Reformen der Katholischen Könige: Macht und Konsolidierung
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Die Reformen der Katholischen Könige zur Machtkonsolidierung
Die Katholischen Könige leiteten durchgreifende politische Reformen sowie eine wirtschaftliche und soziale Entwicklung ein. Ziel war die Konsolidierung ihrer Macht gegenüber anderen sozialen Klassen und die Wiederherstellung des Friedens in all ihren Königreichen nach den schweren Jahren des Krieges und der Plünderungen im 15. Jahrhundert.
Wichtigste Maßnahmen ihrer Herrschaft
- Schaffung eines stehenden Söldnerheeres: Auf diese Weise machten sie sich unabhängig vom Engagement und dem Willen des Adels, der zuvor die Heere stellte.
- Einrichtung der Inquisition: Zur Kontrolle von Judaisierern und Konvertiten. Die Amtsträger wurden direkt von der Krone ernannt.
- Finanzielle und steuerliche Reformen: Diese ermöglichten höhere Einnahmen durch indirekte Steuern auf den Verbrauch und durch Zollbehörden (Almojarifazgos). Zudem wurden direkte Steuern (wie die Alcabala oder der Zehnte) erhoben, von denen Adel und Klerus zuvor teilweise befreit waren. Es wurden neue Finanzinstrumente wie Rentenpapiere (Juros), Pachtrechte und Darlehen eingeführt.
- Reorganisation des Königlichen Rats: Als beratendes Gremium der Monarchen verkörperte er die höchste Autorität.
- Gründung der Heiligen Bruderschaft (Santa Hermandad): Eine polizeiliche und justizielle Einrichtung zur Wiederherstellung des Friedens in ländlichen Gebieten. Jede Gemeinde mit mehr als 40 Einwohnern musste zwei Richter und eine Brigade von Beamten stellen.
- Kontrolle über die Ritterorden: Durch politische Manöver wurde Ferdinand zum Großmeister aller Orden ernannt. Diese Organisationen waren sehr mächtig und besaßen große Ländereien mit entsprechenden Einkünften.
- Bürokratisierung des Rats von Kastilien: Es wurden verstärkt Juristen aufgenommen, die der Krone dienten, während dem Adel das Stimmrecht entzogen wurde.
- Reform des Amtes der Stadtvögte (Corregidores): Dieses Amt, das zuvor oft erblich war, wurde reformiert, um für mehr Gerechtigkeit in den Gemeinden zu sorgen, da die Beamten nun direkt der Krone unterstellt waren.
- Einrichtung der Audiencias: Gründung königlicher Gerichtshöfe (High Courts) in Valladolid und Ciudad Real.
Mit diesem Paket an politischen, sozialen und wirtschaftlichen Maßnahmen gelang die Schaffung eines mächtigen, zentralisierten Staates. Dies ermöglichte es dem Kastilischen Reich, die Herausforderungen der kommenden Jahre zu meistern und den Grundstein für ein Weltreich zu legen, in dem die Sonne nie unterging.