Reflexion und Methodik in der Sozialen Intervention: Projekte der Gemeinwesenarbeit

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1. Interventionsprojekt: Reflexion und Prozessverständnis

Der Prozess der sozialen Intervention sollte nicht als eine Abfolge isolierter Operationen betrachtet werden, sondern als eine Struktur, in der sich die Operationen überschneiden und gegenseitig bedingen. Jede Aktion ist Teil des Ganzen und spiegelt sich in allen anderen wider.

Wir konstruieren Interpretationen nicht, ohne den enormen Einfluss der Wechselwirkungen in jeder Interventionssituation zu würdigen. Ebenso wenig können wir Interpretationen und gesammelte Daten (z. B. bei der Annäherung an die Nachbarschaft) verstehen, ohne kritisch zu hinterfragen, dass die methodischen Annahmen jeder Intervention die Art und Weise bestimmen, wie wir Phänomene betrachten und welche Daten und Informationen wir auswählen.

Aufgebautes Wissen, Theorien der sozialen Intervention und routinierte Vorgehensweisen bilden eine enge Verbindung innerhalb der Intervention. Dies macht uns darauf aufmerksam, dass die Phase des Eintauchens – die Zeit, in der der Facharbeiter sich mit dem Umfeld auseinandersetzt – auch die Zeit ist, in der er parallel dazu die Art seiner beruflichen Intervention denken und überdenken sollte.

Die Rolle des Facharbeiters in der Reflexionsphase

Der Facharbeiter sollte zu diesem Zeitpunkt sein Interventionsverständnis explizit machen. Dazu gehört:

  • Die Theorie studieren und die Autoren der Gemeinwesenarbeit konsultieren.
  • Bisher durchgeführte Evaluationen prüfen oder neue entwickeln, falls Kritik an früheren Erklärungen besteht.
  • Verstehen, was die Folge der identifizierten Problematik ist.

Auf diese Weise kann er die Art der Tätigkeit oder die Aufgabe des Unternehmens, dessen Ziele, die zu verfolgenden Strategien usw. identifizieren und somit realistisch, aber gleichzeitig innovativ handeln. Er kann auch seine eigene Position klären, wie er seine Rolle in der Nachbarschaft und in seiner Institution sieht.

2. Interventionsprojekt: Projekt als Einflussfaktor und Gemeinschaftsarbeit

In der Gemeinwesenarbeit bietet die Struktur des Verfahrens und seiner Tätigkeit die Möglichkeit, gemeinsame Aktionen zu koordinieren.

Herausforderung: Definition der Gemeinschaftsarbeit

Gemeinschaftsarbeit ist zu verstehen als die Tätigkeit aller Fachleute, die die Einrichtung und Betreuung einer Gruppe zur Entwicklung und Umsetzung von Sozialentwicklungsprojekten vorsehen. Die Entwicklung eines Projekts ist eines der zentralen Elemente, um das herum gemeinschaftliche Maßnahmen organisiert werden.

Verbindung verschiedener Projektebenen

Während des gesamten Prozesses sind verschiedene Projekte miteinander verbunden:

  • Das professionelle Projektmanagement.
  • Die Projekte der einzelnen Beteiligten und/oder in den Prozess eingebundenen Personen.
  • Das gemeinsame Projekt, das sich als Ergebnis der Zusammenführung der Umsetzungspartner ergibt.

Manchmal spielen diese Projekte bereits vor Projektbeginn eine entscheidende Rolle: Die Organisation oder die Motorgruppe, die möglicherweise kein eigenes Projekt entwickelt, kann dennoch als Vermittler zwischen verschiedenen bereits bestehenden Projekten oder einem von ihnen fungieren.

Das professionelle Interventionsprojekt

Das professionelle Interventionsprojekt ist implizit vorhanden und sollte explizit gemacht werden. Es darf jedoch nicht aufgezwungen werden, sondern dient als Element oder Werkzeug, das der Facharbeiter benötigt, um es nutzbar zu machen:

  • Als Referenz bei der Ausarbeitung des Vertrages oder einer Vereinbarung mit seiner Institution.
  • Vor allem als Hinweis für seine Beziehungen zu den aktuellen und zukünftigen Akteuren gemeinschaftlicher Aktionen und den Zielgruppen der Intervention.

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