Die Reformation in England
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England und der Protestantismus
England war das erste Land außerhalb des Heiligen Römischen Reiches, das den Protestantismus annahm. Das Land durchlief dabei einen einzigartigen Prozess, der sich vom Rest des kontinentalen Westeuropas in politischer, wirtschaftlicher, sozialer, kultureller und lehrmäßiger Hinsicht unterschied.
Der Prozess und die Veränderungen
Auf der Insel genossen die kirchlichen Institutionen kein hohes Ansehen. Dies lag auch an der geringen Akzeptanz der traditionellen Kirche in der Bevölkerung und einem gewissen Antiklerikalismus des Bürgertums und des Adels. Bereits seit der Zeit Heinrichs VIII. akzeptierte das Parlament die Unterordnung der Kirche unter die Interessen des Staates.
Der Auslöser für die Abspaltung war, dass der Bischof von Rom, Papst Clemens VII., den Antrag des englischen Monarchen Heinrich VIII. auf Annullierung seiner Ehe mit Katharina von Aragon ablehnte. Der König wollte stattdessen Anne Boleyn heiraten. Angesichts der Weigerung des Papstes beschloss der König, Anne Boleyn dennoch zu heiraten. Er nutzte dabei die Annullierung der Ehe, die der Erzbischof von Canterbury, Thomas Cranmer, ausgesprochen hatte.
Rom blieb angesichts dieser Kühnheit nicht tatenlos und exkommunizierte den König, die neue Königin und den Erzbischof. Im selben Jahr der Exkommunikation nahm sich der König das Recht, Ketzerei zu unterdrücken und selbst zu exkommunizieren. Er forderte von verschiedenen Ständen, ihn als oberstes religiöses Oberhaupt anzuerkennen, darunter:
- der Klerus
- Mitglieder des Magistrats
- die Bürokratie
- Gelehrte und Erwachsene
Mit der Auflösung der Klöster wurden deren riesige Ländereien von der Krone beschlagnahmt. Diese Güter wurden vom Landadel erworben, was eine wertvolle Unterstützung für die königliche Macht sicherte. Seitdem wurden die Bischöfe der Kathedralen von den Domkapiteln gewählt.
Die kurze Rückkehr zum Katholizismus
Nach dem Tod Heinrichs VIII. erlebte die religiöse Ordnung viele Veränderungen. In den Jahren 1549 bis 1553 gab es lutherische und reformierte Einflüsse. Dies führte zu einer Reihe von Änderungen in den religiösen Praktiken: Altäre wurden durch Tische ersetzt, und in dieser Zeit des Wandels gingen wertvolle sakrale Kunstwerke verloren.
Nach diesen Jahren des Wandels kehrte England unter der kurzen Herrschaft von Maria I. Tudor, auch bekannt als „die Blutige“ (Bloody Mary), zum Katholizismus zurück. Ihre Handlungen führten jedoch zu einer starken Abneigung gegen den Katholizismus in der Bevölkerung. Danach kehrte England zur protestantischen Praxis zurück, die bis heute andauert.