Reformation, Konzil von Trient und Barock

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Martin Luther: Der Vater der Reformation

Martin Luther (1483-1546) war ein deutscher Theologe und Augustinermönch. Als junger Mann studierte er in Erfurt und trat 1505 in den Augustinerorden ein. Nachdem er 1511 in Wittenberg seinen Doktortitel in Theologie erhalten hatte, veröffentlichte er 1517 seine 95 Thesen gegen den Ablasshandel. Luther übersetzte das Neue Testament der Bibel aus dem Lateinischen ins Deutsche und reorganisierte die Messe. Er veröffentlichte zwei Katechismen, heiratete Katharina von Bora und hatte sechs Kinder. Er starb 1546 in Eisleben.

Luthers Wirken führte zur protestantischen Reformation im Deutschen Reich. 1555 wurde der Augsburger Religionsfrieden unterzeichnet, der das Prinzip cuius regio, eius religio (wessen Gebiet, dessen Religion) festlegte. Dies bedeutete, dass jeder Fürst die Religion seines Gebietes bestimmen konnte.

Konzil von Trient: Die katholische Antwort

Das Konzil von Trient (1545-1563) war eine Versammlung von Bischöfen, die als Reaktion auf die protestantische Reformation einberufen wurde. Es war von so großer Bedeutung, dass seine Ideen bis zum Zweiten Vatikanischen Konzil reichten. Das Konzil klärte die Beziehung zwischen Glaube und Werken, die Zahl der Sakramente, die Organisation der Kirche, die Bedeutung der Tradition, die Anzahl der Bücher der Bibel, die Rolle des Bischofs in seiner Diözese und legte die Grundlagen für die Ausbildung der Priester in Seminaren fest.

Unter der Leitung von Pius V., Gregor XIII. und Sixtus V. wurden Änderungen in der Liturgie vorgenommen, ein Katechismus für die Pfarrer erstellt und die Zentralregierung gestärkt. Die Bischöfe von Rom wurden zu regelmäßigen Besuchen verpflichtet. Religiöse Orden widmeten sich eifrig der Evangelisierung. Die Volksfrömmigkeit wurde in Prozessionen zum Ausdruck gebracht. Die Kunst des Barock diente als expliziter Ausdruck des Glaubens. Das Konzil konnte jedoch nicht alle Christen wiedervereinigen.

Barock: Kunst und Ausdruck des Glaubens

Der Barock drückt das Leben in seiner ganzen Rohheit aus, ohne etwas zu verbergen, egal wie weit man von den Normen der klassischen Schönheit entfernt ist. Vivaldi und Bach in der Musik, Quevedo und Góngora in der Lyrik, Bernini in der Skulptur und Architektur, Velázquez, Murillo, Rubens, José de Ribera und Francisco de Zurbarán in der Malerei waren einige der bekanntesten Vertreter des Barock.

Die Schlussfolgerungen des Konzils von Trient fanden ihren Ausdruck in einer Kunst, die die große Masse der Gläubigen klar und deutlich erreichen sollte. Rom wies seine Künstler an, eine leicht verständliche Kunst mit gewagten, farbenfrohen Kompositionen und Licht- und Schattenspielen zu schaffen, um die Andacht zu fördern.

Missionen: Die Verbreitung des Glaubens

Das Patronat war die Art und Weise, wie die Könige ihre Gebiete kontrollierten. Die Könige mussten Missionare entsenden, Kirchen bauen und den Kult aufrechterhalten. 1622 wurde die Kongregation für die Verbreitung des Glaubens gegründet, um die Missionen von Rom aus zu zentralisieren. Von Paris aus wurde ein Ausbildungszentrum für Missionare gegründet.

Es gab zwei Ansätze in der Evangelisierung: Einerseits versuchte man, alles Vorgefundene abzulehnen und ein Modell des westlichen Christentums durchzusetzen. Andererseits versuchte man, die Traditionen und Kulturen der evangelisierten Völker zu verstehen und die Botschaft Jesu an sie anzupassen.

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