.
Der präskriptive Charakter des Rechts

Das Recht reagiert auf einen zwingenden Ansatz, der darauf abzielt, Verhalten zu beeinflussen, zu ändern, zu modifizieren oder zu steuern (präskriptives Verhalten).

Die meisten gesetzlichen Regelungen sind Mandate (Gebote oder Verbote). Sie weisen uns an oder erteilen Befehle, eine bestimmte Handlung durchzuführen. Präskriptive Aussagen induzieren Verhalten, und gesetzliche Vorschriften schaffen eine neue Realität, in der die Bürger eine führende Rolle einnehmen sollten, um die von den Behörden geschaffenen Gesetze umzusetzen.

Die Mehrdeutigkeit des Begriffs „Gesetz“

Der Begriff Gesetz ist mehrdeutig, da er für viele Dinge verwendet wird. Man spricht von Gesetz im uneigentlichen Sinne, wenn man das Gesetz mit der Rechtsnorm gleichsetzt, z. B. wenn man sagt: „Das Gesetz verlangt von uns, dass ...“

Auch andere Wissenschaften verwenden den Begriff Gesetz. Man unterscheidet zwischen juristischen und wissenschaftlichen/experimentellen Gesetzen. Letztere reagieren auf das Prinzip der Kausalität: Wenn objektive Bedingungen vorliegen, entsteht eine neue Realität. Im rechtlichen Sinne sind Gesetze jedoch nicht physisch; das zugrunde liegende Prinzip ist das Prinzip der Unterstellung (oder Zurechnung): Wenn bestimmte Bedingungen erfüllt sind, werden andere Bedingungen erzeugt.

Der hypothetische Imperativ

Der Rechtstext ist ein hypothetischer Imperativ. Er besagt, dass man bestraft werden sollte, aber nicht, dass man definitiv bestraft wird. Es ist nicht sichergestellt, dass das Mandat erfüllt wird; es bleibt hypothetisch.

Zusammenfassung der Rechtsnormen

Rechtliche Normen sind präskriptive Rechtssätze hypothetischer Natur, die von der Regierung durch Gesetze und Regelsetzung erlassen werden. Diese Bestimmungen leiten die Bürger bei der Ausübung ihrer Freiheit und stellen eine Verbindung zwischen ihnen her. Standards gelten auf individueller Basis gegenüber Dritten, wobei der Staat diese durch die Verwaltung der Justiz anerkennt und schützt.

Geltungsbereich und besondere Normen

Es gibt Regeln, die nicht nur Einzelpersonen als Empfänger haben, sondern allgemeine Wirksamkeit besitzen. Und es gibt eine weitere, etwas eigenartige Kategorie, die weder vom Staat noch von privaten Akteuren stammt, aber allgemeine Wirksamkeit besitzt: Tarifverträge. Diese sind Rechtsnormen, die alle Arbeitnehmer binden, auch wenn sie nicht persönlich daran beteiligt waren.

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